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15.11.1991 - 

Ursache: "Kulturelle" und technische Probleme

Grafikcomputer-Hersteller Stardent wirft das Handtuch

BOSTON (CW/vwd) - Die aus der Fusion von Ardent und Stellar hervorgegangene Stardent Computer Inc. gibt wegen finanzieller Schwierigkeiten auf. Selbst die vom japanischen Stahlkonzern Kubota Inc. eingeschossenen 55 Millionen Dollar reichten nicht aus, das Überleben des Anbieters grafikfähiger Superrechner zu sichern.

Einer Meldung des amerikanischen Wirtschaftsblattes "Wall Street Journal" zufolge ist Stardent das zweitgrößte mit Wagniskapital finanzierte Unternehmen, das je liquidiert wurde. Vor ihrer Fusion hatten Ardent und Stellar 168 Millionen Dollar für die neue Gesellschaft auf gebracht. Zusammen mit den zusätzlichen Millionen des Japanischen Kubota-Konzerns vereinigt Stardent mehr als 200 Millionen Dollar Wagniskapital auf sich.

Die fusionierten Gesellschaften waren der Meldung zufolge jedoch von Problemen im Management, "kulturellen" Differenzen und technologischen Problemen geplagt, die die Entwicklung einer neuen, mit den früheren Modellen der beiden Vorgängergesellschaften kompatiblen Rechnergeneration verhinderten. Zur Zeit ist Stardent mit der Abwicklung der Geschäfte und dem Verkauf verschiedener Unternehmensteile an Kubota und andere Investoren beschäftigt.

So soll die Titan-Workstation-Linie auch vertriebsmäßig in Europa von der Kubota-Tochtergesellschaft Kubota Pacific Computer Inc. in Sunnyvale übernommen werden. In einer früheren Vereinbarung, teilte Stardent mit, hatte sich Kubota bereits die Technologien und die Herstellungsrechte für die Titan-Rechner sowie deren Distribution in Fernost gesichert.

Außerdem hat Stardent dem englischen Branchendienst "Computergram International" zufolge einen Plan angekündigt, die Rechte an der Software "Automatic Visualisation System" an die noch zu gründende AVS Inc. zu übertragen. Diese Meldung wurde inzwischen bestätigt. Stardents heutiger Chief Executive Officer Bill Poduska will Chairman der neuen Gesellschaft werden. Außerdem meldete "Computergram", der Geschäftsbereich Vistra würde ebenfalls liquidiert, sei er bis zum Ende dieses Jahres nicht verkauft worden.

Das Europageschäft wird künftig die zu gründende Kubota Pacific Computer GmbH, Köln, abwickeln. Bis zu deren Registrierung will die Stardent Computer GmbH am selben Ort den Service für alle Produkte weiterfahren, wie ihr Geschäftsführer Eberhard Witte der COMPUTERWOCHE mitteilte. Der technische Support und die Versorgung mit Titan-Ersatzteilen verbleiben nach seiner Darstellung auch unter Kubota in Amsterdam.