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11.11.1977

Graue Mäuse und Regenbogen-Displays

Man kann die auf der Systems gezeigten Bildschirme grundsätzlich in zwei Klassen einteilen:

- Die "grauen Mäuse" (Darstellung: Weiß auf grauem Hintergrund oder Hell auf dunklem Hintergrund).

Daß man die Zeichen nicht erkennen kann, wenn man in einem Meter Entfernung davor steht, mag Absicht sein. (Vielleicht eine Variante des Datenschutzes?) Bei einigen Geräten waren die Texte aber auch schlecht - bis sehr schlecht - lesbar, wenn man direkt vor der Mattscheibe saß. Diese Tatsache wurde teilweise mit den schlechten Lichtverhältnissen (speziell in Halle 14) entschuldigt. Glauben die Hersteller etwa, daß an den Arbeitsplätzen in den Unternehmen ideale Lichtverhältnisse herrschen?

- Die "Regenbogen"-Displays (damit sind keineswegs die sogenannten Bildverarbeitungssysteme oder "Farbfernseher" gemeint, sondern ganz normale Bildschirmgeräte).

Da gab es die Darstellungsvarianten "Gold auf Schwarz", "Rot auf Schwarz", "Gelb auf Rot" (subjektiver Eindruck: miserabel), "Grün auf Grün", "Grün auf Grau" usw. Natürlich wurden dabei die üblichen Features angeboten: Die grünfarbenen Zeichen lassen sich normalhell, kursiv oder blinkend darstellen. Die kursive Darstellung - zum Beispiel für geschützte Felder - ist jedenfalls besser als die "halbe Helligkeit". Man verdirbt sich dann die Augen nicht ganz so schnell.

Als technischen Laien quält mich nun die Frage: Ist es nicht möglich, eine Darstellungsart zu finden, die bei unterschiedlichen Lichtverhältnisse eine gute Lesbarkeit gewährleistet? Warum setzen sich die Designer nicht einmal für einige Stunden vor ihre eigenen Geräte? Warum dieses Farbenwirrwarr? Damit kein "gemischter" Betrieb möglich ist? Eine Datentypistin, die an unterschiedlich bunten Bildschirmen arbeiten muß, kann man nur bedauern. Und was sollen eigentlich jene Menschen machen, die - teilweise -farbenblind sind?

Die "Leseschwierigkeiten" haben einige Hersteller veranlaßt, wahlweise eine großformatige Darstellung (zum Beispiel nur 480 statt 1920 Zeichen) anzubieten. Aber ist das der richtige Weg? - Abgesehen davon, daß 24 Zeilen a 80 Zeichen als die optimale Kapazität angesehen werden, taucht die Frage auf: Wo bleibt die Normierung?

Die Art der Punkt-Matrix (zum Beispiel 5 x 8, 7 x 8, 7 x 9) kann dem Anwender eventuell noch gleichgültig sein, nicht aber die Anzahl der Zeichen pro Bildschirm. Das unterschiedliche "Fassungsvermögen" stört nicht nur beim gemischten Betrieb, sondern

verhindert auch den Einsatz von Standard-Routinen.

Vielleicht sollten die Designer etwas weniger Wert auf die extravagante Form der Geräte legen, dafür aber mehr auf die Lesbarkeit der Bildschirmtexte. Vielleicht sollten sie auch einmal den Konstrukteuren von Druckern über die Schulter schauen. Eine Wohltat für die Augen war zum Beispiel jener Drucker, der Klein- und Groß-Buchstaben, gemischten Rot- und Schwarzdruck, normalen und gedehnten Druck (auf einer Zeile) und Unterstreichungen ermöglicht.

Die "ausziehbare" Tastatur war unbekleidet, die "frei bewegliche" war gar nicht so frei - sie hing an einer Strippe. Doch der Clou war die "wegnehmbare" Tastatur: Sie war durch eine lange Leitung gegen das Wegnehmen gesichert.

Natürlich könnte man über diese Definitionen streiten; aber sie kennzeichnen auch in gewisser Weise die Einstellung der Hersteller. Die "Wegwerf"-Tastatur ist mehr ein Gag als ein Beitrag zum "humanen" Arbeitsplatz. Die Tastatur wird auf den Tisch "geknallt", und dann soll die Bedienung sehen, wie sie damit klarkommt.

Und dabei hatte Anker bereits 1971 eine Tastatur entwickelt, die in jeder Richtung zu bewegen war: Sie konnte vorgezogen, höher gehoben und in Schräglagen gekippt werden. Dadurch ermöglichte sie wirklich eine optimale Anpassung an den Bedienenden. Das nenne ich Berücksichtigung von ergonomischen Gesichtspunkten!

Auch Dreh- und Schwenksockel für die Bildschirme sind bisher noch Ausnahme-Erscheinungen.

Warum? Schlafen die Hersteller? Ist Ergnonomie für sie wirklich etwas, von dem man zwar redet, aber wenig versteht - eine Art von Philosophie?

*Fritz J. Schmidhäusler ist Betriebsw. Organisator BDO