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13.08.1993

Grafische Oberflaeche soll Videokonferenz oder Tonuebertragung erleichtern Silicon Graphics stellt die billige Multimedia-Workstation Indy vor

GRASBRUNN (CW) - Es gibt Multimedia-Rechner mit Grafikkarte, Lautsprecher und Video-Schnittstelle - in der "Indy"-Workstation von Silicon Graphics (SGI) findet man ausserdem noch eine Kamera auf dem Bildschirm. Doch nicht die Hardwaredetails machen das Besondere dieses Rechners aus, vielmehr oeffnet erst die grafische Benutzeroberflaeche "Indigo Magic" den Weg zur Tonuebertragung oder Videokonferenz.

Das Einstiegsmodell ohne Festplatte kostet etwa 11 000 Mark und soll damit eigentlich allen Konkurrenz machen: angefangen beim IBM-kompatiblen CAD-PC ueber Apple-Rechner fuer Foto- oder Videobearbeitung bis hin zu Unix-Systemen, mit denen CAD- Zeichnungen oder technische Dokumente erstellt werden.

Edward McCracken, CEO von Silicon Graphics, erwartet nun, da sein Unternehmen die verschiedenen Medien Ton, Bild und Film unter einen (nicht allzu teuren) Hut gebracht hat, dass die Ansprueche der Anwender soweit steigen, dass sie sich in Scharen von anderen Rechnerherstellern abwenden und ihr Geld direkt in die Kassen von Silicon Graphics stroemen lassen. Die Indy-Workstation aehnelt den Modellen Indigo beziehungsweise Indigo2. Als Prozessor kommt der R4000 von Mips zum Zuge, der mit einer Taktrate von 100 Megahertz

und im Team mit zwei Cache-Speichern immerhin eine Rechenleistung von 59 Specint92 und 67 Specfp92 bringt (etwa soviel wie die RS/6000 von IBM).

Zum Prozessor gesellen sich zwischen 16 und 256 MB Arbeitsspeicher hinzu, und weiter hinten im Gehaeuse findet eine 8- Bit-Grafikkarte Platz. Sie kann zwar Echtfarben mit 16,7 Millionen Nuancen simulieren, doch fuer die Echtfarbdarstellung empfiehlt sich eine Erweiterung, mit der sich 24-Bit-Informationen verarbeiten lassen. Silicon Graphics liefert die Indy mit einem 15-Zoll-Monitor mit einer Aufloesung von 1024 x 768 Bildpunkten aus, der sich aber gegen ein 16- oder 19-Zoll-Modell mit einer Aufloesung von 1280 x 1024 Bildpunkten austauschen laesst.

Die grosse Menge an Bild- oder Audiodaten kann auf maximal zwei eingebauten 1-GB-Festplatten gespeichert werden. Extern lassen sich aber noch sechs weitere SCSI-2-Geraete anschliessen, zu denen die Informationen mit einer Geschwindigkeit von 10 MB pro Sekunde fliessen koennen. Ueber einen der zwei freien GIO-Steckplaetze lassen sich pro Sekunde immerhin schon 267 MB Daten uebertragen, und zwischen CPU und Arbeitsspeicher wird dann die maximale Uebertragungsrate von 400 MB/s erreicht.

Clou des ganzen Systems ist aber die Videokamera, die Silicon Graphics in Zusammenarbeit mit der Firma Teleview Research konstruiert hat. Sie thront auf dem Monitor, kann

jedoch fuer Standbilder oder Filmaufnahmen abgenommen werden. Zusammen mit den Audiokomponenten des Rechners (Mikrofon, Lautsprecher und zwei AD/DA-Wandler) lassen sich damit, so SGI, Videokonferenzen veranstalten oder Praesentationen gestalten.

Damit die Bilder laufen lernen, bedient man den Unix-Rechner (mit dem SGI-eigenen Derivat Irix) ueber die grafische Oberflaeche Indigo Magic, unter der auch PC- und Macintosh-Programme genutzt werden koennen. Wie von den PCs gewohnt, sind auf dem Bildschirm Fenster fuer aktive Programme und Symbole fuer alle anderen Anwendungen sichtbar. Diese Symbole bekommen jetzt endlich die vom Apple Macintosh bekannte Funktionalitaet: Zum Beispiel kann der Anwender schon an der kleinen grafischen Darstellung eines angeschlossenen CD-Laufwerks erkennen, ob eine Audio-, Software- oder Photo-CD eingelegt wurde und mit dem beruehmten Doppelklick dann das passende Programm starten.

Die Nachahmung einer Schreibtischoberflaeche auf dem Bildschirm laesst sich auch speichern und verschiedenen Arbeitssituationen oder Benutzern anpassen. Indigo Magic wird alle Indy-Rechner bei ihrem Marktdebuet im dritten Quartal dieses Jahres begleiten und ab Anfang 1994 auch die anderen Modelle von Silicon Graphics.

Auf dem marmorierten Gehaeuse der neuen Workstation "Indy" von Silicon Graphics thront die Videokamera "Indycam".