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21.06.2005 - 

Kolumne

Grabenkämpfe im Bitkom

Die Wiederwahl von Willi Berchtold zum Präsidenten des IT-Verbandes Bitkom hat wirklich überrascht: wahrscheinlich Berchtold selbst auch. Nicht, dass man so einen verdienten Mann nicht zum zweiten Mal zum ersten Funktionär machen könnte. Doch Berchtold arbeitet nicht mehr in der IT. Er wirkt als Chief Finance Officer für ZF-Friedrichshafen und ist dort auch für die IT verantwortlich. Anders ausgedrückt, der CIO berichtet an ihn. Eigentlich ist aber ein Job in der IT-Branche oder in einem Unternehmen, das in einem an den Bitkom angegliederten Verband Mitglied ist, Voraussetzung, um in den Hauptvorstand des Bitkom gewählt zu werden, aus dem sich das Präsidium rekrutiert. Formal zumindest erfüllt Berchtold dieses Kriterium offenbar durch das Aufsichtsratsmandat, das er bei Lufthansa Systems ausübt. Allerdings dürfte dieses Amt als Brücke in die IT-Branche kaum ausreichen.

Im Vorfeld der Wahl galt Jörg Menno Harms als einziger Kandidat für Berchtolds Nachfolge. Dem Ex-Chef von HP-Deutschland werden schon lange Ambitionen auf das Amt des Bitkom-Präsidenten nachgesagt, bisher war er aber Presse- berichten zufolge am Widerstand der Mittelständler im Verband gescheitert, die ihn aufgrund seiner Tätigkeit für die Tochter eines amerikanischen Unternehmens ablehnten. Ob Harms auch dieses Mal von den Mittelständlern ausgebremst oder durch vorzeitige Presseberichte desavouiert wurde, die ihn als einzig möglichen Nachfolger Berchtolds auf den Schild gehoben hatten, lässt sich nicht genau nachvollziehen. Aber durchsetzen konnte er sich offensichtlich nicht.

Dass sich die Bitkom-Oberen in dieser unguten Situation nicht auf einen neuen Präsidenten einigen konnten, sondern offenbar als kleinsten gemeinsamen Nenner wieder den bisherigen Verbandschef inthronisierten, spricht nicht gerade für die Einigkeit und den Gestaltungswillen des Gremiums. Berchtolds Rückhalt im Präsidium dürfte ebenfalls nicht besonders ausgeprägt sein. Und ob ihm die Mitglieder als inzwischen Branchenfremden viel zutrauen, kann auch bezweifelt werden.

Mit dieser Wahl hat sich der Bitkom keinen Gefallen getan. In nächster Zeit dürfte der Verband stark mit sich selbst beschäftigt sein. Schließlich werden die Harms-Gegner in Hauptvorstand und Präsidium nicht aufhören, ihr Süppchen zu kochen. Vorstellbar ist, dass sie Berchtold nur als Übergangskandidaten begreifen. Sie hoffen, bis zur nächsten Wahl ihren eigenen Mann endgültig in Stellung zu bringen.

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