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25.07.1975

Goldene Worte nur Makulatur?

Was ist eigentlich aus folgenden Vorschlägen geworden?

1. Die Automation der Datenverarbeitung in der öffentlichen Verwaltung sollte mit der Entwicklung geeigneter Mittel zur Erhaltung und Förderung des politischen Gleichgewichts innerhalb der Verwaltung und zum Schutz der Privatsphäre des Einzelnen einhergehen.

2. Die Publikation relevanter Informationen muß eine öffentliche Diskussion über die möglichen Folgen wichtiger Pläne zur Datenverarbeitungsautomation anregen.

3. Koordinierte Register geplanter und betriebsfähiger computergestützter großer Datenbasen sind auf den verschiedenen Ebenen der öffentlichen Verwaltung aufzubauen.

Information und Operation trennen

4. Eine stärkere Zentralisierung der Informationsfunktionen sollte angestrebt werden, hingegen müßten operative Funktionen möglichst dezentral gehalten werden. Dies könnte durch eine stärkere Trennung von Informationsfunktionen und operativen Funktionen auf der Grundlage eines Netzes von computergestützten Datenbanken erreicht werden.

5. Anreize für neue Formen der Arbeitsteilung können durch die Einführung kostenorientierter Datenpreise für externe und interne Datendienstleistungen in der öffentlichen Verwaltung geschaffen werden.

6. Koordinierungsstellen in den verschiedenen Sektoren der öffentlichen Verwaltung sollten Entwurf und Einführung neuer Systeme koordinieren.

Gesamtpläne machen und Beschaffung zentralisieren

7. Es sind Gesamtpläne und Richtlinien für die Datenverarbeitungsautomation zu entwickeln, die zur Orientierung beim Entwurf neuer Systeme dienen können.

8. Die Computerbeschaffung in der öffentlichen Verwaltung muß so weit wie möglich zentralisiert werden.

9. Die Förderungsmittel für Forschungen über strategische Parameter der Datenverarbeitungspolitik in der öffentlichen Verwaltung sollten erhöht werden.

10. Interdisziplinäre Institutionen sollten gegründet oder zur Ausführung dieser Forschung ermutigt werden und Lehrgänge über technische und politische Probleme der Datenverarbeitung organisiert werden.

11. Es sind Prognosen technischer Entwicklungen nötig, die einen Einfluß auf die Automation der Datenverarbeitung und Ihrer Organisation haben könnten.

So zu lesen als Schlußfolgerungen in der OECD-Informatik Studie Nr. 1. Die Forderungen konnten von heute sein.

Das Dumme daran: bei der DV geht's nicht so schnell, wenn sie in die öffentliche Hand genommen wird. Diese Vorschläge wurden 1970 erarbeitet.

Erinnert haben sich ihrer neben einigen hartnäckigen Parlamentariern offensichtlich Mitarbeiter des Bundesrechnungshofes die im Januar das "Gutachten zur Organisation und Koordinierung der automatisierten Datenverarbeitung in der Bundesverwaltung" erstellten. - Darin wird bemängelt, daß immer noch fehlt (beispielsweise Koordinierungsstellen, DV-Gesamtpläne und ähnliches) was in der OECD-Studie schon längst gefordert war.

(OECD-Informatik-Studie Nr. 1 "Datenbanken in der öffentlichen Verwaltung" von Uwe Thomas, herausgegeben von der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung mbH, Bonn, Asgard-Verlag, Bonn 7,50 Mark)