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27.04.2001 - 

Gehaltsvergleich der IG Metall

Glückliche Entwickler - armer Support

MÜNCHEN (am) - Wer verdient wie viel? Die Antwort gehört in den meisten Unternehmen zu den am besten gehüteten Geheimnissen. Die IG Metall vergleicht mittlerweile zum dritten Mal die Gehälter in der IT-Industrie und kommt zu dem Schluss, dass das Wachstum der Branche sich nicht proportional im Verdienst widerspiegelt.

"Durchschnittlich sind die von uns untersuchten Gehälter in der IT-Industrie um drei Prozent gestiegen. Die Tarifverträge geben die Vorgabe", erläutert Dieter Scheitor, Teamleiter IT-Industrie bei der IG Metall. Allerdings gebe es in Einzelfällen durchaus höhere Gehaltssprünge. Dass auch bei gleichen Positionen und Aufgaben das Einkommen enorm unterschiedlich sein kann, ist eines der wichtigsten Ergebnisse der Studie. "Die Spanne zwischen dem Mindest- und Höchstgehalt bei den einzelnen Jobs wird immer größer", so Scheitor.

Relativ harmlos sind die Unterschiede noch bei Berufseinsteigern. So können sich IT-Azubis nach der dreijährigen Lehrzeit auf ein Anfangsgehalt zwischen 53000 und 57000 Mark einstellen. Die besten Verdienstaussichten haben nach Abschluss der Lehre IT-System-Elektroniker und Informatik-Kaufleute, die mit durchschnittlich 57846 Mark rechnen können. Danach folgen IT-Systemkaufleute mit 57291 Mark und Fachinformatiker mit 53843 Mark. Auch bei den Hochschulabsolventen bewegen sich die Anfangsgehälter in einer vergleichsweise geringen Spanne zwischen rund 66000 und 91000 Mark.

Unterschieden wird hierbei meist nach Art des Hochschulabschlusses: Während Universitätsabsolventen der Fachrichtung Informatik oder Ingenieurwissenschaften durchschnittlich 82000 Mark erwarten können, müssen sich Fachhochschüler derselben Fachrichtungen mit durchschnittlich 76000 Mark und Abgänger von Berufsakademien mit 75000 Mark begnügen.

Auffällig groß werden die Unterschiede allerdings bei einzelnen Jobprofilen. Nicht nur die Einzelgehälter liegen oft Welten voneinander entfernt, sondern auch die Gehälter, die die einzelnen Firmen für ein und denselben Job zahlen. Im Bereich IT-Consulting beispielsweise kann ein Seniorberater je nach Unternehmen im Jahr 63000 Mark, aber auch 153000 Mark verdienen. Für den Manager in der ersten Führungsebene, der wirtschaftliche und personelle Verantwortung trägt, ist die Spanne mit einem Jahresverdienst zwischen 91000 und 233000 Mark sogar noch gewaltiger. Die IG Metall führt solche Bandbreiten in den einzelnen Jobs auf die "unterschiedlich gelebten Gehaltssysteme in der Branche und den ausgesprochen lebhaften Arbeitsmarkt im Erhebungszeitraum" zurück, wie es in der Studie heißt.

Auch für Gewerkschaftsvertreter Scheitor sind die großen Gehaltsbandbreiten ein Hinweis auf den verzerrten Arbeitsmarkt: "Gerade Jobhopper können ein firmeninternes Gehaltsgefüge durcheinanderbringen. Bringen sie die gesuchten Qualifikationen mit, steigen sie oft mit einem viel höheren Gehalt ein als ihre Kollegen, die schon länger in der Firma sind." Gut, das heißt über Tarif, bezahlt werden nach den Erfahrungen von Scheitor vor allem die gesuchten Experten wie Datenbankadministratoren oder Manager von großen Netzwerken.

Auf der Gewinnerseite stehen auch die Leiter von Rechenzentren mit Jahresgehältern zwischen 82000 und 150000 Mark, die so gut wie keine Überstunden machen müssen. Von 262 Personen gab nur einer an, Mehrarbeit zu leisten. Vergleichsweise schlecht, das heißt zum Teil unter Tarif, bezahlt sind die niedrigeren Funktionen im Rechenzentrum. So bekommen Operatoren, die die RZ-Ressourcen überwachen, steuern und aktivieren, jährlich nur zwischen 48000 und 77000 Mark.

