Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

03.04.1978 - 

Akustische Eingabe für die Computer-Kartographie:

GMD-Rechner versteht deutsche Sprache

BONN (pi) - Im GMD-lnstitut für Grafische Datenverarbeitung wird seit knapp einem halben Jahr immer erfolgreicher eine neue Dialogtechnik zwischen Mensch und Computer erprobt. Mußte man bisher Kommandos auf einer Tastatur eintippen, um einem Computer die in ihm gespeicherten Informationen zu entlocken, so ist heute in der GMD schon ein Stück Zukunft Wirklichkeit geworden: Ein automatisches Spracherkennungsgerät ist mit einer geografischen Datenbank - verbunden. Geografische Informationen werden im wahrsten Sinne des Wortes "abgerufen". Auf diesen "Abruf" hin werden farbige Spezialkarten auf dem Farbbildschirm ausgegeben.

GMD-Mitarbeiter Hans-Joachim Balzer, ausgerüstet mit Mikrofon und Kopfhörer, demonstriert die Leistungsfähigkeit des Systems: "Nordrhein-Westfalen", spricht er in das umgehängte Mikrofon, und auf einem vom Computer angesteuerten Farbfernsehschirm erscheint Nordrhein-Westfalen in Form einer kleinen Landkarte. Ein weiteres Kommando: "Landkreise", und die Grenzen aller nordrhein-westfälischen Landkreise werden dargestellt. "Löschen" gibt den Weg frei zum Abruf anderer Bundesländer.

Ein in den Forschungslabors der amerikanischen Industrie entwickeltes Spracherkennungsgerät wurde aus dem Bereich der reinen Wissenschaft herausgeholt und im GMD-Institut für Grafische Datenverarbeitung mit einem geografischen Informationssystem gekoppelt - erstmalig in der Bundesrepublik Deutschland. Für die GMD ist dies ein Beitrag zu dem GMD-Forschungsziel, die Datenverarbeitung menschengerechter zu machen: Von Schnelldruckern erzeugte Papierstapel sollen zunehmend durch ansprechende Grafiken (Landkarten, Pläne) ersetzt werden. Am Bildschirm erzeugte Darstellungen sollen mit dem Finger angetippt und dadurch modifiziert werden. Durch Blinken oder über einen angeschlossenen Lautsprecher gibt der Computer seine Rückmeldung.

In dem Mensch-Maschine-Laboratorium der GMD werden die oben beschriebenen Dialog-Möglichkeiten untersucht und die als sinnvoll erkannten Lösungen für den praktischen Einsatz aufbereitet.

Die Benutzerfreundlichkeit der neuen Dialogtechnik wurde erstmals Erfolg öffentlich demonstriert, als frühere Bundesforschungsminister und neue Bundesfinanzminister, Hans Matthöfer, im Dezember vorigen Jahres die GMD besuchte. Minister Matthöfer konnte sich davon überzeugen, daß das neue GMD-System einem weiten Benutzerkreis ohne Einübung in DV-technische Einzelheiten den einfachen akustischen Abruf von im Computer gespeicherten Informationen ermöglicht. Der zeitraubende und für den Laien technisch schwierige Weg über eine Tastatur oder über eine Lochkarteneingabe entfällt.