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28.08.2008

Google ist attraktivster Arbeitgeber

Deutschlands Informatikstudenten möchten am liebsten beim führenden Suchmaschinenbetreiber arbeiten. Vor zwei Jahren gehörte das Unternehmen noch nicht einmal zu den besten 100.

Google hat es innerhalb weniger Jahre geschafft, sich in der IT-Community einen einmaligen Ruf aufzubauen. Das Unternehmen kann sich vor Bewerbungen kaum retten, zwei Millionen sollen es pro Jahr weltweit sein, wie Sprecher Stefan Keuchel versichert. Damit liegt das Unternehmen in der aktuellen Trendence-Studie, in der die für Informatikstudenten attraktivsten Arbeitgeber ermittelt wurden, klar auf Platz eins (siehe Tabelle "Top-Arbeitgeber 2007-2008").

Google schafft den Spagat

Google gilt als innovativ. Die Mitarbeiter dürfen - zumindest auf dem Papier - etwa ein Fünftel ihrer Arbeitszeit als Kreativzeit für die Entwicklung von Ideen und Produkten verwenden. Manchmal klappt das ganz gut, wie zu erfahren ist, manchmal müssen aber auch bei Google viele Überstunden geschoben werden, um Projekte fertig zu stellen. Legendär sind die Services und Zusatzleistungen, die die Beschäftigten ans Unternehmen binden sollen. Das Essen ist kostenlos, ebenso die Möglichkeit, Sport zu treiben, oder auch gewisse Dienstleistungen. Auf dem Gelände in der Zentrale im kalifornischen Mountain View gibt es Gerätereparaturdienste, Friseure, Ärzte und Masseure. "Die Arbeitgebermarke Google schafft einen sehr schwierigen Spagat. Sie ist nicht nur unglaublich präsent und erfolgreich, sondern darüber hinaus auch nach wie vor bei Absolventen führend bezüglich der wichtigen Imagetreiber Kollegialität, Lifestyle und Work-Life-Balance. Kein anderes Unternehmen schafft es, den Absolventen ein derart positives Bild von Arbeitsklima und Unternehmenskultur zu bieten", erklärt Oliver Viel, Berater bei Trendence, den Erfolg des amerikanischen Suchmaschinenbetreibers im Ranking.

Platz zwei belegt SAP, das im letzten Jahr noch Sieger war. Das Manko eines wenig sexy Produkts - betriebswirtschaftliche Standardsoftware - gleichen die Walldorfer durch eine seit Jahren konsequent geführte Personalpolitik aus. Zum Recruiting setzt Personalvorstand Claus Heinrich unter anderem auf intensive Hochschulkontakte und starke Online-Präsenz. Die Mitarbeiterbindung stärken die Walldorfer durch ein breites Angebot vom Kindergarten bis zur Telearbeit. Nicht umsonst schneiden sie seit Jahren im Wettbewerb "Best Place to work" des gleichnamigen Instituts überdurchschnittlich gut ab. Hier werden nämlich die Mitarbeiter befragt, wie sie ihren Arbeitgeber einschätzen. Berater Viel meint, dass SAP "für angehende Informatiker der absolute Traumarbeitgeber ist". Der große wirtschaftliche Erfolg mache das Unternehmen attraktiv. "Die Walldorfer schaffen es auch sehr erfolgreich, dem zum Konzern gewachsenen Unternehmen immer noch die für Berufseinsteiger wichtige menschliche Note zu verleihen", so der Trendence-Experte weiter.

Wie im Vorjahr belegt der Welt größtes IT-Unternehmen, IBM, Platz drei, zwei Jahre davor war das Unternehmen sogar Sieger. Durch seine Größe und weltweite Präsenz, aber auch die Vielfalt interessanter Aufgaben schneidet IBM schon seit vielen Jahren bei den Informatikstudenten gut ab. Stolz ist Personalgeschäftsführer Christoph Grandpierre auf eine neue Recruiting-Idee, die er auf der CeBIT zum ersten Mal ausprobierte. Er lud 30 Studenten nach Hannover ein, die sich zuvor bewerben und qualifizieren mussten. Für sie gab es ein Programm mit Führungen und Vorträgen inklusive eines Abendessens mit der deutschen IBM-Geschäftsführung. Danach wurden immerhin 20 Kandidaten eingestellt, versichert Grandpierre.

Absolventenbarometer

  • Deutschlandweite Online-Befragung unter examensnahen Studierenden zu ihren Erwartungen und Vorstellungen bezüglich des Berufseinstiegs, ihrem Kommunikationsverhalten und zu ihrer Einschätzung der Attraktivität von Arbeitgebern;

  • mit rund 18 000 Befragten ist "Das Deutsche Absolventenbarometer" die bei weitem größte Studie ihrer Art;

  • Durchführung in Kooperation mit mehr als 100 Hochschulen;

  • vier Kategorien: Wirtschaftswissenschaft, Ingenieure, Informatik, Jura;

  • Feldphase: Anfang März bis Ende Juni;

  • Studienteilnehmer: examensnahe Studierende der Informatik;

  • Befragungsort: Deutschland, 108 Hochschulen;

  • Befragung: Online-Fragebogen, Einladung per Brief oder E-Mail mit individuellem Passwort;

  • Anzahl teilnehmender Hochschulen: 63;

  • Anzahl der Antworten: 6310 Informatiker.

Genau wie Absolventen anderer Studienrichtungen zieht es Informatiker in Deutschland stark zu Automobilherstellern, stellt Trendence in seiner Studie fest. BMW, Porsche und Audi belegen vordere Plätze. "Im Ausland schmunzelt man über die deutsche Automobilaffinität, die selbst vor Programmierern nicht Halt macht", weiß Viel.

Er hat in einer gesonderten Auswertung die Auf- und Absteiger dieses Jahres ermittelt. Zu den Aufsteigern gehört Volkswagen, das sich von Rang 39 auf Platz 28 verbesserte. Ebenfalls positiv aufgefallen sind große Anwenderunternehmen wie Bayer, Allianz, Otto und Ford, die um einige Plätze nach oben kletterten. Absteiger sind die Telekommunikationsfirmen - allen voran Nokia, von Rang 33 auf 49. Die Finnen haben wohl mit der Schließung ihres Werks in Bochum einen kräftigen Imageschaden erlitten, denn auch in den Ranglisten der Betriebswirte und Ingenieure ist die Kultfirma dramatisch abgestürzt. Weitere Verlierer sind Motorola (von 60 auf 97), O2 (von 51 auf 63), Arcor (von 77 auf 90), aber auch die Beratungshäuser Bearingpoint (von 60 auf 80) und Roland Berger, ebenfalls von Platz 60 auf 80.

High Potentials werden Berater

Trendence hat noch eine zusätzliche Auswertung erstellt - und zwar die Top-Arbeitgeber aus Sicht der High Potentials. So bezeichnen die Berliner Marktforscher Absolventen, die zu den besten 25 Prozent ihres Jahrgangs zählen, über Inlandspraktika und Auslandserfahrung verfügen sowie außeruniversitäres Engagement mitbringen. In der Bewertung dieser Gruppe sind die beiden renommierten Beratungshäuser Accenture und McKinsey weit nach vorne geklettert, nämlich auf die Plätze drei (von 20) und acht (von 29). "Accenture und McKinsey bieten vielfältige Einblicke und Praxiserfahrung für ITler. Absolventen, die sich mit einer Beratung anfreunden können, schätzen einen solchen Berufseinstieg als gute Grundlage für eine erfolgreiche Karriere", erläutert Oliver Viel.