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30.09.1983 - 

Mini- und Mikrorechner intergrieren Groß-EDV:

Großrechnerkomfort mit Mikros

MÜNCHEN (hö) - Um durch die Integration zentraler und dezentraler Datenverarbeitung plus Textverarbeitung größere Rationalisierungseffekte zu erzielen, entwarf die IABG ein Multifunktionsterminal. Per Knopfdruck kommunizieren nun Groß-EDV, Mini- und Mikrocomputer miteinander, Kapazitätsgrenzen gibt es nicht mehr.

Als größtes Systemanalyse- und Testzentrum der Bundesrepublik erbringt die IABG (Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH) Dienstleistungen für öffentliche Auftraggeber und die Privatindustrie.

Die für Versuche und Studien erforderlichen Datenverarbeitungskapazitäten werden von der Hauptabteilung Datenverarbeitung und Informatik im zentralen Datenzentrum bereitgestellt. Hier sind Großrechner verschiedener Hersteller mit unterschiedlicher Leistungsfähigkeit installiert; außerdem erfolgt die Koordinierung des Einsatzes von Mini- und Mikrorechnern für die Fachabteilungen.

Rationalisierung durch Integration

Ein großer Rationalisierungsgewinn konnte durch die Integration zentraler und dezentraler Datenverarbeitung erzielt werden. Zu diesem Zweck wurde ein multifunktionales Terminal mit lokaler Rechenkapazität (Multi-Telor) entworfen und mit Mikrocomputern auf der Basis des weitverbreiteten CP/M-Betriebssystems realisiert. Mit dem Multi-Telor können Standardprogramme zur Tabellenkalkulation (Multiplan, Super-Calc), Textverarbeitung (WordStar, Scitex) und Datenerfassung/-verwaltung (DataStar, dBase II) genutzt werden. Durch die hohe Verfügbarkeit der Einzelplatzsysteme und den hohen Anpassungsgrad der Standardsoftware an die menschliche Denkweise, ermöglicht der Mikrorechner auch DV-Laien ein sinnvolles und produktives Arbeiten.

Sind die Kapazitätsgrenzen eines Mikrorechners erreicht, hilft die Kopplung zur Groß-EDV weiter. Auf Knopfdruck sind alle Großrechner für den Benutzer verfügbar. Der Mikrorechner übernimmt automatisch alle erforderlichen Zeichen-, Protokoll- und Übertragungsraten-Konvertierungen. Darüber hinaus wird ein Datenaustausch zwischen Großrechner und Mikrorechner in beiden Richtungen ermöglicht. Auf der Basis des CP/M-Diskettenformats erfolgt hier eine Standardisierung der uneinheitlichen Daten- und Dateiformate.

Btx in bestehende Konfigurationen eingefügt

Seit Beginn des Feldversuchs beteiligt sich die IABG am Bildschirmtext. Dabei sollte dieser Dienst der Deutschen Bundespost nicht als selbständige, isolierte Dienstleistung der IABG angeboten werden, sondern integriert in den üblichen Rechenzentrumsservice. So lag es nahe, das Multifunktionsterminal Multi-Telor auch für diesen speziellen Anwendungsfall auszurüsten. Nach längerer Suche konnte ein Lizenzprogramm erstanden werden, das den Bildschirmtextdienst in die bestehende Konzeption einfügt.

Damit wird eine Integration folgender Arbeitsgänge erreicht:

- Arbeiten der Systemanalytiker und Programmierer auf den Großrechnern von Control Data, Siemens (IBM-kompatibel) und DEC sowie dezentrales Editieren mit Wordstar.

- Datenerfassung mit Hilfe von DataStar oder mit selbsterstellten Programmen in CIS-Cobol.

- Komfortable Erstellung und Speicherung von Bildschirmtextseiten. Simulation einer Btx-Zentrale für Einführungen und Demonstrationen.

- Nutzung der Möglichkeiten der Tabellenkalkulation mit Hilfe von SuperCalc und Multiplan für flexible und aussagekräftige Aufbereitung von kleineren Zahlenbeständen.

- Aufbau kleiner und mittlerer Datenbestände (zum Beispiel dezentraler Kundendateien) mit dBase II.

- Textverarbeitung in den Sekretariaten mit Hilfe von Scitex. Dabei können jederzeit Ergebnisse von Programmläufen auf Groß- und Kleinrechnern, solche Programme selbst oder Teile daraus sowie Informationen aus dem Bildschirmtextsystem in die Texte eingebunden und entsprechend aufbereitet werden. Darüber hinaus bietet Scitex die Möglichkeit, griechische und Formelzeichen zu verwenden, was die Erstellung von mathematischen Berichten wesentlich erleichtert.

Zumeist wird ein Bericht über eine Versuchsreihe oder sonstige Analysen zunächst von einer Sekretärin als Rohkonzept mit Hilfe des Textverarbeitungsprogramms Scitex erstellt. Danach kann der sachverständige Bearbeiter gewünschte Änderungen selbst durchführen und Ergebnislisten vom Großrechner automatisch einfügen und bei Bedarf mit Hilfe von Tabellenkalkulationsprogrammen Alternativen darstellen. Die letztlich erforderliche Textkosmetik und der Umbruch mit Silbentrennung und Randausgleich kann wieder von der Sekretärin durchgeführt werden. Eine derartige arbeitsteilige Zusammenarbeit führt zu beträchtlichen Einsparungen.