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23.03.2001 - 

E-Procurement & B-to-B/Neuer Service analysiert Kundenbedarf

Großkunden von Rewe ordern via Internet

Die IT-Infrastruktur der europaweit gestreuten Integra-Service-Rechenzentren nutzt die neue B-to-B-Plattform der Rewe-Gruppe. Der elektronische Großverbraucher-Service (GVS) basiert technologisch auf Intershop Enfinity sowie Eigenentwicklungen der Kooperation Rewe-Integra. Von Thomas Wallrabenstein*

Für die Kunden des Rewe-Großverbraucher-Service brechen neue Zeiten an. Seit Januar dieses Jahres können sie nicht nur ihre Waren bundesweit via Internet aussuchen und bestellen, sondern sich auch online beraten lassen. Ein gemeinsam mit dem Dienstleister Integra entwickeltes Online-Informations- und Vermarktungssystem liefert in Echtzeit individuelle Bedarfsanalysen, die Kundenprofile, Wetterlage, Wochentage und aktuelle Entwicklungen wie Importerlaubnisse berücksichtigen.

Die neue Internet-Plattform soll die traditionelle Geschäftsform des Lebensmittelgrossisten nicht ersetzen, aber ergänzen und erweitern. Ziel des Speziallieferanten für Großabnehmer aus Gastronomie, Hotellerie, sozialen Einrichtungen und Betrieben war es, eine E-Commerce-Lösung für die individuelle Betreuung der rund 25000 Kunden zu schaffen - eine Lösung, die Tag und Nacht einfach, schnell und absolut zuverlässig arbeitet.

Eigener UnternehmensbereichDer Rewe-GVS erzielte im Geschäftsjahr 2000 einen Umsatz von etwa 500 Millionen Euro. Das Haus verspricht sich vom Online-Vertrieb Perfektionierung des Kundenservices und Optimierung der Lagerhaltung. Der Service ist ein eigener Unternehmensbereich der Handelsgruppe. Rewe insgesamt erwirtschaftete im Jahr 1999 einen Umsatz von rund 34 Milliarden Euro in Europa, 28 Milliarden davon in Deutschland.

Integra ist ein europäischer Anbieter von Web-Hosting und unternehmenskritischen E-Business-Lösungen. Für den Betrieb der mittlerweile mehr als 1500 Kunden-Websites unterhält der Dienstleister skalierbare Hochsicherheitsrechenzentren in Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Spanien, Schweden und Großbritannien.

Für das von Rewe angestrebte elektronische Großkundenhandelssystem erhielt Integra den Zuschlag. Insbesondere die Bestell- und Informationsplattform wurde von den Integra-Leuten konzipiert und aufgebaut. Auch das gesamte Operating für das Online-Vermarktungsmodell liegt in ihren Händen. Sowohl nachts als auch am Wochenende übernimmt Integra die volle Verantwortung für die gesamte technische Abwicklung.

Über www.rewe-gvs.de ist die Website öffentlich verfügbar. Das Herzstück der Anwendung, die Bestellplattform mit einer integrierten Empfehlungssoftware, ist jedoch nur über Passwort zugänglich. Dort erwarten den Kunden individualisierte Seiten mit quasi persönlicher Begrüßung durch den Außendienstmitarbeiter und ein ständig aktualisierter Ordersatz, der gedruckt in dieser Form nicht zu realisieren wäre.

Die Navigation durch die Site erleichtert ein System von Suchfunktionen nach Artikelnummern, Bezeichnungen oder Bezeichnungsbestandteilen. Die Produkte sind alphabetisch oder nach Katalog sortiert. Der Online-Artikelstamm umfasst derzeit rund 3500 Artikel des nationalen Pflichtsortiments sowie Aktualitäten und Neuheiten mit Abbildungen.

Das Bestellwesen ist im Hinblick auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden organisiert. Sie können zwischen einem festgelegten Ordersatz oder einem Sortiment wählen, das auf Basis früherer Bestellungen, dem "historischen Warenkorb", generiert wird. Zusätzlich kann sich der Kunde durch die "Recommendation Engine" beraten lassen. Dieser virtuelle Berater analysiert, welche Lebensmittel der Kunde wahrscheinlich benötigt, und macht Vorschläge für die Bestellung. Sie ist lernfähig, reagiert also auf besondere Umstände und Veränderungen.

Darüber hinaus informiert das System die Großverbraucherkunden über Aktuelles aus der Branche und die Inhaltsstoffe der Nahrungsmittel, liefert Zutatenlisten, macht Serviervorschläge, gibt Verwendungshinweise und -empfehlungen. Eine Rezeptdatenbank erlaubt, gezielt nach Zutaten zu suchen und einzukaufen. Auch der Know-how-Transfer unter den Köchen kommt nicht zu kurz: Kommunikationsforen sorgen für regen Gedanken- und Meinungsaustausch über Rezepte und Menüvorschläge.

