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26.03.1976 - 

"Neuorientierung" bei der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung

GMD kooperiert mit Siemens

ST. AUGUSTIN BEI BONN - Anläßlich der Inbetriebnahme einer Siemens 7.730 wurde auf einer Pressekonferenz der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung (GMD) eine neue Form der Auftraggeber-bestimmten Forschungs- und Entwicklungsarbeit vorgestellt. Neben Aufträgen für DV-Anwendungen bei der öffentlichen Verwaltung wird die GMD zunehmend für industrielle Partner - zunächst für die Siemens-AG, später auch für weitere deutsche Hersteller - im Vorfeld industrieller Entwicklungen arbeiten.

Verlängerte Werkbank?

Dr. Fritz Rudolf Güntsch, Aufsichtsratvorsitzender der GMD und Abteilungsleiter im BMFT, begründete diese "Neuorientierung" der GMD: "Es erweist sich als zunehmend wichtig, daß die Industrie mit der anwendungsbezogenen Grundlagenforschung verstärkt zusammenarbeitet." Dabei solle de GMD nicht "zur verlängerten Werkbank der Hersteller werden", vielmehr sollen Know How-Austausch und Koordination kostspielige Parallel-Entwicklungen vermeiden - ohne daß die GMD in "marktverzerrende Konkurrenz" zu den Softwarehäusern tritt, die für Hersteller Entwicklungsarbeiten leisten.

Prof. Dr. Gumin, Vorstandsmitglied der Siemens-AG, und Prof. Dr. Krückeberg, Vorstandsmitglied der GMD, erklärten vor der Fachpresse Details der neuen GMD-Siemens-Zusammenarbeit.

Das GMD-Institut für Software-Technologie (Schloß Birlinghoven) wird die bei der Entwicklung und Wartung eines eigenen Time Sharing-Systems gesammelten Erfahrungen für die Verwendung im Siemens-Betriebssystem BS 2000 aufbereiten, des weiteren soll es - unter Benutzung der neuen 7.730 - in den Alpha-Test (Zusammenwirken einzeln getesteter Systemteile) für die Version 3 des BS 2000 eingeschaltet werden und schließlich Verfahren für computerunterstütztes Design von Betriebssystemen entwickeln.

Das GMD-Institut für Datenfernverarbeitung (Darmstadt) wird mit dem Ziel der Enderäte-Kompatibilität in Netzen Siemens mit einer gemeinsamen Studie "Standardisierung der terminal-orientierten Kommunikation" unterstützen und Erfahrungen mit dem GMD-Paketvermittlungs-Rechnernetz bereitstellen.

Zunächst kostenlos

Siemens - später wohl auch Nixdorf und andere Hersteller - wird für diese Zusammenarbeit keine Zahlungen an die GMD leisten müssen. Dr. Güntsch betonte, daß ohne verstärkte Neuorientierung in Richtung industrieller Zusammenarbeit die GMD-Gesellschafter Bund und Land Nordrhein-Westfalen künftig kaum den GMD-Etat von jährlich 40 Millionen Mark verantworten könnten, wenn die einzige deutsche DV-Großforschungseinrichtung nicht wirklich andere Funktionen als "die irgendeines x-beliebigen Forschungsinstituts" übernähme. (Siehe auch "Interview der Woche", Seite 4.)