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19.09.1975 - 

Elektrogerätebau Gustav Klein KG, Schongau, ging andere Wege:

Große EDV für 165 000 Mark

SCHONGAU - Nachdem man bei der Elektro-Geräte-Bau Gustav Klein KG, Schongau, so ziemlich alle MDT-Anlagen geprüft hatte, die in Deutschland angeboten werden, fand Geschäftsführer Gustav Klein noch eine weitere Alternative. Der Dreh: Mini statt MDT.

Seit dem 1. Januar 1975 ist ein "reinrassiger Prozeßrechner" für alle kommerziellen Arbeiten im Einsatz, angefangen von der Vorkalkulation, über Materialdisposition, Arbeitsvorbereitung, Auftragsverfolgung, Lagerwirtschaft und Inventur bis zur Nachkalkulation. Sämtliche Umstellungsarbeiten einschließlich Schreiben der Aufgabenstellungen, Programmierung und Schlußtests wurden von dem Münchner Systemhaus Gesellschaft für Informatik mbH durchgeführt. Gesamtpreis des Turnkey-Systems: 165 000 Mark (150000 Mark Hardware, 15 000 Mark Software).

Standard-Lösungen reichten nicht

"Ich fühle mich keinesfalls als Pionier an der Anwenderfront", winkt Klein ab, es war ganz einfach so, daß ein Materialwirtschaftsprogramm wie wir es brauchen, bei keinem der MDT-Anbieter vorhanden war und die renommierten Firmen vornehmlich ihre vorhandene Standard-Software verkaufen wollten."

Er habe sich - wie er berichtet - letztlich für eine Lösung entschieden, bei der die Kosten der individuellen Programmierung am niedrigsten lagen: "Die Software stand im Vordergrund, mit welcher Hardware die Lösung realisiert wird, war für mich von sekundärem Interesse."

Es müsse allerdings sichergestellt sein - so Klein's Einschränkung -, daß das System mit den Anforderungen des Benutzers wachsen kann.

Der Schongauer Mittelbetrieb produziert Stromversorgungsgeräte, Gleich- und Wechselrichter sowie Netzspannungsregler, die vorwiegend in Einzelfertigung auftragsbezogen hergestellt werden.

In der Abteilung Auftragsbearbeitung traten Engpässe in Folge steigenden Datenvolumens auf, - hier Verbesserungen zu erzielen war Anstoß zu Klein's Überlegungen, eine Datenverarbeitungsanlage einzusetzen.

Maßgeschneiderter System-"Anzug"

"Der installierte Rechner, ein DEC Data System (DDS) 340 mit 32 K Hauptspeicher, 2 Wechselplatten-Laufwerken mit je 3,2 Mio. Zeichen, 1 Schnelldrucker mit 18 000 Zeilen pro Stunde und 1 Bildschirmterminal VTO5 mit 1440 Zeichen, ist so konfiguriert, daß wir zum jetzigen Zeitpunkt über genau die Systemmittel verfügen, die wir brauchen", erläutert Klein. Die Anlage ist darüberhinaus ausreichend erweiterungsfähig: Hauptspeicher- und Magnetplattenkapazität können verdoppelt werden, weitere sieben Terminals sind anschließbar. Außerdem besteht die Möglichkeit, das System um Lochkarten- und Lochstreifengeräte zu erweitern.

Zur Lösung aller Problemkreise werden drei Hauptdateien verwendet (Artikelstamm, Stücklisten- und Auftragsdatei), bei denen sowohl eine Abarbeitung in Sortierfolge als auch der direkte Zugriff zu den Datensätzen möglich ist. Der Artikelsatz enthält Artikelbezeichnung, Typangaben, Einkaufs- und Durchschnittspreise sowie Mengenfelder für Lagerbuchhaltung, Vorratshaltung und Materialdisposition. Außerdem wurden acht Felder für die technischen Eigenschaften jedes Artikels aufgenommen. Dadurch ist es dem Entwicklungsingenieur möglich, am Bildschirm abzufragen, ob bestimmte Teile als Lagerware bereits vorhanden sind und welche Toleranzgrenzen sie aufweisen.

Die Speicherung der Stücklisten erfolgt in drei Unterdateien: Stamm, Struktur und Variante.

Auch Minis sind nur Computer

Der Auftragssatz enthält neben den gebräuchlichen Daten eine nach Kostenstellen verdichtete Vorkalkulation für Löhne und Material. Bei Auflistung wird für jeden Auftrag - durch eine Gegenüberstellung der Soll- und Ist-Kosten - der Grad der Fertigstellung eines Auftrags sichtbar. Die Auftragspapiere werden je Auftrag, gruppiert nach Kostenstellen und Stückliste abgerufen. Das Programm ist so aufgebaut, daß die einzelnen Vordruckarten (Fertigungsstücklisten, Lohnscheinen Materialentnahmescheine und Fertigmeldungen) zu jedem beliebigen Zeitpunkt abgerufen werden können, - wie überhaupt die Aktualität aller Betriebsdaten charakteristisches Merkmal der "Klein"-Lösung ist. "Es hat zwar seine Zeit gebraucht, bis wir die Sache in den Griff bekommen haben", ist Klein bereit zuzugestehen, "schließlich sind auch Minis nur Computer."