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22.04.1977 - 

Unternehmensberater zahlen am besten

Großer Bedarf an graduierten Informatikern

CW-BerichtMÜNCHEN - Informatik kann sich als junge Wissenschaft noch nicht auf ein voll etabliertes Wissenschafts- und Lehrgebäude stützen. Als erste Hochschule der Bundesrepublik führte die Universität Karlsruhe 1969 einen vollständigen Studiengang Informatik mit dem Abschluß als Diplom-Informatiker ein. An den früheren Ingenieurschulen gibt es die "Datenverarbeitung" seit 1962 als selbständiges Lehrfach: ein Modell für einen Studiengang "Informatik an Fachhochschulen" wurde 1968 erarbeitet.

Der Arbeitsmarkt benötigt den forschungsintensiven Diplom-Informatiker und den anwendungsorientierten graduierten Informatiker. Gerade bei ihm sind Angebot und Nachfrage aus den Proportionen geraten. Der Ad-hoc-Ausschuß "Ausbildung von DV-Fachkräften" des Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFT) hat festgestellt, daß einem Ausbildungsangebot von 1900 DV-Fachkräften mit Fachhochschulausbildung (Hauptfach Informatik) im Zeitraum von 1973 bis 1978 eine Nachfrage von 11 000 solcher Fachkräfte gegenübersteht. Bei dem Personenkreis mit Informatik als Nebenfach (Studiengänge mit bis zu einem Drittel informatikbezogener Fächer) beläuft sich das Angebot auf 1100, während die Nachfrage bei 15 000 Personen, liegt. Aus einer IBM-Statistik geht hervor, daß heute etwa 600 Diplom-Informatiker im Berufsleben stehen; davon arbeiten etwa 200 als Assistenten an Hochschulen, 150 sind bei EDV-Herstellern beschäftigt, um etwa die gleiche Anzahl steht bei Software-Häusern im Brot. Bei rund 100 konnte nicht eindeutig festgestellt werden, wo sie beschäftigt sind. IBM hatte 1976 selbst 35 Diplom-Informatiker auf der Payroll.

Bei der Siemens AG sind heute aber auch etwa 80 graduierte Informatiker beschäftigt. Sie sind allerdings nicht eindeutig zuzuordnen, da sich neben "reinen" Informatikern auch Ingenieure der Fachrichtung Informationstechnik darunter befinden. Der graduierte Informatiker hat bei Siemens ein Anfangsgehalt von etwa 2300 Mark, der Diplom-Informatiker bekommt rund 300 Mark mehr. Beim Marktführer IBM bekommen die Berufsanfänger etwa zehn Prozent mehr Anfangsgehalt als bei Siemens - noch besser zahlen (angeblich) Banken, Versicherungen sowie Unternehmensberatungen. Der Unterschied zwischen diplomierten und graduierten Informatikern fällt nicht nur beim Anfangsgehalt ins Gewicht, vielmehr noch bei den Aufgaben: Die diplomierten Informatiker sind in der Regel in der Planungs- und Definitionsphase - also im Vorfeld der Datenverarbeitung - eingesetzt, während die graduierten Informatiker mehr mit Routinearbeiten beschäftigt sind. Das heißt, sie schreiben die Programme und testen sie aus. Die Einsatzmöglichkeiten sind jedoch nicht streng getrennt. Wichtig für den Informatiker, ob graduiert oder diplomiert - so Peter Thust, Leiter der Abteilung Technischer Nachwuchs bei der Siemens AG -, ist die Tatsache, daß er keine Informatiker-Sprache sprechen darf, sondern mit Ingenieuren reden kann. "Wenn ein Informatiker zum Hersteller geht, dann muß er eine Ingenieursprache sprechen und verstehen, was Hardware bedeutet, oder mindestens in der Lage sein, sieh in Hardware-Probleme einzuarbeiten."