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03.03.2005

Google, Yahoo und MSN im Vergleich

Sigrid Wostbrock
Die Search Engines der führenden Anbieter Google, Yahoo und Microsoft (MSN) liefern brauchbare Ergebnisse. Sie unterscheiden sich jedoch in der Art, wie sie Werbung handhaben und mit Suchmaschinen-Spam umgehen.

Die Suchmaschinen sind ein unverzichtbares Werkzeug zum Finden von Informationen, Dienstleistungen und Produkten. Das Web-Barometer von Webhits zeigt anschaulich den Nutzungsgrad der wichtigsten Suchmaschinen innerhalb Deutschlands. Die ersten drei Plätze belegen Google, Yahoo und MSN Search.

Doch wie ist es um die Qualität der Suchergebnisse bei den drei Platzhirschen bestellt? Eine einfache Einteilung in "gut", "mittel" und "schlecht" lässt sich kaum vollziehen, da die Suchresultate von vielen Faktoren abhängen. Zum einen hat natürlich der Surfer entscheidenden Einfluss: Je präziser er seine Suchabfrage formuliert, desto gezielter kann ihm die Search Engine weiterhelfen. Weitere Kriterien sind die zugrunde liegende Technik sowie die Algorithmen der Suchdienste.

Länderspezifische Resultate

Eine fremd- oder gemischtsprachliche Suchabfrage produziert bei allen drei Suchmaschinen eine Mischung aus deutschen und fremdsprachlichen Web-Seiten. Wer nach "Software" sucht, muss sich nicht wundern, wenn die Ergebnisliste auf zirka 600 Millionen Web-Seiten verweist. Es dämmert selbst dem ungeübtesten Surfer, dass er die Abfrage präzisieren muss. Die Suchabfrage "Bürosoftware" grenzt das Ergebnis schon auf 252 000 Seiten ein. "E-Commerce Software" liefert natürlich vorwiegend englischsprachige Ergebnisse.

Alle drei Suchmaschinen erlauben es bereits auf der Startseite, die weltweite Suche auf deutschsprachige Web-Seiten zu begrenzen. Google und MSN sind auf weltweite Suche voreingestellt. Dies ist beim Marktführer deutlich sichtbar, beim Suchangebot von Microsoft hingegen nicht.

Yahoos deutsches Angebot "Yahoo Suche" macht es den hiesigen Nutzern besonders leicht: Die Suchabfrage ist bereits auf "Seiten auf Deutsch" voreingestellt. Google und MSN bieten zusätzlich noch an, die Suchergebnisse auf "Seiten aus Deutschland" zu reduzieren. Da es vorkommen kann, dass eine deutsche Domain englischsprachige Seiten vorhält, werden dabei auch diese angezeigt. Erst die Reduzierung auf "Seiten auf Deutsch" filtert auch die fremdsprachigen Seiten von den .de-Domains aus.

Relevanz der Suchergebnisse

Anhand des Suchwortes "Schneepflug" sollte die Relevanz der Suchmaschinenergebnisse getestet werden. Google liefert einen bunten Strauß Ergebnisseiten, die zu diesem Wort passen. Es werden Seiten aufgeführt, die eine Definition des Begriffes enthalten und solche, die Fotos von Schneepflügen zeigen, ebenso Sites von Anbietern solcher Geräte für die Bundesbahn, für Modelleisenbahnen und für den Straßenverkehr. Ferner finden sich Informationen zu Verkehrsregeln beim Überholen von Schneepflügen sowie Webpages, die das Wort im übertragenen Sinne benutzen.

Yahoo präsentiert im Wesentlichen Produktseiten zu Schneepflügen, aber auch einige Seiten zum Thema Skifahren.

Auch MSN listet Produktseiten für Straßenverkehr, Bundesbahn, Modelleisenbahn und eine private Homepage mit einem entsprechend benannten Foto auf.

Objektiv gesehen sind die Ergebnisse aller drei Suchmaschinen relevant. Da Google den umfangreichsten Index zur Verfügung stellt, liegt es nahe, dass die Ergebnisse breiter gestreut sind. Daraus gleich ein Qualitätsmerkmal abzuleiten wäre jedoch zu simpel, denn die Resultate hängen eben stark vom Suchwort ab. Eine allgemeingültige Beurteilung, welche Suchmaschine nun die passenderen Ergebnisse liefert, ist daher schwer möglich. Ohnehin handelt es sich hierbei immer um eine subjektive Betrachtung: Schließlich weiß der Suchende selbst am besten, welche Web-Inhalte für ihn wichtig sind.

