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22.04.1977 - 

CMC und Inforex im Data-Entry-Geschäft:

Gleiches Konzept- ähnliche Systeme

Bei den Datensammelsystemen ist der große Boom vorbei. Kein Wunder, daß sich die "Nur-Datenerfasser" CMC und Inforex etwas überlegen mußten, um auch weiterhin im Geschäft zu bleiben. Bei Inforex fing das schon etwas früher an, bei CMC ist man neuerdings ebenfalls zu dieser Erkenntnis gekommen.

Wie sich die Dinge gleichen! CMC und Inforex scheinen die gleichen Marktuntersuchungen herangezogen zu haben. Fast gleichzeitig, kurz vor der Hannover Messe, kündigen beide Firmen ihr neues Konzept im Data Entry-Markt an. Ihre Kampfansage geht dabei nicht nur gegeneinander, sondern auch in Richtung MDT und gegen andere Terminal-Hersteller, also gegen alle Hersteller, die beim "Distributed Processing" das große Geld verdienen wollen. Das Konzept dazu ist fast identisch:

Man nehme ein Hochleistungsterminal von einem anerkannten amerikanischen Hersteller: CMC = Sycor, Inforex = Beehive.

Man nehme ferner eine modular aufgebaute Hardware: Floppy Disk (CMC = 243 KB, Inforex = 2 x 0,25 MB), Festplatte und Kassette, Matrixdrucker, bis zu 64-KB-Speicher.

Man variiere die Zahl der angeschlossenen Terminals (CMC: bis zu 4, Inforex: bis zu 8), die Leistungsbereiche der Peripherie und der Zentraleinheit, und gebe den Systemen

die Möglichkeit zur Datenfernübertragung.

Man statte das System mit der Möglichkeit aus, daß ein breiter Bereich für Eigenprogrammierung frei bleibt (Interaktives Programmieren durch COBOL), und spare dadurch die mühsame Entwicklung von Anwendersoftware.

Unterschiede gibt es natürlich auch. So beispielsweise bei den Preisen. Für ein CMC-System als "Stand-Alone-Version" mit einem CRT, einer Diskette und einem Festspeicher (2,5 MB) ergibt sich ein Preis von monatlich unter 1500 Mark (Kaufpreis unter 40 000 Mark inklusive Wartung). Für das in etwa identische System von Inforex ein Preis von 1600 Mark Monatsmiete bei 60 Monaten Laufzeit. Die Inforex-Preise gelten allerdings inklusive Drucker und DFÜ-Anschluß die CMC-Preise dagegen ohne diese Zusätze.

Für ein CMC-System in der "Cluster-Version" mit 2 Terminals, 64 KB, einem Drucker, Festplatte bis 10 MB und DFÜ-Möglichkeit ergibt sich ein Preis von 2500 Mark Monatsmiete selbstverständlich inklusive Wartung und Software. Ein Inforex-System mit 4 Terminals und 20 MB Festplatte kostet 4500 Mark Monatsmiete.

Dubiose Marktdaten

Unterschiedliche Variationsmöglichkeiten gibt es auch beim Hardwareausbau und bei der Hardwaregrundausstattung. So ist bei Inforex ein Konsoldrucker vorgesehen, bei CMC nicht. Bei Inforex haben die Bildschirme schon jetzt eine Kapazität von 1920 Zeichen, bei CMC sind es noch 576 Zeichen.

Unterschiede gravierender Art gibt es allerdings in den Aussagen über die bisherigen Markterfolge der beiden Unternehmen. Der Hintergrund ist klar: Da man in diesem zunächst neuen Geschäft noch kräftige Referenzen braucht, ist man auf eine möglichst positive Charakterisierung der eigenen Marketing- und Produktfähigkeiten angewiesen.

Beide Wettbewerber hauen also kräftig auf die Pauke; da kann es schon zu sehr widersprüchlichen Erfolgsmeldungen kommen. CMC reklamiert einen weltweiten Marktanteil bei Datensammelsystemen von 54 Prozent, in England immerhin von 45 Prozent, in Frankreich von 48 Prozent und in der Bundesrepublik - da man erst 1972 hierzulande auf den Markt gekommen ist - von 18 Prozent. Inforex nennt dagegen im selben Markt Marktanteile von 20 Prozent für die BRD (= 500 Systeme), von 790 Anwendern in Europa und 2300 Anwendern in der ganzen Welt. Die genannten Zahlen beziehen sich auf den Stand von Ende 1976 und wären sicherlich beeindruckend, wenn sie sich nicht widersprechen würden. Marktkenner werden sich das selbst ausrechnen können und möglicherweise auch denjenigen ausloten können, der da etwas übertrieben hat.

Olivetti herausgeboxt?

Interessantestes Zeichen für den härter werdenden Wettbewerb unter den Anbietern ist bei den ganzen Neuankündigungen die Tatsache, daß die US-Firma Sycor in einem sogenannten "Letter of intend" ihre Absicht bekundet hat, sich mehrheitlich in die europäische CMC einzukaufen.

Zur Klärung: Sycor-Systeme der unteren Leistungsklasse sind bisher weltweit exklusiv von Olivetti vertrieben worden (außer USA und Japan). Dies mit einigem Erfolg, denn Olivetti konnte rund 30 000 der Terminals bei Anwendern unterbringen, in der BRD waren es immerhin 3000 Terminals. Dieses Recht verbleibt Olivetti weiterhin. Offiziell gibt es denn auch keine Gegenstrategie von Olivetti. Andererseits scheint schon heute klar, daß man bei Sycor durch diese Absichtserklärung und durch den neu geschlossenen Alleinvermarktungsvertrag mit CMC in Zukunft nicht mehr auf den "Europäer" Olivetti setzen will" sondern mit Eigen-Engagement die Herausforderung der so individuellen europäischen Anwender annehmen will. Finanziell jedenfalls dürfte damit CMC in Europa kein Hindernis mehr im Weg sein.