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20.07.1990 - 

Trotz Standard-Benutzerschnittstellen:

Grafische Oberflächen machen den Progammierern viel Arbeit

KRONBERG (CW) - So attraktiv grafische Oberflächen für den Anwender sind, dem Entwickler verursachen sie Probleme. Bei der Herstellung einer typischen Workstation-Anwendung entfallen nach Angaben des IDC-Infodienstes durchschnittlich etwa 60 Prozent des Codes auf die Erstellung der grafischen Benutzerschnittstelle.

Obwohl Standardoberflächen wie Motif, Open Look oder Windows eingesetzt werden, ist die Programmierung außerordentlich aufwendig. Die Gründe sieht IDC unter anderem darin, daß noch immer überwiegend Programmiersprachen der dritten Generation eingesetzt werden, womit die durchschnittliche Arbeitsgeschwindigkeit eines Entwicklers eingeschränkt ist .

Programmierung in 3GL ist zu aufwendig

Software in 3GL-Sprachen, wie Cobol oder C, wird in der Rege noch immer "von Hand" codiert. Ein versierter Programmierer erstellt laut IDC durchschnittlich etwa zehn Zeilen getesteten und fehlerfreien Code pro Tag. Moderne Anwendungen umfassen aber bis zu mehreren 100 000 Zeilen.

Ein weiterer Grund für den hohen Entwicklungsaufwand liegt in der Komplexität der Toolkits für die Programmierung grafischer Oberflächen. Produkte wie OSF/Motif, Open Look, DEC-Windows, MS-Windows oder Presentation Manager sind in erster Linie Funktionsbibliotheken, auf die der Entwickler zugreifen kann.

Ihre Benutzung erweist sich nicht nur als mühsam, sie ist zudem von Oberfläche zu Oberfläche völlig unterschiedlich. Damit können moderne, anwenderfreundliche Programme, die über ein grafisches User-Inteface verfügen - und dazu sollen 1992 nach Einschätzung von Marktforschern immerhin 70 Prozent aller Neu-Entwicklungen zählen - nur mit großem Aufwand hergestellt werden.

Die Investition lohnt sich in erster Linie für Standardsoftware, die eine breite Abnehmerschaft findet. Dagegen rechtfertigen firmenspezifische Anwendungen und Branchenlösungen, die keine Millionenbeträge einbringen, den Aufwand einer modernen Oberfläche nicht. Andererseits entsprechen Anwendungen ohne grafische Schnittstelle kaum noch dem Stand der Technik.

Die Lösung dieses Problems sieht IDC in der Verknüpfung mehrerer Ansätze (Siehe Kasten): Objektorientierte 4GL-Sprachen, CASE-Tools, eine grafische Anwendungsentwicklungs-Umgebung, die Unterstützung einer Vielzahl von Rechner-, Software- und Grafikplattformen und nicht zuletzt eine verbesserte Teamarbeit sind demnach nötig. +