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28.01.2000 - 

Geringe Nutzerzahl erwartet

Globalstar startet seinen Dienst demnächst in Deutschland

MÜNCHEN (jha) - Der weltweit aktive Satellitendienst Globalstar startet im Februar oder März seinen Betrieb in Deutschland. Der Betreiber, die italienische Elsacom mit offiziellem Firmensitz in den Niederlanden, rechnet bis Ende des Jahres mit rund 8000 Kunden.

Die Erwartungen sind nicht besonders hoch gesteckt und dürfen es auch nicht sein. In Deutschland mit seinen vier GSM-gestützten Handy-Netzen, die nahezu eine vollständige Flächendeckung anbieten, wird der Bedarf an einer satellitenbasierten Kommunikation via Handy voraussichtlich nicht allzu hoch sein. Erschwerend für Elsacom, strategischer Partner des Globalstar-Konsortiums in Mittel- und Nordeuropa, kommt hinzu, dass Globalstar mit den günstigen Handy-Tarifen der terrestrischen Netze nicht konkurrieren kann.

So kostet das Handy zwischen 1000 und 1400 Dollar und die Gesprächsminute je nach Entfernung zwischen 1,5 und drei Euro pro Minute. Auch beim Funktionsumfang hat das Satelliten-Handy das Nachsehen. Eingehende Telefonate können beispielsweise nur mit einer ausgefahrenen, klobigen Antenne empfangen werden. Und während D1 und D2 etwa mit dem Wireless Access Protocol (WAP) sich auf den mobilen Web-Zugang vorbereiten, bietet Globalstar die Dienste Sprach-, Daten- und Faxübertragung sowie Short Message Service mit 9,6 Kbit/s.

Elsacom erwartet demnach auch nicht, dass die Anwender ihre Globalstar-Handys im Inland benutzen. Allenfalls in Staus, auf Messen oder Konzerten, wo die terrestrischen Netze zeitweilig überlastet sind, könnte sich das Satellitentelefon bewähren. Der Betreiber zielt mit seinem Angebot jedoch auf Vielreisende, die Länder mit schlechter TK-Infrastruktur besuchen.

Interessenten werden demnächst bei T-Mobil und Mannesmann Verträge für Dual-Mode-Handys abschließen können, so dass sie ihre GSM-Karten auch für die Satellitenkommunikation zu nutzen vermögen. Weitere Kooperationen strebt Elsacom mit E-Plus und E2 an. Derartige Partnerschaften sind Teil der Globalstar-Strategie zur Etablierung des Dienstes. Bei der Rechtfertigung dieser Vorgehensweise spart Elsacoms COO Michael Yates auch nicht mit Kritik an dem nahezu gescheiterten Konkurrenten Iridium: "Dessen schlechte Schlagzeilen haben negative Auswirkungen auf unser Geschäft gehabt", schimpft der Manager.

Iridium habe, so Yates, vieles falsch gemacht. So startete der Betreiber etwa eine Werbekampagne, ohne die lokalen Partner zu informieren. Die konnten dann interessierten Kunden keinerlei Informationen über Iridium-Services anbieten. Das soll bei Globalstar anders laufen. Bis zum Redaktionsschluss gab es auf den Web-Seiten von T-Mobil (t-mobil.de) und Mannesmann Mobilfunk (d2privat.de) jedoch noch keine Hinweise auf den weltweiten Dienst. Die telefonische Anfrage bei T-Mobil brachte, nachdem einige Stationen der Hotline durchlaufen wurden, das Ergebnis, der Dienst werde von einem Partner betreut. Starttermin und Preise konnten nicht genannt werden. Derartige Informationen waren auch bei Mannesmann Mobilfunk nicht zu bekommen.