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10.05.2005

Google möchte das Web beschleunigen

Der Suchmaschinen-Primus nutzt seine Plattform für immer neue Services - nun auch für Cache-Dienste.

Mit dem "Web Accelerator" hat Google eine Desktop-Software herausgebracht, die das Laden von Web-Seiten beschleunigen soll, indem sie Browser-Anfragen auf die Server von Google umleitet. Anstatt Inhalte von den Ursprungs-Servern abzuholen, versorgt das Tool die Besucher einer Site mit zwischengelagerten Seiten von Google-Rechnern. Das Unternehmen vertraut also darauf, dass es Seiten schneller ausliefern kann als die meisten Websites.

Software ist kostenlos

Im Moment lässt sich noch nicht absehen, welches Geschäftsmodell Google mit seinem Caching-Service verfolgen möchte. Die Software selbst kann kostenlos von der Website des Unternehmens heruntergeladen werden. Da sie ihre Arbeit im Hintergrund verrichtet, entfällt die Möglichkeit, kontextabhängige Anzeigen einzublenden. Beobachter gehen davon aus, dass Google an Zugriffsstatistiken interessiert ist. Der Accelerator liefert wertvolle Informationen, weil er den Zugriff auf alle Seiten registriert und nicht bloß auf solche, die mit der Suchmaschine von Google gefunden wurden. Damit ergänzt er die "Google Toolbar", die bei aktiver Anzeige des Relevanzfaktors "Pagerank" ähnliche Daten an das Unternehmen übermittelt. Derartige Nutzungsstatistiken könnten Google in Zukunft helfen, das Ranking von Suchergebnissen zu verbessern. Zusammen mit der Toolbar, der "Deskbar" und "Desktop Search" verstärkt Google mit dem Accelerator seine Präsenz auf dem Windows-PC. Diese Tools sollen den Desktop enger an die Web-Dienste von Google binden.

Obwohl sich das Tool noch im Betatest befindet, erfreute es sich schon nach wenigen Tagen einer großen Nachfrage. Google sah sich daher bald gezwungen, den Download für den Accelerator zu beenden.

Download ausgesetzt

Die Suchmaschinen-Company verlautbarte ohne nähere Angaben, dass die maximale Benutzerzahl erreicht sei. Dies führte im Web zu Spekulationen darüber, ob sich das Unternehmen mit einem solch leistungshungrigen Dienst überhoben habe.

Wie schon bei der Veröffentlichung der Desktop-Suchmaschine trifft Google mit dem Accelerator auf Sicherheitsbedenken. Das Unternehmen versucht diese schon in den betreffenden FAQ zu zerstreuen. Dort erfährt der potenzielle Anwender, dass verschlüsselt übertragene Dateien (via https) nicht von Google zwischengespeichert würden. Außerdem würden Cookie-Informationen, die zwischen dem Browser und der Ursprungs-Site der Inhalte ausgetauscht werden, nur vorübergehend auf den Google-Servern abgelegt. Allerdings gibt es bereits erste Berichte, wonach der Accelerator passwortgeschützte Seiten ausgeliefert habe. Google hat diesen Fehler eingeräumt und arbeitet an seiner Korrektur.

Daneben beklagten sich Web-Entwickler, deren Anwendungen nicht mit dem Google-Tool zurechtkommen. Probleme bereitet dabei das so genannte Prefetching des Accelerator. Die Software lädt vorauseilend Seiten, auf die das aktuelle Dokument verweist, so dass die entsprechenden Inhalte schon auf dem PC verfügbar sind, bevor der Anwender auf einen der Hyperlinks klickt. (ws)