Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

01.07.1983 - 

Rahmenkonzept für die künftigen Aktivitäten erarbeitet:

GMD:Umstrukturierung und mehr Kooperationen

SANKT AUGUSTIN (cmd) - Die Installation der neuen Universalrechnersysteme IBM 3083 und Siemens 7.571 nahm die Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung (GMD) in Sankt Augustin bei Bonn zum Anlaß, ein Rahmenkonzept für ihre künftigen Aktivitäten vorzustellen. Im Mittelpunkt steht dabei - so GMD-Vorstandsmitglied Friedrich Winkelhagen -"die Frage der Integration". Eine organisatorische Neustrukturierung soll gleichzeitig die Tätigkeit der Gesellschaft flexibler gestalten und den Verwaltungsbau auf das Notwendigste beschränken.

Der Integrationsaspekt betrifft laut Winkelhage sowohl die technische Integration als auch die Einpassung technischer Infrastrukturen in Organisationen und die technische und organisatorische Verbindung zwischen Organisationen auf nationaler und internationaler Ebene. Hier will die GMD noch mehr als bisher auf Kooperationen mit der Industrie setzen. Winkelhage hofft, daß sich über die bisherige Zusammenarbeit mit IBM und Siemens hinaus weitere Hersteller als Partner finden. Derzeit führe die GMD recht erfolgsversprechende Verhandlungen mit Triumph-Adler, Nixdorf und Kienzle.

Das "Konzept zur Weiterentwicklung der GMD" sieht künftig anstelle der bisherigen zehn Forschungsinstitute nur noch deren drei sowie zwei Zentralinstitute vor. Das Forschungsinstitut I beschäftigt sich mit dem Gebiet "Methodische Grundfragen". Hierzu gehören mathematische und informatische Methoden für Aufbau, Gestaltung und Nutzung von Informationssystemen sowie das Thema "Künstliche Intelligenz".

"Systemtechnologie" lautet der Arbeitsschwerpunkt des Forschungsinstituts II. Untersucht wird hier die Architektur von Informationssystemen in ihrer Geräte-Netz-und Softwareausprägung. Die Brücke zu den Basistechnolgien soll dabei über Entwurfshilfen für das Design von VLSI geschlagen werden. Schon bestehende Ansätze bei Softwareproduktionsumgebungen, Sprachen der neueren Generation samt der entsprechenden Compiler sowie Software für Arbeitsplatzrechner in kooperativen Anwendungsumgebungen und im Verbund mit dedizierten Dienstleistungsrechnern sollen entsprechend ausgebaut werden.

Im Forschungsinstitut III - " Anwendungssysteme" - werden die bisherigen Arbeiten der GMD auf den Gebieten Bürosysteme und Entscheidungssysteme zusammengefaßt. Darüber hinaus sollen hier in Zukunft Untersuchungen über die Mensch-Maschine-Kommunikation

sowie über wissensbasierte Systeme durchgeführt werden.

Das Zentralinstitut I beschäftigt sich mit dem Bereich "Integrierte Infrastruktur - Aufbau und Betrieb". Dabei ist vor allem eine noch stärkere Hinwendung zur Kommunikationstechnik vorgesehen. Neben den traditionellen Dienstleistungen soll die Forschungs- und Entwicklungskomponente weiter ausgebaut werden, um - wie es Winkelhage umriß - "pilotartig zukünftige Informations- und Kommunikationsinfrastrukturen zu erproben".

Das Zentralinstitut II schließlich übernimmt institutsübergreifende Aufgaben des Transfers und der Implementation von Informationstechnik. Auf Anregung des Bundesinnenministeriums wird sich die GMD künftig mehr als bisher mit der DV-Fortbildung im öffentlichen Bereich beschäftigen. Besonderes Augenmerk will man auch auf die Normung der höheren Kommunikationsprotokolle sowie der Normkonformitätsprüfung von Magnetbändern und Disketten richten.

Insgesamt - so unterstrich Erich Kammerer von der GMD - dienen Konzept wie Umstrukturierung dazu, folgende absehbare Entwicklungslinien zu analysieren und daraus die entsprechenden Aktivitäten abzuleiten:

- Die Anwendungen der Zukunft stützen sich auf Verbundinfrastrukturen aus zentralen und dezentralen Komponenten ab;

- dieser Verbund muß auf einer standardisierten technischen Kommunikationsinfrastruktur aufbauen;

- dem Benutzer muß eine high-level, "custom-tailorierbare" Schnittstelle angeboten werden;

- der Ort der eigentlichen (Datenstruktur-)Verarbeitung sollte sich nach (rein) wirtschaftlichen Gesichtspunkten richten.