Suchmaschinennutzer möchten sicher sein, dass die Suchmaschinen unabhängige Ergebnisse präsentieren, und wünschen daher eine klare Trennung zwischen Werbung und anderen Inhalten. Doch offenbar fallen Anzeigen in der Ergebnisliste nicht so deutlich auf, wie man erwarten könnte: Laut einer Studie des US-amerikanischen Pew Internet and American Life Project vom Mai 2004 bevorzugen Internet-Nutzer die normalen Suchergebnisse vor den bezahlten Anzeigen. Das Verhältnis ist im Durchschnitt 60,5 Prozent zu 39,5 Prozent. Von den Befragten wussten aber nur etwa 38 Prozent über den Unterschied zwischen bezahlten und unbezahlten Suchergebnissen Bescheid. Lediglich jeder Sechste gab an, immer zwischen beiden Kategorien unterscheiden zu können. Das Ergebnis der Studie mag insofern erstaunen, als die Suchmaschinen bezahlte Einträge im Suchresultat durchaus mit Begriffen wie etwa "Sponsored Listings" kennzeichnen.

Kommerzielle Links

Google blendet rechts und oben auf der Seite bezahlte Listings ein. Sie sind mit dem Wort "Anzeigen" im rechten und dem oberen rechten Bereich gekennzeichnet. Blickverfolgungstests zeigen, dass Internet-Nutzer die wichtigsten Informationen auf einer Website vorwiegend im oberen linken Bereich vermuten. Der rechte obere Bereich einer Seite wird hingegen selten wahrgenommen. Demnach registrieren die Nutzer den dort platzierten Begriff "Anzeigen" kaum. Bei Google ist der Anzeigenbereich oben farblich leicht abgesetzt, bleibt aber im Farbschema der Seite. Im rechten Bereich erfolgt die Abgrenzung durch einen senkrechten Strich. Ein wenig erfahrener Benutzer kann die bezahlten Einträge schlecht von den nicht-kommerziellen Links unterscheiden.

Yahoo macht es im Prinzip genauso: "Anzeigen" heißen hier "Sponsored Listings". Die Search Engine blendet zusätzlich im unteren Seitenbereich weitere Link-Werbung ein, die sich von der im oberen Bereich unterscheidet. Eine aus Sicht der Werbetreibenden unglückliche Anordnung: Inserate im unteren Seitenbereich werden kaum gesehen, denn welcher Nutzer scrollt schon bis zum Seitenende?

Anzeigen klar ausgewiesen

Microsofts Internet-Suche blendet ebenfalls oben, unten und rechts Werbekennzeichen ein. Allerdings erleichtert hier die Darstellung in Großbuchstaben ("GESPONSERTE SEITEN") die Wahrnehmung. Zusätzlich hebt MSN sich positiv durch eine farbliche Hinterlegung der Anzeigenleiste im Kopf und Fuß ab. Nochmals deutlich von sonstigen bezahlten Einträgen abgesetzt sind die Ebay-Anzeigen, die in einer anderen Farbe erscheinen.

Eldorado für Spammer?

Jeder will der Erste sein - vor allem auf den vordersten Plätzen in den Suchmaschinen. Die ersten Einträge in der Ergebnisliste ziehen die Besucher und damit Kunden an. Ohne professionelles Online-Marketing, egal ob durch Seitenoptimierung für Suchmaschinen oder bezahlte Listings, haben Site-Betreiber kaum eine Chance, auf die vorderen Plätze zu kommen. Der Konkurrenzkampf ist groß, gekämpft wird mit harten Bandagen und leider oft auch unsauberen Methoden. Der Grund: Neben seriösem Suchmaschinen-Marketing gibt es auch unliebsame Spam-Methoden, um die Suchalgorithmen zu beeinflussen.

Unlauterer Suchoptimierung

Wirksame Methoden des Online-Marketings sind unter anderem eine Optimierung der gesamten Website, so dass Suchmaschinen die Seiten in dem Themenkontext finden, von dem das Angebot handelt. Ferner gehört dazu eine Verlinkung mit anderen Websites sowie - zumindest bei Google - eine Domain mit einem guten "Pagerank" (je mehr andere Inhalte auf eine Seite verweisen, desto höher der Pagerank). Jedoch ist die Grenze zwischen effektiver und ethisch einwandfreier Optimierung und unlauteren Methoden bei diesen drei Prinzipien nicht immer eindeutig zu ziehen.

Weitgehend frei von Spam sind die von den Suchmaschinen betriebenen Kataloge oder Verzeichnisse. Hier entscheiden Redakteure nach vorheriger Inaugenscheinnahme einer angemeldeten Website über deren Aufnahme. So können Nutzer des "Yahoo Directory" ziemlich sicher sein, auf keine unnötigen Seiten zu stoßen. Google bedient sich aus dem Verzeichnis des Open Directory Project , das ehrenamtliche Mitarbeiter in aller Welt pflegen.

