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25.04.2006 - 

Kolumne

Good bye Scott!

Wir Journalisten bedauern den Rücktritt des langjährigen Sun-CEOs Scott McNealy sehr. 22 Jahre lang versorgte er die Fachpresse mit coolen Sprüchen und Sottisen über Microsoft. Obwohl die Journaille seine Auftritte und polarisierenden Aussagen liebte, stieß McNealy bei Finanz-Analysten und Investoren in den letzten Jahren zunehmend auf Skepis. Sie warfen ihm vor, zu sehr am traditionellen Server-Geschäft festzuhalten und einer tief greifenden Restrukturierung von Sun im Wege zu stehen. In der Tat hat das Unternehmen unter dem Platzen der Dotcom-Blase stark gelitten und sich davon bisher nicht wieder erholt. Die Umsätze gingen in den vergangenen Jahren nach unten, viele Quartale schrieb das Unternehmen rote Zahlen - ohne Aussicht auf nachhaltige Besserung. Das Unternehmen weist mehrere Schwächen auf:

- Die Abhängigkeit vom Hardwaregeschäft ist sehr groß;

- die Entwicklungskosten für die Sparc-Prozessoren und die Weiterentwicklung des Betriebssystems Solaris sind zu hoch;

- aus den viel versprechenden Software-Initiativen - allen voran Java - konnte Sun bisher kein Kapital schlagen.

- Dem Unternehmen fehlt eine starke Dienstleistungssparte.

McNealy muss sich in der Tat den Vorwurf gefallen lassen, diese Schwächen nicht überwunden zu haben. Er hat zu spät erkannt, dass Hardware - auch höherwertige Unix-Server - zur Commodity wird und nicht mehr die Gewinnspannen abwirft, wie zu Suns Glanzzeiten. Daraus resultieren Suns Probleme.

Die Forderung der Investoren, Mitarbeiter in größerem Stil als bisher abzubauen, wäre nur ein Rumdoktern an den Symptomen. Das Unternehmen leidet schlicht und einfach daran, dass es immer weniger Kunden für seine großen Sparc-Rechner gewinnen kann. Das muss kompensiert werden. Ob da die Einkäufe der vergangenen Jahre ausreichen, darf bezweifelt werden. Auch die Übernahme des Speichersystem-Anbieters Storagetek kann die Delle im Rechnergeschäft nicht annähernd ausgleichen. Der erfolgreiche Absatz von x86 basierenden Servern - ein Markt in den Sun erst sehr spät eingestiegen ist - kann die Umsatzlücke ebenfalls nicht schließen.

McNealys Nachfolger Jonathan Schwartz steht deshalb vor einer schweren Aufgabe. Er muss nicht nur das bestehende Geschäft sanieren, er muss schnell neue Möglichkeiten für Sun entdecken. Eine davon könnte Dienstleistung sein, die Frage ist nur, ob Sun da nicht wirklich zu spät dran ist.

Diese Kolumne finden Sie auch im Blog der computerwoche unter blog.computerwoche.de. Dort können Sie Ihre Meinung abgeben und sofort veröffentlichen. Wir freuen uns auf Ihre Kommentar.