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Bis zu 24 2200-Rechner können geclustert werden


07.06.1991 - 

" Gladiator " macht jetzt die Unisys-Mainframes OLTP-tauglich

MÜNCHEN (CW) - Im Kampf um die High-end-Mainframe-Anwender hat die Unisys Corp. jetzt das Schwert gezückt: Unter der Bezeichnung "Gladiator" stellte das Unternehmen eine fehlertolerante Clustering-Technologie für ihre Mainframes der Serie 2200 vor. Zielgruppe sind vor allem User, die Anwendungen mit hohem Transaktions-Processing-Aufkommen fahren.

Bei Gladiator handelt es sich im einzelnen um vorkonfigurierte Systeme, bestehend aus mehreren Mainframes der Typen 2200/400 und 2200/600 ES, dazugehöriger Peripherie und einer neuen Version der OS 1100 Multihost-Betriebssystem-Software. In einem Gladiator-System können bis zu 24 Prozessoren, die auf vier miteinander verbundenen Mainframe-Systemen verteilt sind, verknüpft werden. Bisher konnten beim Modell 2200/400 bis zu sechs Prozessoren, beim Modell 2200/600 ES bis zu vier Prozessoren gekoppelt werden. Die Rechenleistung eines Gladiator-Systems liegt nach Unisys-Angaben bei rund 3000 Transaktionen pro Sekunde.

Unisys hat die neue Technologie für zwei Zielgruppen konzipiert. Einmal für die Ansprüche der OLTP-Anwender, wo immer mehr Leistung bei Datenbankabfragen verlangt wird. Der OLTP-Markt, so Brian Magowan, Vice-President beim Unisys Mainframe-Program-Management, wachse viel schneller als der gesamte MainframeMarkt. Zweite Zielgruppe sind Unternehmen, die sowohl ein funktionsfähiges Standard-Mainframe-System benötigen, als auch die OLTP-Leistungen nutzen möchten.

Branchenkenner sehen in der Unisys-Ankündigung die Antwort auf IBMs "Sysplex-Strategie", die im September 1990 vorgestellt wurde. So meint beispielsweise David M. Card, vom Marktforschungsunternehmen International Data Corp. (IDC), daß beide Systeme technisch ähnlich seien, die Unisys-Lösung aber weniger kompliziert aufgebaut sei. Unisys werde es jedoch schwer haben, potentielle Käufer davon zu überzeugen, daß man auch in den oberen Marktsegmenten wettbewerbsfähig bleiben werde. Zu den Kunden, die das Unternehmen in diesem Bereich ansprechen will, gehören in erster Linie Fluggesellschaften. Komponenten des Gladiator-Systems wurden nach Unisys-Angaben bereits bei Air France und der japanischen All Nippon Airways getestet.

Nach Angaben des Vorsitzenden der US-Unisys-User-Group Use, Thomas R. Murphy, hat das Unternehmen mit der Ankündigung den Anwendern ein gewisses Gefühl der Sicherheit vermittelt. Auch wenn viele die hohen OLTP-Leistungen jetzt noch nicht benötigten, wüßten sie doch, daß sie ihre Systeme bei Bedarf in diese Richtung hin erweitern können.

Die weltweite Auslieferung von Gladiator soll im vierten Quartal dieses Jahres mit "Release 1" beginnen. Darunter fallen fünf Mehrprozessor-Konfigurationen der Serie 2200/400. Im einzelnen handelt es sich um drei Doppel-Host- und um zwei Vier-Host-Systeme. Die Preise liegen zwischen rund sechs Millionen und 20 Millionen Mark. Im ersten Quartal 1992 soll Gladiator, Release 2, für System 2200/600 ES ausgeliefert werden. Darunter fallen drei Doppel-Host-Konfigurationen und eine Vier-Host-Konfiguration. Der Preisrahmen bewegt sich zwischen rund 20 und 100 Millionen Mark.