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16.01.1998 - 

Kostengünstige Administration heterogener Umgebungen

Großanwender setzen auf integriertes Management

Aktuelle Entwicklungen im Bereich Netz-Management bei Großanwendern untersucht eine IDC-Studie mit dem Titel "Maximizing Investments in Distributed Environments". Dort haben die Analysten insgesamt zehn weltweit operierende Firmen in den Blick genommen, die umfangreiche und daher zwangsläufig heterogene Unternehmensnetze betreiben. Im Durchschnitt hat dabei jeweils ein IT-Manager die Verantwortung für rund 6480 Desktops und 480 Server, wobei die Geräte über 95 Standpunkte verteilt sind. Alle befragten Firmen setzen eine Reihe von Management-Tools ein, wollen über kurz oder lang aber auf eine integrierte Lösung umsteigen.

Von integrierten Lösungen verlangt IDC, daß sie unter anderem plattformübergreifend und offen sind, also auch bereits vorhandene Tools unterstützen, die der Anwender weiter benutzen möchte. Sie sollten zudem eine einheitliche Benutzeroberfläche besitzen und das Unternehmensnetz sowohl aus Sicht der technischen Komponenten als auch der eventuell von einem Fehler betroffenen Geschäftsbereiche darstellen können. Ferner sollte es möglich sein, einzelne Teile der Management-Umgebung sowohl logisch als auch physikalisch über das Unternehmensnetz zu verteilen und Administrationsaufgaben hierarchisch zu staffeln.

Bei mittleren Implementierungskosten von rund 70000 Dollar pro 100 Anwender für eine integrierte Management-Lösung lassen sich laut IDC bereits im ersten Jahr Ersparnisse von insgesamt rund 106000 Dollar gegenüber dem Netzbetrieb ohne Verwaltungs-Tools erzielen (siehe Tabelle auf Seite 26). In den folgenden Jahren sollen sogar bis zu 117000 Dollar pro 100 Anwender möglich sein.

Drei Hauptbereiche machen die Analysten dabei aus, über die sich unnötige Ausgaben vermeiden lassen. Es handelt sich um die Installation und das Aufrüsten von System- und Anwendungssoftware, die Administration der Anwender und Ressourcen im Netz sowie den laufenden Betrieb der IT-Infrastruktur (Fehlerentdeckung und -korrektur, generelle Wartungsarbeiten). Je nach Art der Aufgabe läßt sich viel Zeit sparen, die für andere Tätigkeiten genutzt werden kann.

Diese Erfahrung bestätigt Systemadministrator Mike Shelton vom weltweit operierenden Unternehmen Cargill Inc. mit Sitz im amerikanischen Minneapolis. Dort kommen Management-Tools von Tivoli für die Verwaltung eines Netzes zum Einsatz, das insgesamt mehr als 1000 Server und knapp 20000 Desktops umfaßt.

Erleichterungen schafft dies unter anderem bei der Administra- tion von Anwenderdaten. Bevor die Firma auf die Tivoli-Lösung umstieg, mußte beispielsweise die Zuweisung von Zugriffsrechten oder die Konfiguration bestimmter Applikationen noch umständlich von Hand erledigt werden.

"Das war ein Alptraum", erinnert sich Shelton. "Mehrere Verzeichnisse manuell miteinander abzugleichen war sehr umständlich." Mit Hilfe der integrierten Management-Lösung konnten solche Prozesse automatisiert werden. Jetzt ist laut Shelton auch sichergestellt, daß übertragene Informationen korrekt sind.

Vom reaktiven zum aktiven Management

Mittlerweile benötigen die Administratoren bei Cargill infolge der Verbesserungen nur noch die Hälfte der Zeit für die Administration aller Anwender. So können sie sich auf wichtigere Aufgaben konzentrieren. Längerfristig hofft das Unternehmen sogar, die Arbeitsersparnisse in diesem Bereich auf 85 Prozent zu erhöhen.

Durch entsprechende Tools lassen sich laut IDC vor allem Backup- und Archivierungs-Aufgaben um rund 70 Prozent verkürzen. Unterm Strich wird die meiste Zeit jedoch bei der Installation von Software und entsprechenden Upgrades gewonnen: Pro 100 Anwender macht ein Unternehmen im Jahr 516,6 Stunden wertvolle Arbeitszeit gut, wenn es Tools einsetzt, die diese Aufgaben übernehmen.

Die Einsparungen resultieren vor allem aus der effizienteren Verwaltung des Unternehmensnetzes. Administratoren können von einem reaktiven Management (bei dem erst nach Auftreten einer Störung eine Lösung gesucht wird) zu einer proaktiven Verwaltung übergehen (mögliche Probleme werden identifiziert und angegangen, bevor sie akut werden). So lassen sich unnötige Mehrkosten für das Unternehmen dadurch vermeiden, daß die Verfügbarkeit des Netzes zunimmt. Geht die IT-Infrastruktur nämlich in die Knie, sind nicht nur die Anwender unproduktiv - während dieser Zeit steht das Netz auch nicht zur Verfügung, um beispielsweise Geschäfte zu tätigen. Gewinnausfälle sind die Folge.

Management-Lösungen stellen hier eine wertvolle Hilfe dar: Sie reduzieren laut IDC die Ausfallzeiten der Unternehmensnetze um vier Stunden pro Monat, zudem sind nur noch zwölf statt vorher 18 Prozent der Anwender von der Störung betroffen. Die Verfügbarkeit der IT-Infrastruktur verbessert sich somit um 15 Prozent. Die IDC-Studie geht davon aus, daß ein Mitarbeiter mit seiner Arbeit im Schnitt pro Stunde 106 Dollar Umsatz erwirtschaftet, und kommt aufgrund einer durch verbesserte Administration reduzierten Netzausfallzeit letztendlich auf einen möglichen Zusatzgewinn von insgesamt rund 65000 Dollar pro Jahr und 100 Anwender. Weitere 25000 Dollar soll die ebenfalls verbesserte Produktivität bringen. Diese Zahlen sind von Interesse, weil die durch Ausfälle verursachten Verluste nicht im IT-Budget auftauchen, aber in allen Bereichen des Unternehmens spürbar sind. Zudem ist die Steigerung der Verfügbarkeit sicherlich das auffälligste Merkmal eines verbesserten Netz-Managements.

Bei all den erfreulichen Einsparmöglichkeiten ist zu beachten, daß die von IDC gefundenen Zahlen vor allem für Unternehmen mit sehr großen Netzstrukturen zutreffen. Lassen sich bei kleinen und mittleren Firmen die administrativen Aufgaben durchaus auch mit Einzellösungen kostengünstig bewältigen, sind Großanwender auf integrierte Lösungen angewiesen, um in den Genuß der genannten Einsparungen zu kommen. Ihnen wäre mit einzelnen Tools kaum geholfen, da deren Einsatz wiederum unternehmensweit koordiniert und verwaltet werden müßte.