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23.08.1985 - 

Japaner gelten als die härtesten Mitbewerber

Glasfasertechnik: Umsatzrenner der Zukunft

MÜNCHEN (CW) - Weltweit läßt die Glasfasertechnik für die kommenden Jahre ein stark expandierendes Geschäft erwarten. Allein in den USA wird sich der Marktumfang von 560 Millionen Dollar im vergangenen Jahr auf 1,65 Milliarden Dollar in 1985 ausdehnen. Der Weltbedarf an Glasfaserkabeln. Systemen und Komponenten wird im gleichen Zeitraum mit Jahreszuwachsraten um 30 Prozent von 900 Millionen auf 3,2 Milliarden Dollar

zunehmen.

Unter den Glasfaservorhaben ragen abgesehen vom Projekt "Bigfon" und dem Glasfaser-Overlay in der Bundesrepublik Deutschland zunächst drei weitere heraus. In Großbritannien wird das "Mercury Communications fiber optic project", ein

Joint-venture von Cable & Wireless und BP, sieben größere Städte durch Glasfaserkabel verbinden. Die Anfangsinvestitionen für die ersten 1300 Kilometer Kabelverlegung entlang britischen Bahnstrecken belaufen sich auf 50 Millionen Dollar.

Die Glasfaserkabel werden über regionale Mikrowellensender an die örtlichen Verteilernetze angeschlossen. Das Auftragsvolumen für britische Unternehmen beträgt rund acht

Millionen Pfund. Das System soll 1985 rund 65 Prozent der Fläche

Großbritanniens abdecken.

In Frankreich bemüht sich die Direction Générale des Télecommunications (DGT), den Marktanschluß nicht zu verpassen. Saint Gobain und ein Partnerunternehmen entwickeln auf DGT-Anregung ein 10 090 Kilometer langes örtliches Glasfaserkabelsystem. Das im Mai 1984 von der Regierung bewilligte Kabelfernsehen soll ebenfalls auf Glasfasertechnologie zurückgreifen.

Die schwedische Regierung kündigte kürzlich Pläne an, das inländische Telekommunikationsnetz durch Glasfaserkabel und Digitaltechnik zu ersetzen. Die Kosten für das mehrjährige Projekt werden mit 155 Millionen Dollar veranschlagt. Das Auftragsvolumen in diesem Jahr beläuft sich auf rund 30 Millionen Dollar.

Nach einem Bericht der Fachzeitschrift "Business America" zeigen Analysen des US-Office of Telecommunications, daß die Glasfasertechnologie erheblich zum Exportwachstum von Hochtechnologieprodukten aus den USA beiträgt. Die US-Glasfaserindustrie besteht im wesentlichen aus Unternehmen, die außer Fasern und Kabeln auch opto-elektronische Systeme und Komponenten wie Übertragungsgeräte, Verstärker, Verbindungs- und Kopplungselemente und Empfänger herstellen. Die größte Nachfrage nach Glasfasertechnik in den USA äußern Betreiber von Telefon- und Kommunikationssystemen. Daran wird sich in absehbarer Zeit auch wenig ändern. 1982 wurden 81 Prozent der US-Glasfaserkabel in Telefonnetzen installiert.

Abgesehen von der militärischen Verwendung zeigen neuere Forschungsergebnisse in den USA die Vorteile von optischen Fasern auch im Computerbau auf. Die Informationsübermittlung von Peripheriegeräten zur Zentraleinheit eröffnet der Branche dem Bericht zufolge immense Entwicklungsmöglichkeiten. Die Glasfasertechnologie wird in ihrer industriellen Bedeutung sogar der modernen Halbleitertechnologie gleichgestellt.

Die Glasfasertechnologie hat sich mittlerweile als verläßlicher und kosteneffizienter erwiesen, als zunächst vermutet wurde. Zahlreiche nationale und internationale Verkabelungsprojekte mit optischen Fasern unterstreichen dies. Der US-Konzern American Telephone & Telegraph (AT&T) verlegt zusammen mit der britischen Standard Telephones & Cables (STC) und der französischen Unternehmung Submarcom ein transatlantisches Glasfaserkabel (TAT-8). Dies ist das erste Tiefseekabel, das eine digitalisierte Informationsübertragung per optische Faser erlaubt. Der Investitionsbedarf für das 3146 Meilen lange Kabel beläuft sich auf 250 Millionen Dollar.

Eine gewichtige Rolle spielt AT&T auch bei der Verlegung eines Trans-Pazifik-Tiefseekabels (TPC-3), die bis 1989 abgeschlossen sein soll. Partner bei diesem Projekt ist die japanische Auslandstelefongesellschaft KDD sowie 25 weitere Subunternehmen. Dem Projekt TAT-8 entsteht demnächst Wettbewerb, wenn Pläne des US-Unternehmens Tel-Optic und der britischen Cable & Wireless realisiert werden. Sie wollen je ein Tiefsee-Glasfaserkabel, im Nord- und Südatlantik verlegen, die 1989 beziehungsweise 1992 funktionsbereit sein sollen.

Unter den internationalen Konkurrenten der US-Hersteller von optischen Fasern haben die japanischen Unternehmen das größte Gewicht. In Japan sollen zwei größere Glasfasersysteme und mehrere regionale installiert werden. Die Nippon Telegraph and Telephone (NTT) baut ein Informationsnetz (INS) auf, das sich primär auf Glasfasertechnologie stützt. Eine 2800 Kilometer lange Verbindung zwischen Sapporo und Fukuoda soll noch in diesem Jahr betriebsbereit sein.

Die japanische Eisenbahngesellschaft JNR will diesem System durch ein eigenes faseroptisches Netzwerk Konkurrenz machen und plant eine Kabelverlegung entlang der Eisenbahnstrecke Tokio - Osaka für 87 Millionen Dollar. Die japanische Glasfaserindustrie ist eine der expansionsfreudigsten Branchen des Landes. Binnen sieben Jahren hat sich eine international wettbewerbsfähige, exportorientierte Industrie entwickelt, zu deren wichtigsten Unternehmen NEC, Fujitsu, Fujikura Electric, Sumitomo Electric, Fujikura und Hitachi gehören.