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01.11.1996 - 

Kommentar

Griff in die Trickkiste

Man muß sich das auf der Zunge zergehen lassen: Da gibt ein Mitarbeiter des Außendienstes der IBM zu Protokoll, Anbieter wie Big Blue, DEC, Sun, HP etc. differenzierten sich durch zusätzliche, sehr unterschiedliche Services. Transparenz bei den Wartungsdienstleistungen sei deshalb nicht gegeben. Dies - jetzt kommts - liege auch gar nicht im Interesse der Hersteller.

Für so viel entwaffnende Ehrlichkeit möchten wir uns herzlich bedanken. Zeigt die Offenbarung doch deutlich, wie ungeniert Hardware- beziehungsweise Systemanbieter den Anwendern immer dann in die Tasche greifen, wenn Kosten entstehen, die versteckt, also nicht sofort erkennbar für den Anwender sind.

Nun ist es keine unbedingt neue Erkenntnis, daß insbesondere diejenigen Anbieter besonders kräftig zulangen, die ein Schlüsselprodukt anzubieten haben, auf das eine komplette DV-Umgebung baut. IBMs Betriebssystem-Lizenzierungspolitik beispielsweise war seit eh und je Gegenstand heftiger Kritik.

Nicht ganz nachvollziehbar ist jedoch, daß es Stimmen gibt, die (verdeckte) Wartungskosten für vernachlässigbar erachten. Anwender stehen in der Verantwortung, die Kosten von DV-Systemen klar darzulegen. Und hierzu gehört auch die Verpflichtung zu offenbaren, welche Tricks sich die Hersteller einfallen lassen, auf Kosten der Anwender Gewinne zu machen.