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01.11.2002 - 

Drittes Quartal 2002: Dell schubst HP wieder vom Thron

Globaler PC-Markt zeigt leichte Erholungstendenz

MÜNCHEN (CW) - Nach fünf Abwärtsquartalen in Folge scheint die Talfahrt des weltweiten PC-Geschäfts vorerst gestoppt. Laut den Vorabzahlen der Marktforscher von IDC und Gartner zum dritten Quartal 2002 hat das innerhalb der IT-Branche als "Konjunkturbarometer" gehandelte PC-Segment im Jahresvergleich erstmals wieder zugelegt.

"Das Wachstum hält sich in Grenzen, aber zumindest bewegt sich der Markt wieder in die richtige Richtung", kommentiert IDC-Analystin Loren Loverde das aktuelle Stückzahlenplus. Nach den Ergebnissen der IDC-Marktforscher wurden in den Monaten von Juli bis September 32,6 Millionen PCs und damit um 3,8 Prozent mehr Systeme ausgeliefert als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Die Kollegen von Gartner Dataquest haben sogar einen Zuwachs von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal ermittelt.

Nach Angaben von IDC zeigt sich das globale PC-Segment gesünder als noch vor einem Vierteljahr. So haben die Marktbeobachter neben schrumpfenden Lagerbeständen im kommerziellen Sektor ein weniger verkrampftes Investitionsverhalten ausgemacht. Letzteres dürfte sich nach Ansicht der Analysten weiter lockern, sobald sich die letztjährigen Restrukturierungsmaßnahmen der Unternehmen positiv in deren Bilanzen niederschlagen. Auch das Consumer-Segment gibt Lebenszeichen von sich: Zwar rechnet Loverde für das vierte Quartal nicht gerade mit einem Kaufrausch, Wachstumspotenzial bestehe aber durchaus, so die IDC-Frau. Gartner hingegen warnt vor allzu großer Hoffnung auf eine durchgreifende Besserung in der PC-Branche. Die Zahlen für das dritte Quartal wirkten positiv, weil im Vergleichszeitraum des Vorjahres aufgrund der Terroranschläge in den USA der Markt zusammengebrochen sei, gibt Gartner-Analyst Charles Smulders zu bedenken. Die schwierige Wirtschaftslage halte Unternehmen weiterhin davon ab, ihre noch aus Zeiten vor der Jahr-2000-Wende stammende PC-Flotte abzulösen. In Zeiten wirtschaftlichen Wachstums hätte der zyklische Austauschprozess bereits in diesem Quartal eingesetzt, erklärt Smulders. So aber erwarte Gartner den firmeninternen IT-Frühjahrsputz frühestens Mitte nächsten Jahres.

Nach einem Quartal Pause, in dem sich Hewlett-Packard (HP) durch den im Mai abgeschlossenen Merger mit Compaq kurzfristig an die Weltspitze fusionieren konnte, hat Dell die Führungsposition im globalen PC-Segment wieder zurückerobert. Laut IDC gelang es dem Branchenprimus im dritten Quartal, seinen Marktanteil mit rund 5,2 Millionen verkauften Systemen (plus 23,3 Prozent) auf 16 Prozent auszubauen. Nach Angaben der Analysten legte der Direktanbieter in den meisten Regionen zu, das höchste Stückzahlenplus (29 Prozent) erzielte Dell jedoch in den USA. HP (15,5 Prozent Marktanteil) setzte im Berichtszeitraum mit fünf Millionen Einheiten nahezu fünf Prozent weniger Geräte ab als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Angesichts der zumindest außerhalb der Vereinigten Staaten noch nicht vollständig abgeschlossenen Verschmelzung mit Compaq deuten die Auguren das Abschneiden des HP-Konzerns im Berichtszeitraum jedoch als Anzeichen dafür, dass der PC-Koloss die mit der Fusion verbundenen Veränderungen relativ schnell in den Griff bekommt.

Big Blue holt Bronze

Platz drei in IDCs Top-Fünf-Liga belegt IBM mit sechs Prozent Marktanteil, gefolgt von Fujitsu-Siemens (hierbei handelt es sich um kombinierte Stückzahlen von Fujitsu und Siemens) mit 4,3 Prozent und NEC mit einem Anteil von 3,3 Prozent. Zu ähnlichen Ergebnissen kamen die Gartner-Marktforscher. Demnach erzielte Dell einen Marktanteil von 15,8 Prozent, HP 15,7 und IBM 6,1 Prozent. Gartners Nummer vier ist Toshiba mit 3,2 Prozent, während NEC mit minimalem Abstand Platz fünf besetzt.

Der PC-Markt in der Region Emea (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) erzielte ebenfalls das erste Plus seit fünf rückläufigen Berichtszeiträumen (siehe Grafik). (kf)

Abb: Europäischer PC-Markt im dritten Quartal 2002

Der europäische PC-Markt konnte im Jahresvergleich um insgesamt 3,3 Prozent auf 8,66 Millionen verkaufte Systeme zulegen. Quelle: IDC