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09.12.1998 - 

Arcor, Otelo und die Telekom dementieren Absprachen

Gibt es ein Dreier-Kartell gegen TK-Preisbrecher?

BONN (CW) - Seit der Rücknahme des Telekom-Antrags zur Tarifierung des entbündelten Teilnehmeranschlusses im Ortsnetz brodelt es in der TK-Branche. So vermuten nicht wenige dahinter ein abgekartetes Spiel, um unliebsame Konkurrenten wie Mobilcom und Co. aus dem Markt zu drängen. Andere sprechen bereits von einer Kartellbildung.

Nachdem Wirtschaftsminister Werner Müller mit seiner Intervention eine Entscheidung der Regulierungsbehörde über einen günstigen Zugang im Ortsnetz verhinderte, herrscht in der deutschen TK-Szene Verwirrung. Die einen drohen mit dem Abbau tausender Arbeitsplätze, andere sprechen von Investitionsstopps, und dritte wittern bereits eine unerlaubte Kartellbildung.

"Wir haben Indizien aus der politischen Szene Bonns, die auf Absprachen zwischen Arcor, Otelo und der Telekom hinweisen", warnt Dirk Reupke, Vorsitzender der Talkline-Geschäftsführung. Wie aus Bonner Kreisen hierzu verlautet, habe das Triumvirat einen Plan diskutiert, um ungeliebte kleine Anbieter ohne eigene Netze aus dem Markt zu drängen. Die Lösung des DreierBundes sehe vor, daß die Telekom auf ihre geplante Preissenkung bei den Ferngesprächen verzichtet. Im Gegenzug würden die beiden großen privaten Anbieter zustimmen, daß die Telekom die Interconnection-Gebühr für die Zusammenschaltung ihres Netzes mit anderen selektiv erhöht. Zudem wären sie bereit, einen Preis von rund 30 Mark für den entbündelten Teilnehmeranschluß der Telekom zu akzeptieren.

Diesen Gerüchten widersprechen Telekom, Arcor und Otelo allerdings heftig. Ebenso dementiert Otelo Presseberichte, wonach das Unternehmen den Abbau von rund 500 Arbeitsplätzen plane. Man habe lediglich die ursprünglich geplanten Personalzuwachsraten zurückgenommen, so die offizielle Lesart.

Auch wenn alle Beteiligten den Vorwurf einer Kartellbildung von sich weisen - die Idee einer Paketlösung hat durchaus Fürsprecher. Beispielsweise plädiert der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), dem Mittelständ-ler wie Talkline, aber auch Arcor und Otelo angehören, für eine integrierende Sicht der anstehenden Regulierungentscheide. Laut VATM versucht die Telekom nämlich, ihre Konkurrenz mit der Senkung der Ferntarife und hohen Mietpreisen für den Ortsnetzzugang in die Zange zu nehmen.