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13.06.1986 - 

Fundierte Informatik- Ausbildung garantiert sicheren Arbeitsplatz

GI: Moderne Techniken schaffen neue Jobs

KÖLN (lo) - Jeder zweite Informationsexperte sitzt auf einer neugeschaffenen Position. Dabei sichert die fundierte Informatik-Ausbildung diesen Experten einen stabilen Arbeitsplatz mit vielfältigen Aufgaben und überdurchschnittlichen Aufstiegschancen. Die Bilanz der Gesellschaft für Informatik in Bonn über die Mangelware Informationsverarbeiter hierzulande bei der jüngsten Mitgliederumfrage lautet aber auch: Nur eine hohe Arbeitsmoral bringt den hohen Verdienst.

Die "arbeitsplatzschaffende Wirkung der neuen Technologie" läßt sich für die Gesellschaft für Informatik (GI) eindrucksvoll belegen: Die Hälfte aller DV-Jobs werden nämlich erst mit der Einstellung des Bewerbers neu geschaffen - zumindest kann das die GI laut Umfrage bei ihren rund 10 000 Mitgliedern in 49 von 100 Fällen für die Informatikindustrie belegen. Bei den Anwendern von Informationsverarbeitung ergab sich ein Wert von etwa 45 Prozent. Nach der Veröffentlichung der Bonner Gesellschaft weisen fast 60 Prozent der Befragten aus Forschung, Lehre sowie DV-Industrie und anwendenden Unternehmen als Studienabschluß ein Hochschuldiplom auf, ein Fünftel führt den Doktortitel. Bei den Fachrichtungen stehen die Studiengänge Informatik, Technische Informatik und Wirtschaftsinformatik mit gut 46 vom Hundert an der Spitze. Erst mit 25 Prozent folgen Mathematik, mit zwölf Prozentpunkten Ingenieur- und mit knapp sieben Punkten Naturwissenschaften.

Den traditionellen Weg in die Arbeitswelt optimiert jedoch in vielen Fällen keine Karriereplanung: Mit einem Viertel fand der größte Anteil der Berufsanfänger seine erste Arbeitsstelle durch die Bewerbung auf eine Anzeige. Erhebliche Bedeutung besitzen ebenfalls persönliche Kontakte, so etwa die Referenzen von Dozenten oder Instituten. Die Fachvermittlungsdienste des Arbeitsamtes spielen bei der Jobwahl mit einer einstelligen Prozentzahl nur eine geringe Rolle.

Es fehlt für das DV-Berufssegment eine eindeutige Klassifikation aufgrund der- ausgeübten Tätigkeiten und nicht der Ausbildungsabschlüsse, kritisiert die Bonner Gesellschaft, die den Weg in einen differenzierten Beschäftigungssektor transparent machen könne. Nicht immer muß nämlich die beim Berufseinstieg nahezu obligatorische Programmierarbeit auch nach etlichen Arbeitsjahren noch Mittelpunkt der Tätigkeit sein.

Obwohl die GI davon ausgeht, daß alle Befragten in der Informationsverarbeitung arbeiten, nennen so nur 38 Prozent von ihnen Berufsbezeichnungen, die auf eine solche Tätigkeit schließen lassen. Hochgerechnet, merken die Bonner Informatikexperten an, hieße das: In der Bundesrepublik gibt es etwa 350 000 mit der Informationsverarbeitung befaßte Spezialisten; die übrigen werden in anderen Berufsgruppen mitgeführt.

Bei diesen Experten ist Programmieren ein wesentliches Element der Arbeit. Über die Hälfte befassen sich dabei mit der Entwicklung von Computerprogrammen. Systemanalytiker und Organisatoren sind jeweils zu etwa 15 Prozent vertreten. Nur ein gutes Viertel der Informationsexperten, nämlich hauptsächlich Führungskräfte, programmieren nicht.

Informatiker engagieren sich, konnte die GI feststellen, überdurchschnittlich für ihre persönliche Fortbildung. Sie opfern dafür einen erheblichen Teil ihrer Freizeit und zahlen für fremdes Know-how auch aus eigener Tasche. Über dreißig Stunden Fortbildung monatlich und rund 1400 Mark jährlich aus dem privaten Budget wenden Fachkräfte aus den Bereichen Forschung, Lehre und Ausbildung auf. In der Informatikindustrie werden runde zehn Stunden sowohl während der Arbeit als auch Freizeit in der Woche bei einer Eigenbeteiligung von knapp 1000 Mark verbucht, der Mitarbeiter des DV-Anwenders wendet sogar eine Stunde mehr und über 800 Mark für Fortbildung auf.

Der Mangel an qualifizierten Informatikern macht sich neben den Begleiterscheinungen eines leergefegten Facharbeitsmarktes auch bei der Arbeitszeit bemerkbar, konnte die GI feststellen.

Die derzeit noch zu dünn gesäten Experten müssen länger arbeiten: Im Schnitt hat nur jeder Vierte die 40 Stunden-Woche. Ein knappes Drittel von ihnen arbeitet zwischen 41 und 45 Stunden, ein Viertel schreibt bis zu 50 Stunden wöchentlich auf und fast ein Fünftel noch mehr.

Vorgesetzte arbeiten im Durchschnitt fast 50 Stunden, rund sechs Stunden mehr als die Mitarbeiter.

Doch dieses Engagement scheint sich zu lohnen. Denn 44 Prozent der befragten Spezialisten aus der Branche Informationsverarbeitung bekleiden Führungspositionen. Hier unterstützte ganz offensichtlich, so die GI, ein höherer Bildungsabschluß die Karriere.

Das Einkommen wird am nachhaltigsten, ist ein weiteres Ergebnis der GI-Mitgliederumfrage, von der Zahr, der Berufsjahre bestimmt. Selbständigkeit im Beruf und Entscheidungsbefugnis bringen dabei erhebliche zusätzliche Einkommensgewinne. Doch gerade auch die wöchentliche Arbeitszeit steht in einem direkten Verhältnis zum Gehalt: Wer viel verdient, muß auch viel Zeit dafür opfern - und umgekehrt.