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Thema der Woche/Messaging ist der Renner unter den Intranet-Applikationen

Glaubenskrieg um Java läßt deutsche Anwender kalt

18.10.1996

Kostensenkung, Abkehr von monolithischen Applikationen, weniger Speicher- und Festplattenbedarf auf den Workstations, Verbesserung der Kommunikation in Richtung Groupware-orientierte Teamarbeit - der Intranet-Menüplan erweckt den Eindruck, direkt aus dem Schlaraffenland zu stammen. Allein, die deutschen Anwender scheinen doch lieber auf bewährte Hausmannskost zu setzen.

So spielt hierzulande bei den Usern das in den USA favorisierte Thema Groupware kaum eine Rolle. Fast 60 Prozent der befragten Unternehmen zeigen diesem Konzept die kalte Schulter - und zwar grundsätzlich. Entgegen der Vermutung, daß die Ablehnung wohl in Unternehmen mit wenigen Beschäftigten größer ist, zeigt eine Analyse der Daten, daß kein signifikanter Zusammenhang zwischen Groupware-Einsatz und Firmengröße besteht. Einen Ausreißer bilden jedoch Firmen mit 101 bis 500 Arbeitnehmern: Hier ist die Groupware-Ablehnung mit 66 Prozent am ausgeprägtesten.

Es verwundert denn auch nicht weiter, daß die Unternehmen, die keine Groupware-Systeme einsetzen, wenig Neigung verspüren, künftig Anwendungen wie Messaging, Termin-Management, Workflow oder Video-Conferencing via Intranet zu realisieren. Womit sie ganz im Gegensatz zu den Intranet-Befürwortern stehen. Befragt nach den Anwendungen, die letztere via Intranet realisieren wollen, steht bei ihnen das Messaging an oberster Stelle, gefolgt vom Dokumenten-Management. Datenbanken, bei Firmen mit einer klassischen Unternehmens-DV noch an erster Stelle, fallen dagegen auf den dritten Platz zurück. Ebenso verlieren Print- und File-Sharing, für die traditionelle DV noch als die beiden wichtigsten Anwendungstechniken nach den Datenbanken genannt, im Intranet an Bedeutung. Im Zusammenhang mit der Präferenz für das Messaging überrascht allerdings, daß nicht alle so Votierenden hierfür auch die entsprechenden Intranet-Protokolle SMTP und POP 3 einsetzen wollen. Dies legt die Vermutung nahe, daß wohl auch klassische Mail-Systeme wie MS-Mail oder cc:Mail künftig in den Intranets weiter genutzt werden.

Eher akademische Bedeutung scheint für die deutschen Anwender das Argument der kostengünstigen Eigenentwicklung von Software mit Hilfe von Intranet-Technologie zu haben. Das Gros der User will auch künftig seine Anwendungen kaufen, nur eine Minderheit von 13 Prozent beabsichtigt, für das unternehmenseigene Intranet alle benötigten Applikationen selbst zu programmieren.

Nach den hierzu verwendeten Entwicklungswerkzeugen befragt, offenbarten die Auskunftsgeber eine eindeutige Präferenz für Intranet-spezifische Tools. Hoch im Kurs stehen des weiteren objektorientierte Techniken sowie 4GL-basierte Verfahren.

Weniger eindeutig ist dagegen die Technologiebasis, auf der die gekauften Anwendungen beruhen.

Während die DV-Öffentlichkeit Java bereits als Killer der Gates-dominierten Desktop-Welt von heute feiert, scheint den Befragten der betreffende Glaubenskrieg eher egal zu sein. So lieferten sich Java und die Microsoft-Verfahren, was die Gunst der Anwender betrifft, ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das mit einem Vorsprung für Java endete, der allerdings unter einem Prozent liegt. Klar abgeschlagen ist jedoch Opendoc. Gerade einmal vier Prozent der befragten Unternehmen gaben an, Applikationen zu kaufen, die auf diesem Verfahren basieren.

Rätsel gibt dagegen ein anderer Punkt auf: Lediglich 25 Prozent der Unternehmen, die ein Intranet planen beziehungsweise im Einsatz haben, geben an, daß sie über die Web-Server hinaus auch andere anwendungsbezogene Server im Intranet einsetzen wollen. Eine Erkenntnis, die im Gegensatz zur hohen Zahl der Anwender steht, die via Intranet auch Messaging verwirklichen wollen. Dazu wäre nämlich ein Mail-Server notwendig. Angesichts dieser Ergebnisse liegt die Vermutung nahe, daß die Marketing-Abteilungen des Intranet-Lagers mit Erfolg die Diskussion über diese Technologie auf die Web-Server-Frage reduziert haben.