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22.06.1990 - 

Warenhaus-Multi Sears teilt Netz-Management auf drei Zentralen auf:

Größter IBM-Kunde kehrt zu mehr DV-Zentralität zurück

CHICAGO (IDG) - Alle Welt schwört auf verteilte DV-Systeme; Sears, Roebuck and Co. nicht mehr. Der Warenhaus-Konzern speckt derzeit von neun auf drei Daten-Zentren ab, um sein Netz effektiver zu gestalten.

Der Kaufhaus-Riese Sears, der weltweit als größter Anwender eines SNA-Netzes gilt und IBMs bester Hardwarekunde sein soll, sucht die Netzlösung der Zukunft in einer Rezentralisierung. Künftig wird das Geschick der gesamten DV von drei statt bisher von neun Datenzentren aus gelenkt. Jeder dieser Stützpunkte hat sechs Mainframes im Einsatz und ist über Leitungen mit einer Übertragungskapazität von 45 Mbit/sec verbunden.

Grund für die Neuorganisation ist laut Gary Weis, Senior Vice-President der Sears Technology Services Inc. (STS), das Bestreben, die Effizienz zu steigern und die drei Zentralen als ein homogenes System zu managen. Weis: "Das setzt einen Disk-Controller voraus, der eine 100-Mbit/sec-Verbindung zwischen den Centern nutzt und auf Programme zugreift, die jeweils in den anderen Schaltstellen laufen, ohne den gesamten File hin und her transportieren zu müssen." Nach Ansicht des Experten hört sich diese Kapazität heute noch nach "Krieg der Sterne" an, aber Verhandlungen mit Herstellern hätten gezeigt, das Vorhaben sei lösbar.

Weis plant, die DV-Umgebung aller drei Zentren variabel und nach Bedarf einzusetzen, das heißt, an den Verarbeitungszyklen und der Datenspeicherung nur einer Anwendung können unter Umständen alle sechs Host-Rechner einer Zentrale oder sogar Mainframes aller Hauptbasen beteiligt sein. "Wir haben die Applikationen auf die Daten-Zentren migriert und sind gegenwärtig dabei, sie auf den Maschinen zu implementieren", erklärt der Vice-President das weitere Procedere. Diese Phase soll in 15 bis 18 Monaten abgeschlossen sein.

Probleme bei der Realisierung machen, so Weis, die momentanen Connectivity-Optionen der IBM für die 3090-Serie. Da Sears jedoch ein guter Kunde von Big Blue sei, rechne er damit, daß die gewünschten Features bald ausgeliefert werden. Trotz der engen Beziehungen zu dem Armonker Konzern und der Sympathie für Netview sind die DV-Planer von STS ihrem Lieferanten nicht bedingungslos ergeben. So hat das Unternehmen die Schnittstelle zwischen Netview und mehr als 2000 IBM-Serie/1-Computern selbst entwickelt und dadurch den Kauf von mehreren hundert Netview/PC-Workstations umgangen.

Ganz auf Zentralisierung machten sich die Sears-Verantwortlichen aber nicht einlassen. Zwar habe man, sagte Weis, anstelle der drei Zentren ein Megazentrum in Erwägung gezogen, aber aus Sicherheitsgründen dann doch die Finger davon gelassen. Backups werden künftig je nach Wichtigkeit der Daten innerhalb einer Stunde, 24 Stunden oder 30 Tagen gemacht.

Daß die Vorstandsetage der Warenhauskette auf Nummer Sicher geht, ist verständlich, umfaßt das gesamte doch Netz mittlerweile über 17 000 Knoten und 500 Token-Ring-LANs. Um außerdem die 15 000 Datenverbindungen und 166 T1-Leitungen unter Kontrolle zu haben, wird Sears dieses Jahr 225 Millionen Dollar in Processing-Equipment stecken, 200 Millionen in Datenkommunikation sowie weitere 126 Millionen in SNA-Services.