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25.02.2000 - 

Outsourcing von Netzservices nur bei gemeinsamem Geschäftsrisiko

Großanwender sorgen am liebsten für sich selbst

BOSTON (CW) - Großanwender misstrauen den Fähigkeiten von Service-Providern und geben Netzdienste deswegen selten aus der Hand. Eine Zusammenarbeit kommt in der Regel nur dann in Frage, wenn Dienstleister das Geschäftsrisiko mit ihren Kunden teilen. Ansonsten verzichten die Anwender laut Yankee Group lieber ganz auf deren Services.

Der Bedarf an Bandbreite steigt sprunghaft. Erweiterungen von 1,5 auf 10 oder 45 Mbit/s oder von 6 auf 90 Mbit/s sind keine Seltenheit. Deswegen fängt die Frage "Outsourcen oder selbst machen?" im Grunde genommen schon bei der Infrastruktur an. Brachliegende Glasfaserstrecken ohne Vermittlungseinrichtungen ("dark fiber") versprechen Anwendern Zukunftssicherheit, die Möglichkeit, sich durch spezielle Funktionen im Netz vom Wettbewerb abzuheben, und kalkulierbare Kosten. Für Langstrecken und Metropolitan Area Networks (MANs) kosten sie rund 1000 Dollar pro Kilometer. Dank dieser Vorzüge stößt der Kauf solcher Kabel bei Anwendern durchaus auf Interesse.

Doch es gibt auch Schattenseiten: Ungenutzte Glasfaserstrecken erfordern beispielsweise ein umfangreicheres Management der internen Netzressourcen. Wenn Anwender trotzdem diesen Weg einschlagen, um ihre Bandbreiten auszubauen, drückt das auch ihr mangelndes Vertrauen in die Fähigkeiten der Service-Provider aus. Potenzielle Kunden fordern insbesondere ausreichende Dienstegüte und die Möglichkeit, Netzparameter bei Bedarf schnell zu ändern.

Neben der Option, Infrastruktur eines Carriers zu mieten, können Anwender Applikationen von Dritten verwalten oder "hosten" lassen. Wachsende Bedeutung erlangen Anwendungen auf Basis des Internet Protocol (IP), also etwa in einem Intra- oder Extranet. IP zeichnet sich vor allem durch die Möglichkeit aus, verschiedene Applikationen - inklusive Sprache - auf derselben Schicht zu integrieren. Einige Benutzer experimentieren bereits mit Voice-over-IP auf dem Campus, seltener im WAN. Die Mehrheit verlässt sich jedoch lieber auf etablierte Technologien wie Sprache über Frame Relay oder ATM. Als Hemmnisse für den Masseneinsatz werden unzureichendes Management, fehlender lokaler Support an mittelgroßen Standorten und ein Mangel an klaren Migrationsstrategien beklagt.

Auf der Grundlage des Internet Protocol bauen Virtual Private Networks (VPNs) auf, die sich auch outsourcen lassen. Zwar kennen die Anwender die Vorteile dieser Technologie, dennoch erwarten sie eine schleppende Installation. Vorwiegend große Standorte, die genügend Fachkräfte haben, entscheiden sich für diesen Weg. Andere hoffen, dass der Siegeszug von IP-VPNs auch die Preise bei Frame Relay und Mietleitungen drückt. Einige Benutzer sehen auch Vorteile für die Anbindung kleiner remoter Sites, mobiler Mitarbeiter und Telearbeiter. Für mittelgroße Standorte bleibt jedoch nach wie vor Frame Relay die Technik der Wahl.

Geschäftskritische Anwendungen wollen die Benutzer auf jeden Fall im eigenen Haus behalten, höchstens einfache Applikationen wie E-Mail geben sie nach außen. Die neuen Application-Service-Provider (ASPs) müssen sich ihre Glaubwürdigkeit erst noch erkämpfen. Sie hängt von der Qualität und Verfügbarkeit des Netzes und der Bereitschaft ab, das Geschäftsrisiko mitzutragen. Letzteres hieße auch, dass der Service-Provider bei Erfolg am Gewinn beteiligt wird. Service-Level-Agreements (SLAs) allein reichen oft nicht aus, weil die im Falle des Versagens fälligen Zahlungen viel geringer sind als der tatsächliche Schaden.

Die skeptische Haltung der Benutzer gegenüber dem Outsourcing birgt auch Gefahren: Wer alle Services im Haus hält, schneidet sich eventuell von Innovationen ab, weil er neue Anwendungen und Dienste als Bedrohung empfindet. Diese Gefahr sehen in erster Linie Anbieter von Outsourcing-Dienstleistungen. Einen Ausweg bietet unter Umständen die Einrichtung einer separaten Abteilung für neue Applikationen.

Abb.: Netz-Outsourcer/Carrier

Service und support stehen für die Anwender an erster Stelle. Auch die Qualität der SLAs rangiert weit oben. Quelle: The Yankee Group