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17.01.1986

Grafische Information als Werkzeug nutzen

Den Manager interessiert die Uhrzeit und nicht, wie seine Uhr gebaut ist. So etwa kann man die bisher übliche Diskrepanz zwischen dem Informationsbedarf von Führungskräften und ihrer Informationsversorgung mit Hilfe der klassischen EDV umreißen.

Trotz allen technischen Fortschritts in Computer-Hardware und -Software scheint in vielen Unternehmungen und Behörden die Führungsinformation mit dem Versagen zahlenorientierter Management-Informations-Systeme auf der Strecke geblieben zu sein. Immer wieder genannte Behauptungen sind, Management-Information sei systematisch nicht darstellbar und - die Führungskräfte weigerten sich, mit dem Computer zu arbeiten.

Wie wenig haltbar diese Argumente sind, wird klar, wenn man sich die Fortschritte in der Ergonomie von Peripheriegeräten und anwendungsorientierten Software-Komponenten sowie die Vervielfältigung der Leistungsfähigkeit der Rechner selbst vor Augen führt.

Visuelle Information entscheidend

Für die Zukunft der Management-Information - in einigen Unternehmen ist sie bereits Gegenwart - spielt das visuelle Informations-System eine entscheidende Rolle.

Der Informationsbedarf von Führungskräften und ihren engsten Mitarbeitern in Stab und Linie läßt sich in Kategorien einteilen, die in jedem Unternehmen anzutreffen sind: Überblick über das Ganze; Einblick in die einzelnen Firmenbereiche; Blick in die überschaubare Zukunft, Prognose neuer Entwicklungen. Neben den inhaltlichen Anforderungen an die Information ist die Art der Präsentation von höchster Bedeutung. Es gibt nichts Abschreckenderes für Manager, als sich durch einen Wust von Zahlen kämpfen zu müssen, ehe sie zu den gewünschten Erkenntnissen kommen. Es gilt also dem Motto "vom Ganzen zum Detail - etwa nach dem Vorbild einer Btx-Baumstruktur - zu folgen.

Wenn der Entscheider die drei ersten Informations-Kategorien betrachtet, stellt er fest, daß die dazu erforderlichen Daten mit ziemlicher Sicherheit längst als Ergebnis der laufenden Anwendungen auf seinem Rechner sind. Sie für das Management zu extrahieren und aufzubereiten, erfordert nicht mehr als einen von Datenbanksprachen unabhängigen Zugriffsmechanismus und die entsprechende anwendungsorientierte Grafik-Software.

Der Manager kann dann am nächsten Morgen auf "tagfertige" Information zugreifen.

Die Management-Information muß durchgängig gemacht werden.

Diese Art von Information sollte sich selbst erklären. Diese Forderung kann nur erfüllt werden, wenn die Schaubilder nicht nach Belieben immer wieder neu gestaltet, sondern in Form firmenspezifisch festgelegter Berichtsarten und -bereiche dargeboten werden. Jeder, den es im Unternehmen angeht, muß wissen, welche Informationen beispielsweise das Schaubild "Lieferbereitschaft" enthält.

Zur Durchgängigkeit gehört ebenso, die Information dort abrufbar zu machen, wo sie gebraucht wird - am Schreibtisch der Führungskräfte. Die verfügbaren Datenübertragungstechniken machen es leicht, diese Forderung zu erfüllen.

Die Innovationen im Rechner- und Peripheriebereich haben die verteilte Informationsverarbeitung nähergebracht. Jetzt gilt es, sie auch für die Management-Information einzusetzen, unter anderem, um die Akzeptanz-Barriere - ein hauptsächlich in Europa anzutreffendes Phänomen - zu überwinden.

Auf die technische Infrastruktur bezogen, besitzen die neuesten Entwicklungen bei den Workstations und den Mikrocomputern größte Bedeutung. Die leistungsfähigen Kompaktgeräte sind in idealer Weise geeignet, die zentralen EDV-Ressourcen in jedem Unternehmen um lokal einsetzbare Intelligenz zu ergänzen. Das bedeutet, daß lokal benötigte Informationen mit relativ geringem Aufwand auch lokal aufbereitet werden können. Umgekehrt können diese kleinen Geräte den Durchgriff auf zentrale Daten naturgemäß nicht ersetzen, es sei denn man verzichtet auf die Durchgängigkeit der Information und ihre Verdichtung.

Informations-Management tut not

Auf den Benutzer bezogen, bringen die intelligenten Subsysteme einen großen Fortschritt in Sachen Benutzerfreundlichkeit und werden eher akzeptiert als passive Computer-Terminals alter Prägung. Die Neuerungen in der Peripherie, etwa Laser und Tintenstrahldrucker, kompakte Filmbelichter und vieles mehr sind bürofreundlich, so daß sie sich problemlos in ein gegebenes Umfeld integrieren lassen.

Bei allen Möglichkeiten die vor allem durch ausgefeilte Grafik-Software-Komponenten für Visuelle Informations-Systeme gegeben sind, ist es ein Muß, die Unternehmensstrategie und die Informationsstrategie aufeinander abzustimmen. Um die Anforderungen eines "informatisierten" Betriebsumfeldes erfüllen zu können müssen konkrete betriebswirtschaftliche Methoden und Software-Bausteine so miteinander verbunden werden, daß die Informationsversorgung des Managements auch tatsächlich der möglichen Qualitätssprungerreicht.

Das erfordert Informations-Management im wahrsten Sinne des Wortes und unter Einbeziehung der Führungskräfte. Denn Informations-Management ist - ebensowenig wie die professionelle Computer-Grafik - ein Selbstzweck. Vielmehr muß es dabei helfen, Unternehmungen die Ressource Information so zu erschließen, daß sie als Wettbewerbsfaktor optimal genutzt werden kann.

Peter Peuss, Vorsitzender der Geschäftsführung, Issco Integrated Software Systems Corporation, San Diego, Kalifornien