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27.02.2007

Green Grid: RZs sollen Energie sparen

Mit vereinten Kräften wollen große IT-Hersteller dafür sorgen, dass Rechenzentren künftig weniger Strom verbrauchen. Anwender sind eingeladen mitzumachen.

Auf den Weg gebracht hatte die Allianz im April vergangenen Jahres der Prozessorhersteller Advanced Micro Devices (AMD), der die vier größten Server-Bauer Hewlett-Packard, IBM, Sun Microsystems und Dell schnell von einer Mitarbeit überzeugen konnte. Mittlerweile sitzen elf Unternehmen im Verwaltungsrat des Green Grid, darunter auch der Softwareriese Microsoft und AMDs Erzrivale Intel.

Das Green Grid tritt an, um die Entwicklung energieeffizienter Prozessoren, Server, Netze und anderer Technik sowie diesbezügliche Best Practices für den Rechenzentrumsbetrieb zu promoten. Die Non-Profit-Organisation erwartet zwar nicht, dass sie den Energieverbrauch senken kann, will aber die Nutzung der Energie effizienter machen. Der Bedarf an Rechenleistung steige unvermeidlich immer weiter an, erklärte Mark Munroe, bei Sun für Energiesparthemen verantwortlich.

Vier zentrale Arbeitsgruppen

Auf Seiten der Hersteller sind alle Bereiche der Data-Center-Technik vertreten; nun möchten die Organisatoren auch Kunden mit ins Boot holen. Erste Versuche in diese Richtung verliefen bereits erfolgreich: 1200 Interessenten haben sich bis dato schon auf www.thegreengrid.org angemeldet, 49 Prozent davon sind nach eigenen Angaben Endnutzer(gruppen).

Die Organisation wird sich in vier zentralen Arbeitsgruppen organisieren - Data Collection and Analysis, Technology and Strategy, Data Center Operations sowie Metrics and Measurements. Um deren Aufgaben zu verdeutlichen, zieht der Intel-Manager Jim Pappas eine Analogie zur Entwicklung von Autos mit Hybridantrieb (Benzin/Elektro): Data Collection and Analysis identifiziere ein Problem, etwa den steigenden Preis eines Barrels Öl oder eines Liters Benzin. Technology and Strategy prüfe Alternativen zum Benzinmotor wie Elektroantrieb, komprimiertes Naturgas oder Biodiesel. Die Operations Group entwickle konkrete Fahrzeuge wie den Toyota Prius oder Ford Escape Hybrid. Metrics and Measurements schließlich testiere den Benzinverbrauch dieser Autos und teile den Wert über einen Aufkleber auf der Frontscheibe mit.

Messverfahren Mangelware

Vergleichbare Messverfahren und Maßeinheiten für Energieeffizienz sollen Betreibern von Rechenzentren dabei helfen, einzuschätzen, was sie von Investitionen in "grüne" Technik erwarten können. Gleichzeitig sollen Hersteller in die Lage versetzt werden, ihre Produkte mit denen von Wettbewerbern zu vergleichen. "Wir müssen unsere Branche verändern", fordert Pappas. "Das Green Grid wird Märkte schaffen, in denen dann Hersteller gegeneinander antreten können."

Jonathan Koomey vom Lawrence Berkeley National Lab schätzt in einer von AMD finanzierten aktuellen Studie, dass sich der Stromverbrauch von Servern und Zubehör in den Jahren von 2000 bis 2005 verdoppelt hat. Ein Problem sei, dass es keinen einheitlichen Standard für die Leistungsmessung von Servern mehr gibt. "Das ist wirklich vollkommen absurd", klagt Koomey. "Wenn sich die Leute einmal auf ein Verfahren zur Leistungsmessung einigen, werden sich die Dinge sehr schnell ändern."

Neue Benchmarks kommen

Schon seit mehr als zehn Jahren haben die Hardwerker aufgehört, die Leistung von Servern in MIPS (Millionen Instruktionen pro Sekunde) zu beziffern. Stattdessen gibt es einen Haufen Benchmarks, die angeben, wie gut Systeme spezielle Aufgaben erledigen. RZ-Verwalter können daher nicht einfach vergleichen, wie viel Rechenarbeit für ihre steigenden Stromrechnungen wirklich erledigt wird.

Die Standard Performance Evaluation Corp. (Spec) entwickelt deswegen neue Leistungstests, die in Verbindung mit Stromverbrauchsmessungen genutzt werden können, die gerade das US-amerikanische Umweltministerium Environmental Protection Agency (EPA) entwirft.

Larry Gray, der für Intel an den Spec-Bemühungen mitwirkt, verweist allerdings darauf, dass Server heutzutage in derart vielen Größen und Ausstattungsvarianten für bestimmte Einsatzgebiete am Markt sind, dass ein einziger Leistungswert schlicht nicht machbar sei. Er hofft trotzdem auf die neuen Benchmarks, die noch dieses Jahr und dann zunächst für Lowend-Server verfügbar sein sollen.

Ineffiziente Netzteile

Bei der Steigerung der Energieeffizienz liegt ein Fokus auf den Netzteilen und Gleichrichtern, die Wechselstrom in den von den meisten Computern verwendeten Gleichstrom umwandeln. Branchenkennern zufolge wandeln solche Geräte oft weniger als 70 Prozent der eingehenden Spannung in nutzbare Energie um.

Die texanische Firma ColdWatt kündigte am Montag passend eine Reihe neuer Server-Netzteile an, die 45 Prozent weniger Abwärme produzieren als herkömmliche und den Gesamtstromverbrauch eines Servers um bis zu 30 Prozent senken können sollen. Das Green Grid hofft, solche Hersteller, aber auch Anwender als zahlende Mitglieder zu gewinnen. Weitere Board-Mitglieder sind EMCs Virtualisierungstochter VMware, der Server-Anbieter Rackable Systems, der Server-Kühlungsspezialist SprayCool und der RZ-Ausstatter American Power Conversion (APC). (tc)