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25.10.2005 - 

Kolumne

Google ist kein Wunderunternehmen

Der Search-Anbieter Google hat seinen Quartalsgewinn versiebenfacht und den Umsatz verdoppelt. Das ist in heutiger Zeit, in der die meisten Unternehmen schon eine zweistellige Wachstumsrate für utopisch halten, eine enorme Leistung. Doch es macht Google nicht zu einem Wunderunternehmen. Die Ursachen für das enorme Plus sind nachvollziehbar und, wenn man einmal auf das Wirkprinzip gekommen ist, sogar recht banal. Durch die enorme Reichweite seiner Suchmaschine vereinigt Google mit 400 Millionen Besuchern monatlich weltweit den meisten Traffic auf seiner Website. Unter den Suchmaschinen-Anbietern hat es einen Marktanteil von 36,5 Prozent, fünf mehr als Yahoo und über 20 Prozent mehr als Microsoft mit MSN. Damit ist es für Google nicht schwer, die meisten Werbeeinblendungen auf seinen Ergebnisseiten zu platzieren. Zudem hat das Unternehmen als Pionier der kontextsensitiven Werbung in diesem Bereich einen Vorsprung. Neben der reinen Masse ist dieser Vorsprung Googles zweiter Vorteil. Die Company investiert viel, um dieses Plus nicht zu verlieren und es sogar auszubauen. Aus gutem Grund: Der überwältigende Anteil von Googles Umsätzen stammt aus Werbeeinnahmen.

Die Schlagzeilen füllt das Unternehmen in den vergangenen Monaten dagegen nicht mit dem Kerngeschäft Search und Werbung, sondern mit Google Earth, Google Talk, Google Print oder der Ankündigung, ganz St. Francisco mit Wireless-Access-Points überziehen zu wollen. Das gibt der Company ein nützliches innovatives Image und lässt sie wie den größten Microsoft-Herausforderer seit der IBM aussehen. Doch die Position des Anbieters hat einige Schwächen: Die Umsätze stammen praktisch nur aus Werbung. Google ist absolut von Search abhängig. Kommt eine bessere Technologie, suchen die Surfer sehr schnell über die Konkurrenz. Genau dieses Verhalten begünstigte auch Googles Aufstieg. Die Ausgaben für seine Innovationen kann das Unternehmen bisher nicht durch neue Umsatzquellen wieder hereinholen.

Über eine Strategie, die dieses Defizit ausgleichen könnte, sagt Google nichts. So ist und bleibt Google, was andere schon waren und woran sie letztlich gescheitert sind - ein Unternehmen mit nur einem Produkt, oder, wie es die Amerikaner treffend nennen, ein one-trick-pony.

Diese Kolumne finden Sie auch im Blog der Computerwoche unter blog.computerwoche.de. Dort können Sie Ihre Meinung abgeben und sofort veröffentlichen. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.