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27.02.2007 - 

Kolumne

Google lässt sich bezahlen

Die Ankündigung der Google Apps Premier Edition dürfte auf dem Microsoft-Campus in Redmond ein mittleres Erdbeben ausgelöst haben. Google lässt sich ab sofort für seine gehosteten Office-Applikationen (Text, Tabellen, Mail, Kalender) bezahlen. Künftig muss der Anbieter - anders als bei den meisten seiner kostenlosen Produkte - das Funktionieren seiner Angebote auch gewährleisten. Damit ist Microsoft eines seiner gewichtigsten Argumente gegen den Erzrivalen abhanden gekommen.

Außerdem sehen viele Anwender die Bepreisung der Applikationen als Zeichen für Professionalisierung und Funktionssicherheit. Wenn Geld fließt, etabliert sich automatisch eine Geschäftsbeziehung mit festen Verpflichtungen für den Lieferanten. Das Fehlen verbindlicher Vertragsgrundlagen hat viele Unternehmen, die insgeheim mit Google liebäugelten, bisher davon abgehalten, Microsoft den Rücken zu kehren.

Natürlich haben die Google Apps einen viel geringeren Funktionsumfang als Microsoft Office. Allerdings ist das ein Manko, das bei vielen Entscheidern nicht so stark ins Gewicht fällt. Sie wissen, dass von Excel und Co. normalerweise nur 20 Prozent der gebotenen Funktionen genutzt werden. Die meisten Anwender arbeiten in der Regel mit den Grundfunktionen. Außerdem lassen sich Google Mail und -Tabellen über APIs erweitern.

Auch das Argument, Anwender würden ihre Daten in fremde Hände geben, ist nicht mehr wirklich stichhaltig. Zum einen, weil Google die Daten wahrscheinlich besser schützt und verwaltet, als das ein Anwenderunternehmen mit seinen unstrukturierten Daten machen würde. Andererseits scheint die Angst vor Datenverlust oder -missbrauch etwas irrational zu sein. Schließlich lagern sehr viele Anwender unternehmenskritische SAP-Daten inzwischen genauso bedenkenlos aus wie ganze Geschäftsprozesse.

Aber für schlanke, zentral gemanagte Office-Applikationen spricht vor allem der geringere Aufwand, den Anwenderunternehmen damit hätten. Es gibt darüber zwar keine Daten, aber grob geschätzt nutzen in einem normalen Unternehmen 60 bis 80 Prozent der Anwender hauptsächlich E-Mail, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und ihren Internet-Browser. Stellen Sie sich vor, alle diese Dinge müssten nicht mehr inhouse gepflegt und unterstützt werden. Für die IT-Abteilungen, aber auch für die Industrie als Ganzes hat dieser Gedanke durchaus revolutionäres Potenzial - vor allem, wenn man sich vorstellt, was man dank Ajax heute schon mit einem Browser anstellen kann.