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11.06.2004 - 

Weniger Geld für Gerichtsverfahren gegen die Linux-Welt

Großinvestor Baystar Capital steigt bei SCO aus

MÜNCHEN (CW) - Die Investment-Gesellschaft Baystar Capital will sich aus der umstrittenen Unix-Company SCO vollständig zurückziehen. SCO gewinnt dadurch mehr Handlungsfreiheit, muss aber mit einer deutlich verkürzten Kapitaldecke auskommen.

SCO kauft alle 40000 von Baystar gehaltenen Vorzugsaktien (mit einem Gesamtnominalwert von 40 Millionen Dollar) zurück. Der Investor erhält dafür 13 Millionen Dollar in bar sowie rund 2,1 Millionen gewöhnliche SCO-Aktien. Einschließlich der vom einstigen Mitinvestor Royal Bank of Canada übernommenen Anteilen besitzt Baystar nun 2,8 Millionen SCO-Anteilscheine. Diese kann Baystar sukzessive frei am Markt verkaufen. Für das Venture-Capital-Unternehmen dürfte die Beteiligung mit einem erheblichen Verlust enden, weil der Kurs der SCO-Aktie auf Fünf-Dollar-Niveau abgestürzt ist.

Für SCO bringt der Deal entschieden mehr Handlungsfreiheit; denn die Vorzugsaktien waren mit erheblichen Mitspracherechten verbunden. Unter anderem hatte Baystar zuletzt verlangt, das Topmanagement personell neu zu besetzen und die Unix-Entwicklung ganz zugunsten der Verfolgung von Urheberrechtsansprüchen aufzugeben.

Linux-Prozesse laufen weiter

SCO-Sprecher Blake Stowell erklärte: "SCO hat noch 37 Millionen Dollar für die Verteidigung seines intellektuellen Eigentums zur Verfügung." Nach dem Einstieg von Baystar und RBC vor acht Monaten hatte SCO 61 Millionen Dollar zur Verfügung. Wenn die vor allem durch hohe Kosten der Gerichtsverfahren gegen Linux-Anbieter und -Anwender verursachte Kapitalvernichtung im gegenwärtigen Ausmaß weitergeht, wäre SCOs Kriegskasse in gut zwei Jahren erschöpft.

Trotzdem versucht SCO, die gegen IBM, Novell und Red Hat laufenden Prozesse zu verzögern. Im Verfahren gegen IBM beantragte das Unternehmen, Big Blue solle weiteren Code und noch mehr interne Dokumente übergeben. Die Begründung ist reichlich widersprüchlich: Denn einerseits behauptet SCO, "die bisher von IBM vorgelegten Files zeigen, dass IBM unberechtigterweise Code auf Linux übertragen hat". Welcher Code das sei, wird auch jetzt nicht spezifiziert. Andererseits erklärt die Unix-Company, die eigenen Anstrengungen zur Identifizierung missbräuchlich verwendeten Codes hätten "gleichwohl bisher nicht viele Informationen erbracht, die SCO benötigt, um IBM-Forderungen nach Aufklärung der Sachverhalte genügen zu können". IBM hatte vom Gericht verlangt, SCO zu zwingen, den fraglichen Code genau zu nennen, oder das Verfahren einzustellen. (ls)