Filter für (Spam-)Seiten

Ganz anders verhält es sich bei Suchmaschinen, deren Robots (spezielle Programme auf den Servern der Search-Engine-Betreiber, auch Spider oder Crawler genannt) das Internet durchsuchen und Web-Seiten in den Index aufnehmen. Diese Programme sind manipulierbar. Alle Suchmaschinen geloben, etwas gegen Spam zu unternehmen; es findet jedoch ein ständiges Hase-und-Igel-Spiel zwischen den Betreibern und den Seitenoptimierern statt.

Es gab Zeiten, da waren die ersten Ergebnisseiten in den Suchmaschinen mit vielen Seiten einer einzigen Domain bestückt, weil diese für einen Schlüsselbegriff oder eine Kombination aus Wörtern erstellt, optimiert, angemeldet und im Index aufgenommen worden waren. Zumindest Googles Technik vermag jedoch mittlerweile sehr genau zu erkennen, ob mehrere Seiten einer Domain auf eine Suchanfrage passen. In diesem Fall tauchen höchstens zwei Seiten im Suchergebnis auf. Im günstigsten Fall stehen diese Seiten auf guten Plätzen hintereinander.

Dubletten herausfiltern

Außerdem identifiziert das Google-Verfahren mehrere Domains, auf denen derselbe Inhalt steht. Auch hier werden insgesamt nur zwei Seiten angezeigt, egal, ob es zwei oder 100 Domains mit demselben Inhalt gibt. Google lässt sich nicht vorschreiben, welche Domain mit welcher Seite auf welchem Platz auftaucht. Die so erzeugten Dubletten schaffen sich selber Konkurrenz im Ranking der beim Suchergebnis angezeigten Pages. Hier gilt wie so häufig: Weniger ist mehr.

Augenscheinlich beherrscht auch Yahoo diese Technik. Bei MSNs Suchmaschine lässt sich das noch nicht sicher sagen.

Gemeinsam gegen Blogspam

Eine weitere beliebte Spam-Methode besteht darin, externe Links künstlich zu erzeugen, beispielsweise durch wiederholte oder gar massenhafte Einträge in Gästebüchern oder Weblogs ("Blogspam"). Die Spammer nutzen dabei eine Eigenschaft der Suchmaschinen aus, die die Relevanz einer Web-Seite unter vielen anderen Kriterien auch nach der Anzahl an darauf verweisenden Links beurteilen. Offenbar ist hier ein ernsthaftes Problem entstanden. Nur so lässt sich erklären, wieso die Konkurrenten Google, Yahoo und MSN solchen Machenschaften gemeinsam den Kampf angesagt haben. Zunächst haben sich die drei jedoch nur darauf geeinigt, gegen Blogspam vorzugehen. Inwieweit das gegen diese Form des Suchmaschinen-Spamming hilft, bleibt abzuwarten.

Eine weitere wirksame Methode, Seiten auf gute Positionen in den Suchmaschinen zu bekommen, ist das Ankaufen von Backlinks mit gutem Pagerank bei Google, etwa aus den USA. Ein Backlink ist ein Link, der von einer anderen Seite auf die zu bewerbenden gesetzt wird (siehe auch http://www.lexikon-suchmaschinenoptimierung.de/b.htm). Gegen Zahlung einer Gebühr wird beispielsweise von einer Domain mit gutem Ranking ein Link auf die zu stärkende Domain gesetzt, auch wenn diese nichts oder kaum mit dem Thema der Page mit gutem Pagerank zu tun hat. Da die Pagerank-Auswertung von Google stammt, ist diese Methode zur Manipulation auch vorwiegend dort wirksam. Eine Seite mit hoher Pagerank-Berwertung hat Chancen auf die vorderen Plätze im Suchergebnis, und diese Eigenschaft vererbt sich in der Regel auch auf schwächere Seiten, die mit diesem Content verlinkt sind.

Die Backlink-Masche gerät vor allem dann in Verruf, wenn auf diese Weise relevante Web-Inhalte durch unpassende Seiten von den guten Plätzen im Suchergebnis verdrängt werden. Eine mögliche Gegenmaßnahme wäre die Reduzierung der Relevanz der Backlinks. Doch es ist sehr schwierig für die Suchmaschine, einen sinnvollen Link, den ein Webmaster aus Begeisterung auf eine fremde Seite setzt, von einem gekauften Backlink zu unterscheiden.

