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15.05.2006

Großveranstaltung mit 2.300 Gästen

Mit 2.300 Gästen gab die mit zwei Tagen angenehm knapp gehaltene "Cisco Expo" ein beeindruckendes Beispiel der Attraktion des Branchenprimus für Partner und Kunden ab. Zweifel daran, dass sich daran in Zukunft etwas ändern könnte, ließ Cisco nicht aufkommen.

Von Wolfgang Leierseder

Mit Netzwerken kann man viel Geld verdienen. Und zugleich, des mörderischen Wettbewerbs wegen, nicht. Das weiß Branchenprimus Cisco: Er hat rund 1,4 Milliarden Dollar in den zurückliegenden drei Monaten Februar, März und April verdient. Vom umgekehrten Fall können viele Cisco-Wettbewerber berichten. Marktforscher gehen davon aus, dass es nur zwei Entwicklungen für Netzwerker gibt: Entweder droht ihnen die magere Zukunft des "Me-too"-Anbieters, oder sie können sich als Trends setzender Technologieführer positionieren.

Zwar versäumten den diesbezüglichen Vortrag die meisten der rund 2.300 "Cisco Expo"-Teilnehmer im Berliner Hotel "Estrel", doch an einer Botschaft kam in Berlin keiner vorbei - der Botschaft nämlich, dass Cisco sich an die Rolle des unbestrittenen Marktführers gewöhnt und die des Technologieführers sowohl für Enterprise- als auch für mittelständische Unternehmen übernommen habe, gleich, ob bei Internettelefonie (VoIP), der Integration von Daten, Sprache und Video in einem IP-Netz ("Unified Communications System", so Cisco), bei Netzsicherheit oder der Frage einer kompletten Netz-Infrastruktur für mittelständische Unternehmen ("Business Communications Solution").

Das sollte er auch nicht, wie die Cisco-Oberen, angeführt von Michael Ganser, Deutschland-Chef des Netzwerkers, zwei Tage lang versicherten. Vor allem für diese Botschaft war die erstmals in Deutschland ausgerichtete Hausmesse "Cisco Expo" da.

So deutlich und allgegenwärtig war sie, dass so mancher der Angereisten überlegte, welchen Nutzen er von der Expo sonst mitnehmen könnte. Als "marketinglastig" bezeichnete der IT-Verantwortliche einer großen Versicherung die Vorträge, die er gehört hatte; ein anderer bezweifelte, ob er die Expo jedes Jahr besuchen würde, und ein dritter, Vertriebsdirektor eines weltweit agierenden Systemintegrators, merkte an, dass die "Expo" vor allem zeige, wie weit Cisco "die Konkurrenten abgehängt" habe.

Doch diese zwischen den Vorträgen oder auf der brechend vollen "Expo-Party" gemachten Äußerungen änderten nichts daran: Cisco inszenierte in Berlin seine Vormachtstellung im deutschen Netzwerkmarkt gekonnt.

Die Leistungsshow

Der Netzwerker nutzte die Veranstaltung, um zwei Kooperationen vorzustellen: eine weltweite Technologiekooperation mit Fujitsu Siemens Computers in Sachen "Rechenzentrum - "Wir können schon Lösungen liefern, unsere Wettbewerber aber nur White Papers", positionierte Bernd Bischoff, CEO von FSC, sein Unternehmen - und eine SMB-Initiative mit T-Systems. Ulrich Kemp, Chief Operating Officer T-Systems Business Services GmbH, versprach, seine 16.000 Mitarbeiter und Tausende existierende Kundenbeziehungen in die Waagschale zu werfen. Ebenso diente die Expo dazu, der Stadt Berlin bei der Etablierung eines Portals für Schulen unter die Arme zu greifen, ferner, den Besuchern anhand ihrer mit einem RFID-Chip bestückten Teilnehmerausweise zu demonstrieren, wie diese Technologie beim Check-in sowohl zur Veranstaltung selbst als auch beim Gepäckservice im Hotel funktioniert, und schließlich über eine Podiumsdiskussion festzuhalten, dass nur eine vernetzte Gesellschaft zukunftsfähig ist.

Natürlich versäumte der Netzwerker in fast 80 Vorträgen nicht, sein Anliegen, der "One Stop Shop" für Kunden und Partner zu sein, darzulegen. Mehr als 30 ausstellende und in der Mehrheit mit der Expo zufriedene IT-Partner zeugten von der Reichweite der Kooperationen und Allianzen, die Cisco geschlossen hat.

Als dann Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker die Berliner Veranstaltung mit seinem Vortrag "Freie Märkte und politische Kollisionen in Zeiten der Globalisierung" beschloss, brandete länger anhaltender Beifall auf. Nicht nur, weil die meisten Teilnehmer die Anwesenheit von Weizsäckers erfreute, sondern weil sie verstanden hatten, dass Ciscos Vormachtstellung solche Auftritte erst ermöglichte.