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16.04.2007

Google, Youtube, der ITK-Handel und die Grenzen des Verstandes

Chefredaktion Tel.: 089 36086-388 Fax: 089 36086-389 E-Mail: dsicking@channelpartner.de

Google Germany GmbH Vertriebsleitung Herrn Holger Meyer ABC-Straße 19 20354 Hamburg

München, 16.04.2007

Sehr geehrter Herr Meyer,

der deutsche ITK-Händler an sich ist ja eher bodenständig. Manche Dinge, die in der glitzernden Welt des Großkapitals geschehen, gehen über seinen Horizont. Er versteht sie einfach nicht. Wie zum Beispiel die, dass eine Firma Google im vergangenen Jahr 1,65 Milliarden Dollar für eine Butze bezahlt hat, die, wie sich heute herausstellt, gerade einmal 15 Millionen Umsatz macht.

Die Firma, für die Google-Chef Eric Schmidt 1,65 Milliarden Dollar auf den Tisch legte, heißt Youtube. Youtube ist Web 2.0 pur. Man kann viele schöne und auch weniger schöne Filmchen sehen und dort einstellen. In der vergangenen Woche veröffentlichte die "FAZ" einen Artikel mit der Headline "Youtube bereitet Google Kopfzerbrechen". Nach der Lektüre des Beitrags konnte ich das verstehen. Denn es sind ja nicht nur die inzwischen bekannten Probleme mit dem Urheberrecht, die Youtube beziehungsweise Mutter Google zu schaffen machen. Nein, es ist auch die Frage: Wie soll man mit Youtube jemals richtig Geld verdienen? Wie gesagt: Der Umsatz lag nach Experteneinschätzung im vergangenen Jahr bei 15 Millionen Dollar. Sicher für einen deutschen IT-Fachhändler ganz schön viel, aber für eine Company, die 1,65 Milliarden Dollar wert sein soll, ganz schön wenig.

Was die Sache nicht besser macht: Google-Chef Schmidt erklärte nun auch noch, dass er nicht den geringsten Schimmer habe, wie man Youtube zu Geld machen könne. Auch interessant, finde ich.

Vermutlich ist Youtube für Google einfach ein Sandkasten, in dem man ein bisschen spielen kann. Und 1,65 Milliarden Dollar sind ja jetzt auch nicht so viel Geld, relativ gesehen. Relativ nämlich zu Googles liquiden Mitteln von rund 11,2 Milliarden Dollar. Und trotz Youtube hat Google im vergangenen Jahr noch kräftig verdient: Der Nettogewinn lag bei 3,1 Milliarden Dollar (Umsatz: 10,6 Milliarden Dollar).

Außerdem ist es ja auch gar nicht richtig, dass mit Youtube kein Geld zu verdienen ist. Man muss nur die Gründer fragen, die den Laden an Google verkauft haben. Die haben mit Youtube richtig viel Geld verdient. Die Herausforderung für Leute wie die Youtube-Gründer ist einfach nur, einen reichen Deppen Interessenten zu finden, der ihnen den Laden für viel Geld abkauft.

Und das ist genau der Punkt, an dem der Verstand des deutschen ITK-Händlers aussetzt. Er kann einfach nicht verstehen, dass irgendjemand so viel Geld in eine Sache investiert, von der er eigentlich meint, dass er das Geld nie und nimmer zurückbekommt. Wir würden es daher sehr zu schätzen wissen, wenn Sie uns in einfachen Worten erklären könnten, warum eine Internetseite wie Youtube ein so enormes Investment rechtfertigt.

Mit freundlichen Grüßen

Damian Sicking