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28.05.2004 - 

Suchmaschinenbetreiber plant Recherche-Tool für Desktops

Google legt sich mit Microsoft an

MÜNCHEN (CW) - Das Suchmaschinengeschäft wird rauer. Nachdem Microsoft angekündigt hat, Tools für die Internet-Suche in seiner nächsten Betriebssystem-Version "Longhorn" zu integrieren, schlägt Google nun zurück. Mit einem kostenlosen Werkzeug zur Desktop-Suche will der Suchmaschinenprimus Microsoft auf dessen angestammtem Terrain Konkurrenz machen.

Google arbeitet offenbar an einem Tool, mit dessen Hilfe Anwender die Festplatte des heimischen Rechners nach Dateien und Texten schnell durchsuchen können. Damit würde der Spezialist für die Internet-Suche seine Angebotspalette erweitern. Laut einem Bericht der "New York Times" soll das Suchwerkzeug, das derzeit unter dem Codenamen "Puffin" entwickelt wird, in Kürze als Freeware zum Download angeboten werden. Der Anbieter verspricht damit eine schnellere und effizientere Suche im heimischen PC. Insidern zufolge wird Puffin bereits seit rund einem Jahr Google-intern verwendet. Vertreter des Unternehmens wollten die Berichte bislang nicht kommentieren.

Branchenbeobachter werten Googles Anstrengungen, seinen Einflussbereich zu erweitern, als Versuch, im Vorfeld des geplanten Börsengangs die eigene Marke über die reine Internet-Suche hinaus zu stärken. Dazu zählt beispielsweise auch die Ankündigung, mit "G-Mail" einen eigenen E-Mail-Service auf die Beine zu stellen (siehe auch www.computerwoche.de/indexcfm?pageid=267&type=ArtikelDetail&id=80115993).

Der neue Suchservice zielt in erster Linie gegen Microsoft. Der weltgrößte Softwareanbieter hatte in den vergangenen Monaten immer wieder betont, sein Engagement im Suchmaschinenbereich auszubauen. So wollen die Microsoft-Verantwortlichen beispielsweise die Suche nach Desktop-Inhalten in ihrer nächsten Betriebssystem-Version Longhorn deutlich verbessern, die in einer ersten Ausführung für das Jahr 2007 erwartet wird. Ferner planen die Redmonder, ein eigenes Tool für die Suche im Internet zu entwickeln. Erste Ergebnisse dieser Arbeiten sollen noch im laufenden Jahr in die Suchmaschine des Microsoft-eigenen Internet-Service MSN einfließen. Die endgültige Version könnte künftig in das Windows-Betriebssystem integriert werden.

Damit droht Google das gleiche Schicksal wie Netscape. Der Anbieter der Browser "Navigator" und "Communicator" verlor an Bedeutung, nachdem Microsoft mit dem "Internet Explorer" einen eigenen Browser in sein Windows-Betriebssystem eingebaut hatte. Ob es Microsoft jedoch gelingt, mit der gleichen Strategie Google aus dem Markt zu drängen, bleibt abzuwarten. Kartellbehörden wie die Europäische Kommission haben bereits angekündigt, Microsofts Produktstrategie in Sachen Longhorn genau unter die Lupe zu nehmen.

Darauf allein wollen die Google-Verantwortlichen offenbar nicht vertrauen und wählen den Angriff als die bessere Verteidigung. Allerdings bleiben sie mit ihren neuen Angeboten die Antwort auf die Frage schuldig, wie sich damit Geld verdienen lässt. Experten gehen davon aus, dass die Nutzer Werbung, aus der rund 95 Prozent der Google-Einnahmen stammen, kaum in ihren Mail-Postkörben und während der PC-internen Suche akzeptieren werden. (ba)