Konditionen für die PreisfindungMit dem neuen System ist Rewe europaweit der erste Lieferant für Großverbraucher, der individuelle Kundenempfehlungen in Echtzeit online aussprechen kann. Pro Bestellung ermittelt das System sofort die Bezugspreise und die Rechnungssumme. Bei der Preisfindung werden entweder vorher vereinbarte Konditionen zugrunde gelegt, oder sie erfolgt individuell nach einem komplizierten Mechanismus. Basierend auf einem Relationenmodell ordnet dieser den einzelnen Kunden bestimmte Produktnummern, Gebindepreise, Preise bei Anbruch sowie die Herkunft der Preise zu. Auf dieser Basis erzeugt das System die Preise bereits vor dem eigentlichen Abruf und verkürzt so die Zugriffszeiten.

Die technische Grundlage der Lösung bilden

-das E-Commerce-System Intershop Enfinity,

-die Empfehlungssoftware Net Perceptions sowie

-die Integra-Eigenentwicklungen "1to1" Touchware Cartridge,

-XML Import/Export Tool und

-Connector to IBM DB/2.

Integra implementiert individuelle E-Commerce-Projekte auf Intershop-Technologiebasis. Vom Partner Net Perseptions stammt die gleichnamige Recommendation Engine. Diese Software wurde von Integra vor allem in Lösungen eingesetzt, die auf einem intensiven Kundendialog aufbauen, beispielsweise bei One-to-One- oder Cross-Selling. Für Profiling und Internet-Direktmarketing hat das Bad Homburger Unternehmen die One-to-One-Touchware entwickelt. Sie verbindet den Intershop des Kunden mit der Empfehlungsmaschine.

XML-Import-Export-ToolDie Net Perception kann sich alles merken: welche Kunden sich für welche Produkte interessieren, wer ein Schnäppchenjäger ist, wer zielstrebig kauft oder einfach nur durch den Laden bummelt. Recommendation Engine und Touchware ermöglichen dem Ladeninhaber, sehr schnell auf neue Markttrends zu reagieren.

Das XML-Import-Export-Tool stellt die Verbindung zu den Warenwirtschaftsprogrammen der Kunden des Großverbraucher-Service her. Die XML-Schnittstelle legt in einer Document Type Definition fest, in welcher Form Daten an den Server geschickt werden dürfen und in welchem Format der Server kundenspezifische Daten zur Verfügung stellt. Eine Programmierschnittstelle mit entsprechenden Modulen (API) erlaubt es, über XML mit dem Rewe-Server zu kommunizieren sowie Daten zu im- und exportieren.

DB/2 als DatenspeicherDen Großteil seiner Daten bezieht das E-Commerce-System aus den bestehenden Anwendungen des Rewe-Service, die ursprünglich in einer S36/-Umgebung liefen und nun sukzessive auf eine AS/400-Umgebung umgestellt werden. Als Datenspeicher für die Internet-Anwendung fungiert daher DB/2. Das Integra-Konvertierungs-Tool Connector to IBM DB/2 exportiert die Produkt-, Preis- und Kundendaten aus der S36/-Umgebung in die DB/2-Datenbank und schreibt sie zurück. Nachts werden die Veränderungen der Stammdaten aus den Betrieben in die Zentrale gemeldet und die Daten konvertiert.

Das Managed-Hosting-Konzept ermöglicht die Integration der Komponenten sowie der E-Commerce-Lösung in die IT-Infrastruktur des Integra-Rechenzentrums. Managed Hosting umfasst den Betrieb und die kontinuierliche Überwachung des Systems. Ein Expertenteam sorgt für Funktionsfähigkeit und Verfügbarkeit der Applikationen rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr.

Um Ausfallsicherheit zu gewährleisten, sind alle Komponenten im Integra Technical Center(ITC) vom Internet-Zugang über Netze und Anbindungen, Router, Switches bis zu Server und Speicherkomponenten mindestens redundant ausgelegt. Alle Rechenzentren sind zudem mit einem eigenen redundanten Gigabit-Backbone verbunden. Damit ist für eine besonders stabile Lastverteilung auch über die Landesgrenzen hinweg gesorgt - die Grundlage für ein schnelles Umschalten in Krisensituationen.

Schnelligkeit und Durchgängigkeit garantieren darüber hinaus doppelte Glasfaseranbindungen an unterschiedliche ISPs, Standleitungen zu Corporate-Netzen, moderne schnelle Web-Server und Fast-Ethernet-Anbindungen. Höchste Sicherheitsstandards schreiben eine aktive Überwachung des kompletten Raumes durch Kameraaufzeichnungen, die nicht gelöscht werden können, Personenschleusen und "gepanzerte" Räume vor.

Redundante Firewall-Architekturen, Realtime Monitoring sowie die Dokumentation jedes physikalischen Zugriffs legen die Latte für feindliche Übergriffe hoch. Die ITCs bieten dem Unternehmen nicht nur einen störungsfreien Betrieb der Online-Bestell- und Informationsplattform, sondern auch die nötigen Kapazitäten, um das Internet-Geschäft in Zukunft problemlos zu erweitern zu können.

*Thomas Wallrabenstein ist Mitglied der Geschäftsleitung Rewe-Großverbraucher-Service (Rewe-GVS) in Mainz

Abb: Europaweit organisiert: Rewe und Integra

Integra-Standorte in Europa: Auch am Wochenende übernimmt der Dienstleister die volle Verantwortung für die technische Abwicklung der Bestellvorgänge. Quelle: Integra