Spam bei Google

Leider werden Surfer häufig mit Suchmaschinen-Spam konfrontiert. Fahndet der Anwender bei Google beispielsweise nach "Datenrettung Tools", so erscheinen auf fast allen vorderen Plätzen des normalen Suchergebnisses der ersten Seite Links, die ihm wie in einer Endlosschleife immer wieder dieselben Ergebnisse präsentieren. Klickt der Anwender auf eines der angezeigten Suchergebnisse, präsentieren sich ihm wiederum fast nur Links, die sowieso schon in Google, im Open Directory Project oder anderen Suchmaschinen oder Katalogen beziehungsweise Verzeichnissen zu finden sind. Lediglich zwei, drei Links führen auf Web-Seiten, die tatsächlich "Datenrettung Tools" oder relevante Informationen zum Thema anbieten. So war es jedenfalls zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses.

Ärgerliche Irreführung

Ein beeindruckendes Beispiel für den fragwürdigen Rest der angezeigten Ergebnisse ist die Seite, die bei der Suchabfrage "Datenrettung Tools" auf dem ersten und zweiten Platz bei Google steht, eine Website von Ogilvy Interactive , die auf solche Werkzeuge hindeutet. Zusätzlich zu den Werbeeinblendungen ("Google Adsense") werden im linken Seitenbereich Stichworte zum Thema Datenrettung eingeblendet, die intern auf dieselbe Domain verlinkt sind. Außerdem werden im mittleren Seitenteil nummerierte Links mit kurzen Texten eingeblendet. Klickt der Surfer eine solche Seite an, gelangt er erneut innerhalb der Domain auf eine Website mit fast identischen Adsense-Anzeigen wie auf der vorigen Seite. Oben wird der Text mit Link von der vorherigen Seite wiederholt eingeblendet. Ein externer Verweis führt ohne Adsense auf eine andere Domain. Die eingeblendeten Texte sehen den Einblendungen auf der Google-Ergebnisseite auffallend ähnlich.

Von diesem Anbieter gibt es übrigens ein ganzes Domain-Imperium, je nach Thema. Alle Seiten sind nach demselben Schema aufgebaut: Die Domain www.datikus.de beispielsweise ist derzeit mit 40800 Seiten im Google-Index vertreten. Der Betreiber der Seiten deklariert seine Angebote sogar noch als themenbezogene Suchmaschinen. Die Domain www.mumux.de dieses Betreibers mit ihren tausenden Seiten kommt mittlerweile nicht mehr im Index von Google vor.

Beim Anklicken eines Angebots einer bestimmten Seite von Ogilvy Interactive macht der Suchende Erfahrung mit dem russischen Püppchen-Effekt. Folgt er einem Link, kommt ein identischer Verweis zum Vorschein, der seinerseits eine identische noch kleinere Puppe (websuche.sbznet.de\?q=Datenrettung Tools) enthält. Diese Website beinhaltet ihrerseits wiederum einen Hinweis auf die Seite von Ogilvy Interactive.

Yahoo lässt sich täuschen

Und der Suchende? Klickt entweder auf so eine Anzeige, in der Hoffnung, endlich auf der Website eines Anbieters zum Thema "Dattenrettung Tools" zu landen, oder er gibt genervt auf.

Doch nicht nur Google ist von Spam betroffen: Auch bei Yahoo erwartet den Surfer nach Eingabe der Suchwortkombination "Dattenrettung Tools? kein wesentlich anderes Ergebnis. Hier finden sich im normalen Suchergebnisbereich ebenfalls nur zwei oder drei Einträge von Firmen, die diese Dienstleistung auch wirklich anbieten. Yahoo liefert zudem ein besonders eindrucksvolles Beispiel für Suchmaschinen-Spam. Auf Platz neun der ersten Seite mit Suchergebnissen steht eine Domain mit dem Namen www.datensicherheit.net. Die Seiten sind gespickt mit dem Wort "Datenrettung". Beim Anklicken gelangt der Nutzer jedoch auf einen Routenplaner.

MSN hinkt hinterher

Vor solchen Manipulationen ist auch MSN Search nicht gefeit. Bei Eingabe des Begriffs "Datenrettung Software" liefert diese Search Engine Ergebnisse, die denen der Wettbewerber gleichkommen: Auf den ersten Plätzen tauchen keine Seiten auf, die dem Suchenden weiterhelfen. Schlimmer noch: Auf Rang zwei, drei und vier erscheinen identische Web-Seiten, die unter verschiedenen Domains abgelegt sind. Zu berücksichtigen ist hierbei jedoch, dass es sich bei Microsofts Suchangebot um eine recht neue Technik handelt, die der Konkurrenz noch hinterhinkt. (fn)