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17.01.1975 - 

15 Tonnen Computerschrott pro Monat

Gnadenschuß für Veteranen

MÜNCHEN - Alte Computer werden verschrottet, ausgeschlachtet, ausgestellt oder weiterverkauft.

Maßgebend sind zwei Faktoren: einmal die Kosten von Lagerung, Wartung und Ersatzteilen und zum anderen die Weiterverwendungsmöglichkeit.

Univac vermietet generalüberholte Systeme, für die noch eine Einsatzmöglichkeit besteht, weiter. Die anderen alten Systeme, wie Elektronikmehrzweckeinheit 1001 und Peripherie werden verschrottet. Davon ist der größte Teil der zurückgelieferten Anlagen betroffen. "Computersysteme der dritten Generation haben wir bisher nicht verschrottet", verlautet von Univac.

Historisch interessante Anlagen werden Museen, Schulen oder ähnlichen Institutionen gestiftet.

Die erste 1956 in Europa installierte Univac I (FAC TRONIC) bekam beispielsweise das Deutsche Museum.

Kostenbewußt zeigt sich Siemens. "Da es sich bei unseren Anlagen um wertvolle Investitionsgüter handelt, ist es bei uns noch nicht vorgekommen, daß eine alte Datenverarbeitungsanlage komplett verschrottet wurde. Alte Computer bilden vielmehr einen Fundus für Ersatzteile, d. h. sie werden nach und nach bis auf das nackte Gehäuse ausgeschlachtet. Die Ersatzteile der bei uns ausgeschlachteten Serien 2000, 3000 und 4000 werden dann an Altanwender weitergegeben oder im eigenen Haus verwendet. Gelegentlich interessieren sich auch Second-hand-Händler für Computer älteren Datums."

Bei Burroughs werden Computer nicht verschrottet, sondern lediglich Systeme der mittleren Datentechnik (MDT) und zwar zu einem Anteil von 10 Prozent. "Burroughs Systeme E2000 und E 4000 werden an Secondhand-Händler in Frankreich, England und Deutschland verkauft, oder verschwinden in unterentwickelte Länder (Ostblock)."

Der Marktführer IBM ist etwas zugeknöpft: "Die Verschrottung ist abhängig vom Rücklauf der Produkte und der Möglichkeit ihrer Wiederverwendung. Aus den gleichen Gründen ist auch die Schrottmenge variabel." Weitere Informationen waren nicht zu erhalten.

Honeywell Bull verschrottet seine alten Computer, wenn sie abgeschrieben sind. Sie werden deshalb nicht verschenkt, um Wartungs- und Ersatzteilproblemen und den damit verbundenen Lagerkosten auszuweichen.

Verschrottet werden bei Honeywell pro Monat 15 Tonnen und zwar Gerate der Serie 50, 100, 200, 400, Peripherie, Keyplex und Keytape. "Dabei bekommen wir für den Computerschrott kein Geld, sondern sind froh, wenn er abgeholt wird", verlautet von Honeywell Bull.