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22.11.2005

Google lockt Nutzer mit neuen Diensten

Mit "Google Base" und "Google Analytics" will der Suchmaschinenbetreiber mehr Besucher auf seine Seiten ziehen und seinen Werbekunden unter die Arme greifen.

Mitte November hat der Suchmaschinenprimus seinen Dienst Google Base live geschaltet. Online-Nutzer können damit kostenlos Informationen jeder Art im Web hinterlegen. Dieser Service sei ein weiterer Schritt hin zu dem Ziel, eine Online-Datenbank mit leicht auffindbar, strukturierten Informationen aufzubauen, beschrieb Bindu Reddy, Produkt-Manager von Google, das Projekt. "Wir wollen unsere Möglichkeiten ausweiten, Inhalte einzusammeln, um unseren Nutzern mehr Informationen zugänglich zu machen."

Google und die Sicherheit

Google hat eine Sicherheitslücke in seinem erst Mitte November live geschalteten Service "Base" geschlossen. Hacker hätten den Fehler dazu nutzen können, Cookies oder Informationen von den Nutzern des Dienstes zu stehlen. Außerdem wären sie in der Lage gewesen, Inhalte zu Betrugszwecken in die Online-Datenbank einzuschleusen. Der Bug in Googles Base-Service sei leicht zu finden gewesen, moniert der britische Sicherheitsexperte Jim Ley. Ursache war wohl ein Programmierfehler. Offenbar hätten die Google-Entwickler es versäumt, das neue Tool ausreichend auf Sicherheit zu testen. Experten haben Google in der Vergangenheit oft wegen seiner Sicherheitspolitik kritisiert. Demnach gebe es kaum Informationen darüber, wie Google sich um die Sicherheit seiner Produkte kümmert. Auch Ley kritisierte das Verhalten der Suchmaschinenbetreiber in puncto Sicherheit. Die Google-Verantwortlichen hätten ihn keiner Antwort gewürdigt, nachdem er sie über den Bug informiert habe.

Hier lesen Sie …

• welche neuen Dienste Google seinen Nutzern bietet;

• wie Google damit den Druck auf andere Anbieter erhöht;

• warum sich die kostenlosen Services für den Suchmaschinenanbieter rechnen.

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/go/

568798: Ansturm auf Google Analytics;

568712: Googles Base-Dienst startet;

568654: Microsoft reagiert auf die Google-Initiativen.

Das Spektrum dieser Inhalte reicht von selbst verfassten Gedichten und Kochrezepten über Nachrichten und Veranstaltungsankündigungen bis hin zu Autoanzeigen und Jobangeboten. Nutzer, die Content in die Base-Datenbank einstellen möchten, müssen diesen klassifizieren und beschreiben. Die Google-Verantwortlichen behalten sich vor, die so erstellten Indexe auch in ihrer herkömmlichen Suchmaschine zu verwenden. So könnten Kleinanzeigen in Base auch über Googles-E-Commerce-Suchdienst "Froogle" gefunden werden.

Von Base profitieren beide Seiten. Nutzer, die keine eigene Website unterhalten, können Inhalte im Web publizieren, die zudem über die Suchmaschine prominent präsentiert werden. Google wiederum weitet damit sein Angebotsspektrum aus. Nutzer indexieren selbst Informationen, die von den Google-eigenen Such-Bots sonst kaum erfasst wurden.

Experten hatten im Vorfeld der Base-Veröffentlichung spekuliert, Google sage mit seinem Dienst Anbietern wie dem Online-Auktionshaus Ebay und dem Web-Kleinanzeigendienst Craigslist den Kampf an. Während die Google-Verantwortlichen diese Absicht vehement von sich weisen und darauf pochen, lediglich zusätzliche Informationen anbieten zu wollen, haben die Nutzer Base offenbar schon als kostenlose Anzeigenplattform für sich entdeckt. Innerhalb weniger Tage werden unter Base schon Hunderttausende von Gebrauchtwagen angeboten.

Vorrangiges Ziel der Google-Verantwortlichen ist es, mehr Nutzer auf die eigenen Seiten zu locken und über die wachsenden Anwenderzahlen zusätzliche Werbeeinnahmen zu generieren. Daher werden Zusatzdienste wie in der Regel Base kostenlos angeboten.

Kostenlos ist auch das Werkzeug Google Analytics. Unternehmen können damit prüfen,ib ihre Web-Seiten so gestaltet sind, dass Besucher darauf verweilen. Zudem lässt sich ermitteln, wie Online-Kampagnen beim Publikum verfangen. Zusätzliche Report-Funktionen erlauben, die erfassten Daten auszuwerten und grafisch über ein Dashboard darzustellen.

Das Tool ist frei verfügbar und unterstützt Websites mit einem Traffic von bis zu fünf Millionen Seitenaufrufen pro Monat. Für Google-Kunden, die über den Adwords-Service des Suchmaschinenbetreibers Online-Werbung schalten, gilt diese Limitierung nicht. Googles neuer Service basiert auf den Produkten des im März dieses Jahres gekauften Anbieters Urchin. Bislang verlangten die Google-Verantwortlichen 199 Dollar pro Monat für die Nutzung.

Das Werkzeug sei nicht nur interessant für Werbetreibende, sondern auch generell für all diejenigen, die Inhalte im Netz publizieren, glaubt Richard Holden, Director für den Bereich Produkt-Management bei Google. Das sei auch der Grund dafür gewesen, das Analyse-Tool kostenlos zur Verfügung zu stellen. Holden zufolge brauche der Service den Vergleich mit jedem derzeit auf dem Markt verfügbaren Analyseangebot nicht zu scheuen. Eric Peterson, Analyst von Jupiter Research, geht davon aus, dass die jüngste Google-Initiative den Druck auf die Anbieter von Analysewerkzeugen erhöhen wird.

Diese reagierten zunächst gelassen auf den Google-Vorstoß. Die meisten Unternehmen benötigten mehr als ein paar Tabellen und Reports, kommentiert beispielsweise Greg Drew, CEO von Webtrends. Um Online-Werbekampagnen zum Erfolg zu führen, sei parallel viel Beratung erforderlich.

Messbare Effizienz

Erste Nutzer von Google Analytics lobten das neue Tool. Früher habe man blind Geld ausgegeben, um Schlüsselbegriffe zu buchen. Damit sollten möglichst viele Nutzer auf die eignen Seiten gelotst werden, berichtet beispielsweise Dan Brodie, Manager des US-amerikanischen Online-Händlers Built Direct. Die Effizienz dieser Maßnahmen habe man jedoch nicht ermitteln können. Das sei mit dem neuen Werkzeug nun anders.