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19.03.1999 - 

Going Public in drei Jahren

Going Public in drei Jahren Softwareschmiede Condat nun auch Handy-Ausrüster

BERLIN (CW) - Im boomenden Mobilfunkmarkt will die Condat GmbH künftig ein gewichtiges Wörtchen mitreden. Das Berliner Software- und Beratungshaus, das in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag feiert, konnte für seine im Mobilfunk zum Einsatz kommenden Protokollstacks Texas Instruments als Kunden und zugleich als weltweiten Vertriebspartner gewinnen. Um international schneller expandieren zu können, steht nun die Umwandlung in eine AG an.

Condat-Chef und Mitbegründer Pedro Schäffer hatte bei der Präsentation der Bilanz für 1998 allen Grund zum Strahlen. Mit 20 Millionen Mark Umsatz übertraf man die Vorjahreseinnahmen von 14 Millionen Mark um 42,3 Prozent, der Gewinn vor Steuern belief sich auf 1,4 Millionen Mark, und die Belegschaft ist auf 130 Mitarbeiter angewachsen. Zudem angelten sich die Berliner mit dem US-Elektronikkonzern Texas Instruments einen lukrativen Partner, der mit den von Condat entwickelten Protokollstacks nicht nur seine Chips für Mobiltelefone bestückt, sondern die Software, die die Kommunikation zwischen den Mobiltelefonen verschiedener Hersteller und den Netzbetreibern gewährleistet, auch weltweit vertreibt.

20 Jahre nach ihrer Gründung macht sich die Condat damit auf, sich neben dem klassischen IT-Geschäft, sprich: Beratung und Realisierung individueller Softwareprojekte, auch zum Mobilfunk- Player zu mausern. Schon jetzt steuern die TK-Aktivitäten der Berliner, die aus den Bereichen Mobilfunk, Telematik (Internet- /Intranet-/Extranet- und E-Commerce-Lösungen) sowie Testsystemen (zum Prüfen der Ausdauer von Sendestationen) bestehen, laut Schäffer 40 Prozent zum Umsatz bei. In absehbarer Zeit soll es genau die Hälfte sein, was angesichts des boomenden Mobilfunkmarkts nicht ausgeschlossen scheint. Im Jahr 2000, so schätzen Marktauguren, sollen weltweit bereits rund 200 Millionen Menschen Besitzer eines digitalen Handys sein. Weiterer Pluspunkt für die Condat: Weltweit produzieren nur noch vier andere Unternehmen (Siemens, Nokia, Motorola sowie Ericsson) vergleichbare Protokollstacks.

So steckt man sich für das laufende Jahr auch hohe Ziele: Der Umsatz soll sich 1999 auf rund 37 Millionen fast verdoppeln, der Gewinn vor Steuern entsprechend mitwachsen. Bei der Zahl der Mitarbeiter ist ein Anstieg auf 180 geplant. Angesichts der nunmehr zunehmenden Ausrichtung über die Landesgrenzen hinaus plant die mittelständische Softwareschmiede im ersten Halbjahr auch die Umwandlung in eine AG. Begründet Schäffer: "Dies ist eine international bekannte Rechtsform im Gegensatz zur GmbH." Außerdem sei man als AG flexibler in puncto Kapitalbeschaffung. Und Kapital wird die Condat brauchen, will sie ihr Wachstumstempo beibehalten, ganz vorne im Mobilfunksegment mitmischen und entsprechende weitere Produktentwicklungen sicherstelllen. Auch um eine Ausdehnung ihrer Präsenz im Bundesgebiet - bislang ist das Unternehmen nur in Neuss und München vertreten - und den Aufbau einiger ausländischen Büros werden die Berliner wohl nicht herumkommen. Mit dem raschen Gang an die Börse als naheliegendste Möglichkeit der Geldbeschaffung hat der Condat-Chef indes nichts im Sinn. "Unser Finanzierungskonzept für unsere geplante Expansion steht", betont der gebürtige Argentinier. "Dazu ist kein Going Public notwendig." Dennoch soll in spätestens drei Jahren die Condat-Aktie den Neuen Markt in Frankfurt am Main bereichern.