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27.10.1995

Grosse Erwartungen bei Business-Multimedia Telekom will mit City-Netzen Wettbewerbern Paroli bieten

MUENCHEN (gh) - Rosige Zeiten fuer Business-Multimedia-Anwendungen erwartet man bei der Deutschen Telekom AG. Die Verantwortlichen des Bonner Carriers zeichneten auf der Systems '95 ein positives Bild von der weiteren Entwicklung des Geschaeftskundenmarktes. Neue "City-Netze" und die Fortfuehrung von ATM-Projekten sollen fuer einen weiteren Schub sorgen.

"Der Siegeszug von Multimedia beginnt im geschaeftlichen Umfeld. Als leistungsstarkes Endgeraet fuer die multimediale Telekommunikation kristallisiert sich der PC heraus; gleichzeitig wird der Stand-alone-PC immer mehr zur Ausnahme." Mit diesem knappen Statement eroeffnete der neue Geschaeftskundenvorstand der Deutschen Telekom AG, Herbert May, die Pressekonferenz seines Unternehmens auf der Systems '95. Angesichts dieses Szenarios erwartet man bei der ehemaligen Posttochter einen rasanten Aufwaertstrend, vor allem im Bereich der Netzwerk-Kommunikation - zum Beispiel bei Datex-M, aber auch im traditionellen Mietleitungsgeschaeft.

May zufolge wurden 1994 mit entsprechenden Services der Telekom und ihrer Wettbewerber 2,1 Milliarden Mark umgesetzt, im Jahr 2000 duerften es voraussichtlich 3,4 Milliarden Mark sein. Ebenso dynamisch wird sich nach Ansicht der Telekom-Verantwortlichen der Markt fuer die Bildkommunikation (also in erster Linie Videokonferenz) entwickeln. Waehrend hier im vergangenen Jahr das Marktvolumen in Deutschland bei rund 1,2 Milliarden Mark lag, sollen es zur Jahrtausendwende dank Multimedia fast zwei Milliarden Mark sein. Apropos Multimedia: Auch hier geht man beim Bonner Netzbetreiber von einem nachhaltigen Wachstum aus. Danach wird noch in diesem Jahr das Marktvolumen fuer Business-Multimedia allein in Deutschland eine Groessenordnung von knapp 900 Millionen Mark erreichen. Im Jahr 2000 duerfte der hiesige Multimedia-Markt fuer geschaeftliche Anwendungen auf ueber 13 Milliarden Mark expandieren.

Neue City-Netze sollen Ende November starten

Kuenftige Netzinfrastrukturen fuer Anwendungen wie Videokonferenz, Teleworking, Teleteaching und E-Mail werden neben dem bereits verfuegbaren 34-Mbit/s-Datex-M-Dienst und den derzeit sich im Pilotbetrieb befindenden ATM-Netzen auch neue regionale City-Netze sein. Letztere sollen, offenbar als Antwort auf das zunehmende Auftreten auslaendischer Wettbewerber wie MFS und Colt, Ende November in Berlin, Hamburg und Frankfurt in Betrieb gehen. Dabei werden den Kunden auf den jeweiligen regionalen Bedarf zugeschnittene Glasfasernetze mit Uebertragungsraten von 64 Kbit/s bis 155 Mbit/s zur Verfuegung gestellt, die laut Telekom permanent, zyklisch oder auch nur sporadisch genutzt werden koennen. Gleichzeitig bietet die Telekom hier umfassende Serviceleistungen fuer den laufenden Betrieb und die Wartung an; unter anderem ein End-to-end-Management sowie eine Verfuegbarkeit von mehr als 99 Prozent.

Erhebliche Fortschritte sind, wie May betonte, auch in Sachen ATM zu verzeichnen. So wurde das Mitte 1994 zunaechst in vier Staedten gestartete ATM-Projekt inzwischen auf 20 Staedte ausgeweitet, womit jetzt auch die bundesweite Anschaltung von Pilotteilnehmern moeglich ist. Gleichzeitig ist man, wie es auf der Systems 95 hiess, bemueht, die internationale ATM-Entwicklung voranzutreiben. Neben der Beteiligung am europaeischen ATM-Pilotprojekt, in dem neben der Telekom weitere 17 Netzbetreiber engagiert sind, bedeutet dies, wie es in Muenchen weiter hiess, Anfang naechsten Jahres zusammen mit France Telecom den Start eines gemeinsamen kommerziellen ATM- Service.