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22.04.1977 - 

TR 445 DP und Cyber 7276 im Verbund:

Großrechnerkoppelung zwischen Universitäten

Seit Oktober 1976 arbeitet das nunmehr offiziell übergebene Rechenzentrum der Universität Düsseldorf mit einem Großrechner TR 445 DP der Computer Gesellschaft Konstanz - früher Telefunken Computer, heute 100prozentige Siemenstochter. An der Maschine hängen die Universität Düsseldorf, die Gesamthochschule Essen sowie die Fachhochschulen und die Pädagogische Hochschule des Gesamthochschulbereichs Düsseldorf.

Der Kaufpreis des nun in seiner 1. Ausbaustufe installierten Systems beträgt 10,9 Millionen Mark, die zu 85 Prozent aus Mitteln des 2. Datenverarbeitungsprogrammes der Bundesregierung zur Errichtung regionaler Rechenzentren finanziert werden und zu 15 Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen bezuschußt werden.

Das Rechnersystem mit zwei Rechnerprozessoren, zirka 256 000 6-Zeichen-Wörter Hauptspeicherkapazität und einer Plattenspeicherkapazität von etwa 1600 Millionen- Zeichen im direkten Zugriff wird von diesen Institutionen für Aufgaben aus den Bereichen der Forschung, Lehre sowie der Hochschulverwaltung und Bibliothek eingesetzt.

Den Hochschulen steht nunmehr die 20fache DV-Leistung gegenüber der bisher eingesetzten Siemens 4004/45 zur Verfügung. Weiterhin wird die Leistung durch die Kopplung des Systems TR 445 mit dem System CDC Cyber 72/76 des Regionalen Rechenzentrums der Universität zu Köln gesteigert.

Dieser starke Ausbau der Kapazität war durch den steigenden Bedarf an Rechenleistung für Forschung und Lehre aller Einrichtungen der schnell gewachsenen Universität Düsseldorf notwendig geworden. Die Hauptaufgaben liegen auf dem Gebiet der Forschung, Lehre, der Bibliotheks- und Hochschulverwaltung sowie spezieller Projekte wie Computer-unterstützter Unterricht, quantenchemische Berechnungen, Einsatz von Datenbanken, weiterhin im klinischen Bereich die Patientenbefunddokumentation, der Aufbau eines Krebsregisters und die Automatisierung der patientengebundenen Verwaltung und der Geschäftsbuchhaltung.

Seit März 1975 besteht die Möglichkeit, über eine RJE-Station Dietz 621 rechenintensive Batch-Programme, insbesondere aus dem Bereich der Naturwissenschaften, im Regionalrechenzentrum an der Universität zu Köln ablaufen zu lassen. Dort steht eine DV-Anlage Control Data Cyber 72/76 zur Verfügung, die die ca. 200fache Leistung der DVA Siemens 4004/45 erbringt. Da aus dem Bereich der Universität Düsseldorf über 20 Prozent der Kölner Kapazität in Anspruch genommen wurde und zudem die Kölner Anlage die Möglichkeiten der Dialogverarbeitung nicht bieten kann, wurde im Herbst 1976 die eigene Großrechenanlage TR 445 mit ausgedehnter Dialogperipherie beschafft.

Die Koppelung der TR 445 über einen als Prozedurumsetzer arbeitenden Prozeßrechner Dietz 621/8 mit der DVA Control Data Cyber 76/72 des Regionalen Rechenzentrums in Köln ist als Funktionsverbund für den Hochschulbereich einmalig. Geplant ist - im Rahmen eines Forschungsprojektes - die Erweiterung des Prozedurumsetzers zu einem Knotenrechner, so daß allen an diesen Knoten angeschlossenen Fernstapelstationen ein wahlfreier Zugriff auf einen der beiden Großrechnersysteme ermöglicht wird.

Kernstück des in dieser Konfiguration erstmalig für die Düsseldorfer Uni ausgelieferten Systems ist die Zentraleinheit TR 445. Diese besitzt zwei Rechenprozessoren, die je 800 000 Befehle pro Sekunde ausführen können. Beide Prozessoren arbeiten gleichrangig. Die Zugriffe beider Rechenprozessoren und des Ein-/Ausgabe-Prozessors, der die peripheren Geräte bedient, auf den Arbeitsspeicher werden über das Vorrangwerk koordiniert. Der Arbeitsspeicher ist in MOS-Technologie mit hochintegrierten Speicherchips gefertigt. Seine Größe beträgt 256 Kiloworte, entsprechend 1,5 Millionen Bytes. Ein Speicherwort kann entweder zwei Befehle, eine Gleitpunktzahl, eine Festpunktzahl oder 6 Zeichen (Bytes) zu je 8 Bit aufnehmen. Der Ein-/Ausgabe-Prozessor besitzt eine Durchsatzleistung von maximal 20 Millionen Zeichen/Sekunde. Über drei Schnellkanäle des E/A-Prozessors mit einer Übertragungsrate von je 3 Millionen Bytes/Sekunde kann die Zentraleinheit des TR 445 auf 10 Wechselplatten-Speicher mit je 200 Millionen Bytes Speicherkapazität, d. h. auf insgesamt 1,6 Milliarden Bytes zugreifen. (Zum Vergleich: die DVA Siemens 4004/45 des Rechenzentrums der Universität Düsseldorf besitzt eine Plattenspeicherkapazität von insgesamt nur 0,15 Milliarden Bytes.) Weiterhin sind 4 Magnetbandlaufwerke mit einer Übertragungsleistung von 270 000 Zeichen/Sekunde für 9-Spur-Aufzeichnung und einer Schreibdichte von umschaltbar 800/1800 BPI über einen langsameren Standardkanal angeschlossen.

An Papierperipherie sind ein Lochkartenleser (1200 Karten/Min.), zwei Schnelldrucker (1200 Zeilen/Min.) und ein Lochkartenstanzer (250 Karten/ Min.) vorhanden. Die gesamte Fernperipherie, d. h. Sichtgeräte und Fernstapelstationen, ist über den Kommunikationsrechner vom Typ DUET 9685C an einen Standardkanal des Ein-/Ausgabe-Prozessors angeschlossen.

Der Kommunikationsrechner besitzt einen eigenen Arbeitsspeicher von 112 Kilo Bytes. Angeschlossen sind z. Z. 45 Datensichtgeräte. Der Anschluß weiterer Datensichtgeräte sowie von Fernstapelstationen mit Übertragungsleistungen bis zu 9600 Bit/Sekunde ist vorgesehen.

Das Rechnersystem TR 445 wird unter dem auf einen umfangreichen Teilnehmerbetrieb ausgelegten Betriebssystem BS 3 betrieben. Neben der Betriebsart Dialog, in der die Sichtgeräte betrieben werden, sind noch die Betriebsarten Stapelbetrieb (batch) und Fernstapelbetrieb (remote job entry) über Lochkarten möglich.