Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

15.03.2006

Google kauft Writely.com

Mit der Übernahme der Online-Textverarbeitung fordert Google Microsoft im Office-Geschäft heraus.

Google hat mit Upstartle LLC den Anbieter des Web-basierenden Textverarbeitungsservice Writely.com übernommen, dessen Dienst seit rund einem halben Jahr im Web zu Betatest-Bedingungen verfügbar ist. Marktbeobachter werten den Schritt als Beleg für die seit langem kursierende These, dass Google Microsoft über ein Online-Office-Angebot angreifen will. Zunächst war allgemein angenommen worden, der Online-Riese werde zu diesem Zweck auf Open Office zurückgreifen.

Korb für Open Office

Eine Partnerschaft mit Sun Microsystems vom vergangenen Herbst hatte diese Spekulationen verstärkt. Spätestens mit dem Kauf der Writely-Site hat sich nun der Kurs geändert. Google hatte auch in seinem kürzlich angekündigten "Google Pack", einem Download-Angebot inklusive Anwendungen wie Ad-aware, Real Player und Firefox, das Open-Office-Paket ausgespart.

Writely.com wird vom Anbieter als "The Web Word Processor" bezeichnet, der Anwendern ermöglicht, Dokumente in einem HTML-Interface zu erstellen und zu editieren. Unter anderem werden Word-, RTF-und PDF-Dokumente sowie das Open-Document-Format unterstützt. Die Dateien lassen sich auf dem eigenen Rechner oder im Web speichern.

Einige Funktionen machen den Dienst besonders interessant - zum Beispiel die Möglichkeit, mehrere Personen gleichzeitig an Dokumenten arbeiten zu lassen, ohne dass es zu Kollisionen und Datenverlusten kommt. Außerdem können Texte besonders bequem verteilt oder im Blog veröffentlicht werden. Writely nutzt das Ajax-Programmiermodell (Asynchronous Javascript and XML), das von den meisten aktuellen Browsern unterstützt wird.

Diskutiert werden dürfte nun, ob Web-basierende Office-Dienste tatsächlich am Microsoft-Monopol nagen können. Writely-Mitgründer Sam Schillace hatte in einem Blog-Interview im Oktober 2005 gesagt, der Dienst verstehe sich als komplementäres Angebot zu Word: "Web-Textverarbeitung wird sich zu einer separaten Kategorie entwickeln."

Microsoft verfügt bislang über kein vergleichbares Angebot, könnte aber unter dem Label der "Live"-Produkte mit etwas Ähnlichem herauskommen. Bislang ist Office Live aber nur ein Web-Hosting- und E-Mail-Service, von Office-Anwendungen ist noch nichts zu sehen. Doch auch Google ist von einer kompletten Web-fähigen Office-Suite noch weit entfernt. Produkte, die mit Microsofts Excel, Powerpoint oder Access mithalten können, gibt es bislang keine. Deshalb dürften nun Websites wie Jotspot, NumSum oder iRows besonders beobachtet werden. Sie stellen jeweils kleine Ajax-Anwendungen bereit, mit denen sich Gruppenarbeit online organisieren beziehungsweise Spreadsheets via Browser anfertigen lassen.

Writely wird derzeit von einigen tausend Betatestern geprüft. Mit der Übernahme hat Google die Zulassung weiterer Betatester unterbrochen, bis das Software-Backend auf die Google-Systeme übertragen ist. Das Unternehmen hatte vor der Übernahme angekündigt, für bestimmte "Premium-Services" wie das Erstellen von PDF-Dokumenten Gebühren zu nehmen. Ob es dabei bleibt, ist allerdings fraglich geworden. (hv)