Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

04.09.1992 - 

Input analysiert europäischen Downsizing-Markt

Großanwender verordnen DV eine Abmagerungskur

MÜNCHEN (CW) - Die Notwendigkeit, ihr DV-Budget radikal zu kürzen, führt immer mehr Unternehmen auf den Downsizing-Pfad. Die letzte Entscheidung für einen Umstieg auf kleinere verteilte Systeme wird dabei in der Regel nicht vom DV-Leiter, sondern in der Geschäftsführung gefällt. Bevorzugte Zielsysteme sind Unix-Rechner und IBMs AS/400-Systeme (siehe Grafik).

Eine Untersuchung des Londoner Marktforschungsunternehmens Input förderte zum Teil überraschende Ergebnisse zutage. So variiert das Downsizing-Verhalten von Mainframe-Anwendern je nach der vorhandenen Systemumgebung: Großrechner-Anwender, die keine IBM-Maschine, sondern Mainframes von Herstellern wie ICL, SNI oder Unisys installiert haben, wechseln laut Input überdurchschnittlich oft in die IBM-Midrange-Welt. Für eingefleischte IBM-Großanwender stellt die AS/400 dagegen nur eine Alternative von vielen dar. Hier beobachtet Input eine erhöhte Bereitschaft, in die Unix-Welt zu wechseln.

Den Anstoß für Downsizing, so analysieren die Marktforscher mit deutschem Sitz in Langgöns bei Gießen weiter, gibt in der Regel das Top-Management, das dem Ausufern der DV-Budgets nicht länger tatenlos zusehen will. Die Geschäftsführung übt Druck auf das Controlling aus, das seinerseits die IT-Abteilung instruiert, die DV-Ausgaben auf ein erträgliches Maß zusammenzustreichen.

Ist Downsizing erst einmal beschlossene Sache, so erhält die IT-Abteilung die Aufgabe, die neu entstandenen DV-Bedürfnisse zu analysieren und nach Möglichkeit zu befriedigen.

In diesem Zusammenhang geben die IT-Verantwortlichen auch Empfehlungen hinsichtlich der Systemauswahl ab. Die letzte Entscheidung darüber, in welchem Umfang und für welche Aufgaben IT-Systeme heranzuziehen sind und welcher Anbieter diese Systeme liefern soll, fällt laut Input allerdings außerhalb der IT-Abteilung auf der Führungsebene des Unternehmens.

Neben dem Downsizing greifen Unternehmen auch auf andere Strategien zur Reduzierung der DV-Kosten zurück. Dazu zählen eine möglichst weitgehende Automation der Abläufe, der Einsatz von Standardsoftware und die Reduzierung von Eigenentwicklungen sowie nicht zuletzt das Outsourcing.

Downsizing aber steht laut Input an erster Stelle, denn nur auf diesem Wege läßt sich neben Einsparungen auch ein anderes Ziel erreichen: die Restrukturierung und Dezentralisierung der gesamten Abläufe im Unternehmen.

Viele Unternehmen nutzen die neuen DV-Möglichkeiten, indem sie die Geschäftsabläufe optimieren und die einzelnen Abteilungen als autonome Einheiten mit hoher DV-Kompetenz unterstützen. Dabei wird von den zunehmenden DV-Kenntnissen des Endanwenders Gebrauch gemacht. Mit dem Downsizing-Trend, so die Input-Analysten, geht also ein Großteil der IT-Verantwortung von der DV-Abteilung in die Fachbereiche über.