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30.01.1987 - 

Erster Auftritt für die Hannover-Messe CeBIT geplant:

GMD schafft sich kommerzielles Standbein

BONN (CW) - Die Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung (GMD), Sankt Augustin, hat jetzt ein kommerziell orientiertes Spin-off-Unternehmen: In Bonn wurde jetzt die auf den Bereich wissensbasierter Systeme spezialisierte Infovation Gesellschaft für innovative Informationssysteme mbH gegründet. Das Beratungs- und Softwarehaus befindet sich noch in der Gründung.

Aufgabe der Gesellschaft ist es, Unternehmen und Behörden bei der Planung und Einführung von Anwendungen der Expertensystemtechnik zu unterstützen. Die Leistungen reichen von der Managementberatung für wissensbasierte Systeme und die Schulung von Knowledge-Engineers über Projektberatung, Unterstützung, Implementierung und Projektmanagement bis zum Vertrieb der Expertensystem-Methodenbank "Babylon", die von der GMD entwickelt wurde.

Geschäftsführer Dieter Bungers, bisher Leiter der Forschungsgruppe Expertensysteme in der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung, bringt in das neue Unternehmen einen Lizenzvertrag mit seinem bisherigen Arbeitgeber ein. Gemäß diesem Abkommen werden Infovation die exklusiven Rechte zur Vermarktung von "Babylon" eingeräumt.

Wie Friedrich Winkelhage, Sprecher der GMD-Geschäftsführung, bestätigte, erfolge die Firmengründung mit nachdrücklicher Unterstützung seines Hauses. Sie unterstreiche die aktive Politik des Technologie-Transfers, die zu den Aufgaben der GMD gehöre. Unter diesem Zeichen, so Winkelhage weiter, stehe auch ein zweites Abkommen zwischen der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung und Infovation.

Dabei handle es sich um einen zunächst auf drei Jahre angesetzten Kooperationsvertrag zur Einbringung neuester Forschungsergebnisse in das Babylon-Produkt. Von dieser Zusammenarbeit verspricht sich der GMD-Geschäftsführer nach eigenen Worten die Einbringung der Praxisanforderungen aus Wirtschaft und Verwaltung in die weiteren Forschungsarbeiten bei der GMD.

Das Spin-off-Unternehmen mit Sitz im Raum Bonn wird zunächst mit einem Kapital von 500 000 Mark ausgestattet. Im ersten Geschäftsjahr soll Infovation die bisherigen 18 Betatest-Anwender von "Babylon" mit einer neuen Software-Version ausstatten and als Kunden übernehmen. Für das vierte Quartal 1987 ist geplant, eine um zahlreiche Funktionen erweiterte Babylon-Version freizugeben.

Darüber hinaus, so Bungers, wird das Unternehmen Aus- und Weiterbildungsaktivitäten aufnehmen und sich um Beratungsaufträge bei Neukunden bemühen. Dabei sollen auch die Sprach- und Standortvorteile gegenüber dem amerikanischen Wettbewerb genutzt werden. Die Unternehmensplanung sieht vor, daß Infovation im Jahre 1991 eine Größenordnung von rund 20 Millionen Mark Umsatz und eine Belegschaft von 50 Mitarbeitern erreichen soll. Bis 1989 ist eine Reihe von Babylon Portierungen vorgesehen.

Seinen ersten offiziellen Auftritt wird das neue Unternehmen anläßlich der Hannover-Messe CeBIT haben. Infovation ist dort als Unteraussteller auf dem Stand der GMD und als Hardwarepartner auf dem Symbolics-Stand vertreten. Zusammen mit den Betatest-Kunden werden in Hannover praktische Erzeugnisse der Expertensystem-Entwicklung gezeigt.