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27.09.1991 - 

EDV-Beratung präsentiert Umfrage-Ergebnisse

Großanwender haben gegen Expertensysteme Vorbehalte

ASCHAFFENBURG (CW) - Eine Erhebung über den Einsatz wissensbasierter Systeme in deutschen Großunternehmen hat die Aschaffenburger Pass EDV-Beratung durchgeführt. Das erstaunliche Ergebnis: Für einen Großteil der befragten Unternehmen (63 Prozent) ist das Thema Expertensysteme noch immer ein Buch mit sieben Siegeln.

Ziel der Berater war, Informationen über den Verbreitungsgrad von Expertensystemen in verschiedenen Branchen und Einsatzgebieten zu erhalten. Außerdem sollten der jeweilige Realisierungsgrad und die bei der Projektdurchführung auftretenden Probleme erfaßt werden. Auf die Fragen antworteten 49 der umsatzstärksten 125 deutschen Unternehmen.

Die meisten Systeme in der Automobilindustrie

Die Quote der Großanwender, die noch nie mit Expertensystemen zu tun hatten, so behaupten die Pass-Mitarbeiter liegt in Wirklichkeit deutlich über den ermittelten 63 Prozent. Die Berater unterstellen, daß Unternehmen, die mit dem Thema nie konfrontiert waren, auch wenig motiviert sind, auf eine entsprechende Befragung zu antworten.

Branchenbezogen zeigt die Erhebung, daß zwar im Bankengewerbe das Interesse an wissensbasierten Systemen besonders groß ist, daß aber die weit- aus meisten einsatzfähigen Systeme in der Automobilindustrie sowie im Chemie- und Elektrogewerbe zu finden sind. Hier kommt die Software vor allem im Produktionsbereich zum Einsatz. Handel und Energieversorgung dagegen befassen sich kaum mit dem Thema. Die genannten Gründe für die ablehnende Haltung dieser Branchen sind geringer Konkurrenzdruck, fehlende Hard- und Software sowie Zeitmangel, da die Lösung anderer Probleme Vorrang hat.

Zwar lehnen die meisten Unternehmen den Einsatz von Expertensystemen wegen technischer Probleme ab, doch nur 30 Prozent der Anwender, die sich für den KI-Einsatz entscheiden, haben diese Schwierigkeiten wirklich. Oft kann sich lediglich das Personal nicht mit der neuen Software anfreunden - ein Problem, das allerdings nur selten zugegeben wird. Beklagt wird von den Expertensystemanwendern in erster Linie die mangelhafte Integrationsmöglichkeit in die bestehende DV-Landschaft.

Schwierigkeiten haben viele Anwender mit den Methoden der Wissensmodellierung. Vor allem die Wissenserfassung bereitet Sorge, weil sie von den Mitarbeitern neben Fachwissen auch sehr gute Kommunikationsfähigkeiten verlangt. Fachexperten, so ein Umfrageergebnis, werden bei der Wissensmodellierung zeitlich zu extrem belastet.

Für Schwierigkeiten sorgen laut Pass aber auch immer wieder die "alten Hasen" der Datenverarbeitung, die aus Angst vor Kompetenzverlust die Einführung neuer Technologien und Methoden hemmen. Die EDV-Beratung liefert die Ergebnisse ihrer Befragung zum Preis von 280 Mark aus.