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Kolumne


30.01.1998 - 

"Großreinemachen ist angesagt"

Wieder einer weniger, mit diesen Worten kommentierten viele Branchenbeobachter am Montag die Nachricht von der bevorstehenden Übernahme Digitals. Doch für Sentimentalitäten ist in der IT-Branche kein Platz und im Falle Digitals auch kein Grund vorhanden. Dafür war DEC-Chef Robert Palmer in den letzten Jahren zu zielstrebig bemüht, das Unternehmen von unprofitablen Geschäftsfeldern zu befreien.

Vor allem 1997 erlebten die Schrumpfaktionen einen neuen Höhepunkt, und zwar nachdem im Mai die Gespräche zwischen Digital und Compaq zunächst gescheitert waren. Damals bezeichnete Pfeiffer gegenüber der CW die Risiken einer Übernahme noch als nicht kalkulierbar.

Erst danach gab Digital die Produktion seines 64-Bit-Prozessors Alpha an Intel ab und verkaufte die Netzwerk-Division an Cabletron. Diese Maßnahmen und die zuletzt positiven Ergebnisse reichten offenbar aus, um den Compaq-Chef umzustimmen.

Doch anders als bei dem noch keinesfalls verdauten Kauf von Tandem wird mit der Übernahme von DEC ein Großreinemachen in der Produktpalette notwendig. Im PC- und PC-Server-Business dürften die Digital-Maschinen den kürzeren ziehen. Völlig offen ist dagegen die Frage, wie es mit Alpha weitergeht. Wird Compaq die Technologie und die darauf basierenden Systeme auch dann noch beibehalten, wenn Intel 1999 den 64-Bit-Prozessor "Merced" auf den Markt gebracht hat?

Doch die Palmer-Company hat technisch gesehen mehr zu bieten als Alpha. Sie verfügt im Unix-Segment (64 Bit), im Clustering-Bereich (Cluster-Server) sowie durch die enge Partnerschaft mit Microsoft im NT-Umfeld über aktuelles Know-how. Weil die Texaner mit IBM und HP im Enterprise-Geschäft konkurrieren wollen, dürften allerdings Digitals Servicegeschäft und der Großkundenvertrieb für sie den größten Wert besitzen.

Ob das die 54000 zusätzlichen Mitarbeiter rechtfertigt, ist fraglich. Eine zusammen mit Tandem 82000 Köpfe zählende Mannschaft kann auf Dauer von dem kombinierten Umsatz der Unternehmen nicht existieren. Deshalb ist eins sicher: Bis Pfeiffer aus den drei Geschäftseinheiten Compaq, Digital und Tandem eine schlagkräftige Truppe geschmiedet hat, wird viel Wasser und Geld den Bach hinunterfließen.