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18.03.1994

Grosshandel entscheidet sich fuer HP-Hardware und SAP-R/3 EK-Gruppe loest SNI-Host durch offene Systeme ab

BIELEFELD (CW) - Eine Client-Server-Loesung, fuer die Hewlett- Packard (HP) Hardware im Wert von fuenf Millionen Mark liefert, loest beim genossenschaftlichen Grosshandel EK Grosseinkauf eG, Bielefeld, die Host-Umgebung von Siemens-Nixdorf ab. Im Mittelpunkt des Projekts steht die Einfuehrung der R/3-Software von der Walldorfer SAP AG.

Die bisherige DV-Ausstattung der Genossenschaft besteht aus einem SNI-Grossrechner des Typs H90. Darauf laufen unter anderem Individualprogramme fuer Warenwirtschaft sowie die Module Kostenrechnung, Finanz- und Anlagenbuchhaltung der Standardsoftware R/2 von SAP.

"Bis spaetestens Mitte 1996 wollen wir die komplette Warenwirtschaft auf R/3 umgestellt haben", blickt IT- Bereichsleiter Hans-Juergen Laufer in die Zukunft. Da ein solches Projekt im Grosshandel wohl einmalig sei, habe sich die EK-Gruppe die Mithilfe des Instituts fuer Wirtschaftsinformatik der Universitaet Muenster gesichert.

Obwohl einzelne R/2-Module bereits auf dem Mainframe laufen, entschieden sich die Bielefelder gegen einen Ausbau dieser Architektur. "Das macht keinen Sinn", so Laufer, "R/3 ist viel flexibler und kostenguenstiger." Auch vom langjaehrigen Partner Siemens-Nixdorf trennt sich die Genossenschaft ohne Schmerz.

Der "Schlingerkurs" der Muenchner, der sich in staendigen Umstrukturierungen und andauernden Verlustmeldungen gezeigt habe, ist Laufer zufolge fuer einen Anwender wie die EK zu riskant geworden. Man bevorzuge die "Gewinner" der Branche, deshalb seien auch Digital und IBM bei der Hardware-Ausschreibung nicht beruecksichtigt worden.

Das Projekt der Bielefelder gilt in Branchenkreisen als wegweisend. Schon jetzt sind rund 2000 Fachhaendler ueber Datex-J mit der Genossenschaft verbunden. Der elektronische Austausch kompletter Geschaeftsvorfaelle zwischen Industrie, Gross- und Einzelhandel soll so schnell wie moeglich vorangetrieben werden.

Zur Zeit ist die EK-Gruppe noch mit der internen Bestandsaufnahme beschaeftigt. Mit Hilfe der "Aris"-Tools von der IDS Prof. Scheer GmbH, Saarbruecken, werden die unternehmensweiten Prozessketten analysiert. "Wir dokumentieren die Ablaeufe und fuehren uns vor Augen, wie oft etwa ein Beleg in die Hand genommen wird, wo Medienbrueche entstehen etc.", beschreibt Laufer. "Die Software sagt einem brutal, mit welchem Arbeitsaufwand ein Prozess abgewickelt wird."

Im Hardwarebereich setzt EK Einkauf zunaechst voll auf HP. Als Datenbankmaschine wird ein Zwei-Prozessor-Hochleistungs-Server der HP9000-Reihe, Serie 800, Modell T500, installiert. Ausserdem liefert HP zunaechst drei Anwendungs-Server, ebenfalls HP9000- Rechner der Serie 800, Modell G50.

Als Desktop-Rechner sind nicht etwa PCs vorgesehen, sondern - in einer ersten Ausbaustufe - 150 Unix-Workstations mit einer OSF/Motif-Oberflaeche. Fuer Workstations spricht nach Meinung Laufers die groessere Stabilitaet. Die Wahl fiel auf die HP9000- Modelle 712/60. In einer zweiten Ausbaustufe will der Grosshaendler fuer Werkzeuge, Haushalts- und Eisenwaren drei weitere Anwendungs- Server und 350 Desktop-Systeme anschaffen. Dabei beobachtet das Unternehmen auch den entstehenden Markt um Windows NT und der Power-PC-Architektur.