Einen weitaus größeren Gehaltsspielraum gibt es im Bereich der Softwareentwicklung: Direkt nach dem Hochschulstudium verdient ein System- oder Anwendungsentwickler im Schnitt etwa 70000 Mark. Mit Berufserfahrung können sich Softwareingenieure schon auf durchschnittlich 88000 beziehungsweise 100000 Mark einstellen. Kommt die Aufgabe eines Projektleiters und die fachliche Verantwortung für die Mitarbeiter dazu, erhöht sich der Verdienst auf durchschnittlich 138000 Mark, wobei auch hier eine große Spanne zwischen 106000 und 182000 Mark vorliegt. Die IG-Metall-Studie zeigt aber auch, dass mit den leitenden Positionen im Bereich Softwareentwicklung auch eine höhere Arbeitsbelastung einhergeht. Bei Projektingenieuren und Projektleitern gab im Schnitt jeder zweite an, Überstunden zu machen, während bei den Softwareingenieuren nur die Minderheit regelmäßig mehr arbeiten muss. Mit wachsender Verantwortung steigen auch die variablen Gehaltsanteile, die noch zum Jahresgehalt dazu kommen können. Während sich bei Berufseinsteigern in dem Bereich diese Anteile nur bis knapp 10000 Mark im Jahr belaufen, können Softwareingenieure bis 32000 Mark und Projektleiter bis zu 61000 Mark zusätzlich erhalten. Am höchsten sind die variablen Bestandteile naturgemäß im Vertrieb. Verdient ein Vertriebsbeauftragter durchschnittlich 117000 Mark im Jahr, kann mit 97000 fast die gleiche Summe als variabler Bestandteil dazukommen.

Auch im Bereich Hardewareentwicklung bekommen Ingenieure oder Elektroniker ein vergleichsweise gutes Gehalt. Für Entwickler, die etwa Fertigungsprozesse betreuen, liegt der Jahresdurchschnitt bei etwa 84000 Mark, für Seniorentwickler, die die Produktion planen, einführen und fachlich betreuen, liegt er bei etwa 110000 Mark. Am besten schneiden die Leiter der Entwicklung ab, die zwischen 130000 und 179000 Mark verdienen.

Im Gegensatz zur Soft- und Hardwareentwicklung müssen sich Mitarbeiter im Bereich Service und Support auch mit niedrigeren Gehältern begnügen. Junior- oder Servicetechniker, die einfache Netze, Workstations oder Standard-Server installieren und warten, kommen im Jahr auf durchschnittlich 65000 Mark beziehungsweise 71000 Mark. Die untere Verdienstgrenze fängt in dieser Gruppe aber schon bei 35000 Mark an. Bessere Aussichten haben im Support-Bereich die Spezialisten, die als Systemingenieure komplexe Probleme lösen oder als Kundendienstleiter auch Kostenstellen- und Personalverantwortung haben: Bei ihnen geht die Studie von einem Jahresgehalt zwischen 85000 und 164000 Mark aus.

Die StudieBereits zum dritten Mal hat die IG Metall eine Studie über Gehälter in der IT-Industrie aufgelegt. Dafür hat die Gewerkschaft eng mit den Betriebsräten zusammengearbeitet, die rund 20000 Einzeldaten aus 35 Unternehmen mit rund 60000 Beschäftigten lieferten. Der Großteil der Daten stammt aus Firmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern. Regionale Schwerpunkte waren München, Stuttgart, die Regionen Rhein-Main und Rhein-Ruhr. Die Daten wurden im letzten Quartal 2000 ermittelt. Die 140-seitige Studie kann zu einem Preis von 15 Mark per E-Mail rhein-main.projekt@igmetall.de oder bei der Union-Druckerei per Fax 069/7952242 bestellt werden. Informationen zur Gehaltsstudie gibt es bei der IG-Metall-Bezirksleitung in Frankfurt am Main unter der Rufnummer 069/66933306.

Abb: Große Gehaltsbandbreiten

Wie viel IT-Profis verdienen, hängt stark von der Firma ab, die sie beschäftigt, so ein Ergebnis der IG-Metall-Studie. Quelle: IG Metall