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01.09.2006

Greenpeace: Es gibt keine "grüne IT"

Ein neues Ranking bewertet die Umweltverträglichkeit von IT-Produkten.

Greenpeace hat einen "Guide to Greener Electronics" ins Leben gerufen, der IuK-Hersteller danach bewertet, wie wenig gefährliche Chemikalien sie in ihren Produkten verwenden und wie sie das Recycling elektronischen Mülls organisieren. Die Tabelle soll Anwender informieren, wie umweltfreundlich sich Hersteller verhalten, und so Druck entfalten für die Verwendung von Produkten ohne giftige Materialien, die sich problemlos recyceln lassen. Die Greenpeace-Scorecard bewertet momentan 14 Hersteller von Handys und PCs - und kein einziger kommt in den grünen Bereich.

Dell und Nokia führen

Gleichauf am besten sind Nokia und Dell. Beide Unternehmen vertreten die Position, als Hersteller auch für die Rücknahme und Wiederverwertung oder das Recycling ihrer Altprodukte verantwortlich zu sein. Nokia stellt seit Ende letzten Jahres nur noch Handys her, die PVC-frei sind, und will ab Anfang 2007 auf Brom-haltige giftige Feuerhemmstoffe verzichten. Dell hat sich für seine PCs ähnliche Ziele gesetzt.

Auf Platz drei steht Hewlett-Packard, während Sony Ericsson auf Rang vier kommt. Es folgen die Hersteller Samsung, Sony, LG Electronics, Panasonic, Toshiba und Fujitsu-Siemens Computers. Erst auf Platz elf findet sich Apple. Noch schlechter sind Acer und Motorola. Letzter im Feld ist Lenovo. Iza Kruszewska, Leiter der Greenpeace-Kampagne gegen Gifte, erklärte: "Es ist enttäuschend, Apple im Ranking so schlecht abschneiden zu sehen. Sie gelten als die Weltbesten in Sachen Design und Marketing, dann sollten sie auch die Weltmeister in umweltfreundlicher Innovation sein."

Straf- und Pluspunkte

Greenpeace will das Ranking für grüne Elektronik vierteljährlich neu aufstellen. Sollten Firmen Informationen fälschen oder mit anderen Tricks versuchen, ihre Umweltfreundlichkeit aufzuhübschen, gibt es Strafpunkte. Hingegen wird der Nachweis von Giftvermeidung in der Produktion und in den Produkten sowie die Offenlegung der Wiederverwendung von Materialien und des Recyclings mit Pluspunkten belohnt. Das aktuelle Ranking stützt sich noch ausschließlich auf Informationen von den Web-Seiten der Hersteller. Das Scoring gewichtet den Aspekt giftiger Substanzen schwerer als das Recycling. Zu chemischen Komponenten gibt es fünf Kriterien. Vier Kriterien befassen sich mit der Wiederverwertung und dem Recycling.

Kaum kursierte die Nachricht im Internet, kamen Reaktionen: Nach einer Meldung des Nachrichtendienstes "de.internet.com" erklärte ein Lenovo-Sprecher: "Das Greenpeace-Ranking zeigt nicht, was wir tatsächlich für die Natur tun." Sein Unternehmen halte sich weltweit an die Umweltschutznormen oder übertreffe sie. Lenovo biete außerdem Geschäftskunden das Recycling alter PCs an, was nur nicht auf der hauseigenen Website erwähnt werde.

Ums Image bemüht

Auch Apple wehrt sich gegen die katastrophale Greenpeace-Bewertung: Röhrenmonitore, in denen Kadmium verarbeitet war, habe man aus dem Programm genommen. Und derzeit suche man nach Ersatz für Quecksilber, das in kleinen Mengen in Flachbildschirmen vorkommt. Diese Aspekte kämen aber in den Greenpeace-Kriterien gar nicht vor. Mithin sei das ganze Ranking fragwürdig. Anscheinend erreicht Greenpeace genau das, was die Organisation wollte: mehr Umweltbewusstsein auf Seiten der PC- und Handy-Hersteller. Denn schlechte Noten in Umweltfragen sind schlecht fürs Image. (ls)